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Rund 70 Feuerwehrleute aus Kaltenweide, Godshorn und Krähenwinkel verfolgten die Sitzung des Fachausschusses. Einige äußerten heftige Kritik und beschwerten sich über mangelnden Respekt gegenüber ihrer ehrenamtlichen Leistung.

Rund 70 Feuerwehrleute aus Kaltenweide, Godshorn und Krähenwinkel verfolgten die Sitzung des Fachausschusses. Einige äußerten heftige Kritik und beschwerten sich über mangelnden Respekt gegenüber ihrer ehrenamtlichen Leistung.
© Rebekka Neander

Langenhagen

Politik folgt Wünschen der Feuerwehr

Die Feuerwehrgerätehäuser in Kaltenweide und Godshorn werden gebaut, wie geplant. Dies empfiehlt der Fachausschuss überraschend klar. Dafür vertagt ein Ortsrat erneut Entscheidung zur Hort-Lösung.

Godshorn/Kaltenweide.  Die Freiwillige Feuerwehr in Godshorn sowie in Kaltenweide sollen exakt jenes Feuerwehrgerätehaus erhalten, das vom Fachplanungsbüro K-Plan mit ihnen erarbeitet worden ist. Der zuständige Fachausschuss hat das vorgelegte Raumprogramm für Kaltenweide am Montagabend überraschend ohne jede Diskussion einstimmig empfohlen, dies sogar ergänzt um die bislang veranschlagte Gesamtbausumme von 3,8 Millionen Euro. Diese, von Stadtbaurat Carsten Hettwer in der Sitzung erbetene Ergänzung widerspricht dem jüngst im Rat verabschiedeten Sparbeschluss, nach dem jedes aktuelle Bauprojekt um 15 Prozent reduziert werden sollte.

Gerätehaus an Hermannsburger Straße

Für die Feuerwehr Godshorn, deren Raumprogramm bereits vor dem Haushaltsbeschluss des Rates verabschiedet worden war, empfiehlt der Fachausschuss überdies den Bau des neuen Gerätehauses auf einem Grundstück östlich der Hermannsburger Straße. Das Areal wurde unlängst von der stadteigenen Entwicklungsgesellschaft Langenhagen (EL) erworben, die es ihrerseits nun der Stadt zur Verfügung stellen wird. Der Standort gehört zu den Favoriten der Ortsfeuerwehr, die von dort sowohl das Gewerbegebiet nördlich der Langenhagener Straße als auch die Ortschaft selbst gut erreichen könne, ohne jedesmal durch den Dorfkern fahren zu müssen. 

Die Beschlüsse fielen noch unter dem spürbaren Eindruck einer eindringlichen Auftaktrede des Stadtbrandmeisters Arne Boy – und der anfangs sichtbaren Empörung von rund 70 Feuerwehrleuten im Zuschauerraum. Boy übte unverhohlene Kritik vor allem an dem Gebaren des Kaltenweider Ortsrates. „Ich habe in 20 Jahren als Führungskraft in Feuerwehren noch nicht erlebt, dass mich ein Ortsbürgermeister bei einer Terminabsprache zweieinhalb Monate vertröstet.“ Wie Boy auf Nachfrage dieser Zeitung berichtete, hat ihn erst Ende vergangener Woche die Einladung des Ortsrates erreicht, am 13. Februar zu einem internen Austausch über die Standortfrage zusammenzukommen. Die für diesen Abend eigentlich bereits öffentlich anberaumte Sondersitzung des Ortsrates, in der es auch um die Hort-Problematik gehen sollte, ist nun auf den 26. Februar verschoben worden, wie Helmut Büch auf Nachfrage im Rathaus bestätigte. 

Streit um Standort in Kaltenweide

Kern des Streites in Kaltenweide ist der Standort. Stadtverwaltung und Feuerwehrkommando auf Stadt und Dorfebene hatten dafür eine kommunale Fläche am Kreisel nördlich des Weiherfeldes auserkoren. Dies als Ersatz für das ursprünglich favorisierte Areal des leerstehenden NP-Marktes an der Wagenzeller Straße, auf das das jetzt konzipierte Gerätehaus nicht passen würde. Ein dafür notwendiger Grundstückszukauf kann derzeit nicht garantiert werden, heißt es im Rathaus. Das Kreisel-Grundstück indessen wird vom Ortsrat und wohl auch von Teilen der Feuerwehr abgelehnt, da es zu weit vom alten Dorfkern entfernt liege. 

Dem Vernehmen nach wird im Ortsrat nun auch die sogenannte Dreiecksfläche am nördlichen Ende der Walsroder Straße in Betracht gezogen. Gegen diese hatte sich jedoch die Kaltenweider Feuerwehr vor einigen Jahren vehement ausgesprochen. Und auch Stadtbrandmeister Boy hält die Fläche im Hinblick auf Ausrück- und Einsatzzeiten nur dann für tauglich, wenn man zuvor ortsübergreifend über eine Neuorganisation der Ortsfeuerwehren spreche.

Sondersitzung im März?

Im Kern geht es um einen möglichen gemeinsamen Gerätehausbau für Krähenwinkel und Kaltenweide, ähnlich wie es jetzt für Engelbostel und Schulenburg verwirklicht wird. „Eine solche Entscheidung aber kann nicht mal eben schnell gefällt werden“, betonte Boy auf Nachfrage. Eine vom Ortsrat geforderte unverzügliche Lösung, um durch den Wegzug der Feuerwehr eine Entlastung des überfüllten Schulstandortes Zellerie zu erreichen, rückte dann erneut in die Ferne. Derzeit vorgesehen ist indessen ein Beschluss des Ortsrates nun Ende Februar. Der zuständige Fachausschuss plant eigens eine Sondersitzung für den 1. März, um damit den nötigen Ratsbeschluss zum Standort für den 12. März zu ermöglichen. 

Kommentar: Mehr als ungeschickt

Was auch immer den Ortsrat Kaltenweide aktuell reitet – zu verstehen ist sein Gebaren nicht. Ausgangspunkt dieses allseits zermürbenden Streits um die Feuerwehr ist der einst richtige Impuls des Ortsrates, schnell eine Entlastung der überfüllten Zellerie zu ermöglichen. Und doch legt das Gremium seither der auszugswilligen Feuerwehr ein ums andere Mal neue Steine in den Weg. Das ist den betroffenen Schülern und Lehrkräften an der Zellerie kaum zuzumuten, ebenso wenig den derzeit um einen Hortplatz bangenden Eltern. 

Mindestens so schlimm ist jedoch, dass manche Ortsratsmitglieder derzeit fahrlässig in Kauf nehmen, den Zusammenhalt der Feuerwehr aufs Spiel zu setzen. Wer sich anstatt mit dem Ortsbrandmeister Uwe Glaser lieber intern mit dessen Vorgängern über Standorte austauscht, mag sich vielleicht in seinen Ansichten bestätigt fühlen. All jene säen aber letztlich nur Zwietracht in einer Truppe, die nur als Team Gefahren für das Dorf und sich selbst abwehren kann. 

 

Von Rebekka Neander


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  • ... eine Wirkungsstätte von Nobelpreisträger Robert Koch
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