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Nachrichten Feuerwehr bildet Bootsführer aus
Region Langenhagen Nachrichten Feuerwehr bildet Bootsführer aus
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00:17 10.10.2018
Los geht es auf den Silbersee in einem der drei eingesetzten Boote. Quelle: Kallenbach
Langenhagen

„An diesem Ufer sind im Sommer zwei Menschen ertrunken“, sagt Kai Jüttner. Der Ortsbrandmeister der Feuerwehr Krähenwinkel hat dies zum Anlass genommen, erneut eine Fortbildung am Silbersee zu organisieren, denn die Ortsfeuerwehren Langenhagen, Krähenwinkel und Isernhagen H.B. brauchen weiteres Bootspersonal für Rettungseinsätze. Am Wochenende haben sich dafür 24 Teilnehmer am Langenhagener Silbersee einer theoretischen und praktischen Fortbildung zum Bootsführer gestellt.

Per Aushang war die Fortbildung in den Feuerwehrgerätehäusern bekannt gemacht worden – jeder, der sich anmeldete, kam freiwillig und äußerst motiviert. „Manche hatten vorher noch gar keinen Kontakt zu Wasser und Booten“, berichtete Jüttner während des Übungsteils am Sonnabend am Silberseeufer. Ein Theorieblock im Feuerwehrgerätehaus Krähenwinkel am Freitagabend hatte die Absolventen in Rechtsgrundlagen, technische Anforderungen an Boote und Rettungskleidung eingeführt und über die Einsatztaktik bei Wasserunfällen informiert.

Aus einem anlandenden Boot wird in der Übung ein aus dem See Geretteter zur weiteren Versorgung ans Ufer gebracht. Quelle: Kallenbach

Mann über Bord, hieß es dann am Sonnabend am Wasser: Für diesen Fall übten die Feuerwehrleute jeweils zu viert im kleinen Motorboot Grundfahrmanöver, Kreise und Achten fahren, anlegen an der blauen Rettungsinsel mitten im See und übersteigen, ablegen und eine Person liegend zum Ufer transportieren. Dort musste wiederbelebt werden und es galt die Station Knotenkunde zu durchlaufen. Bei bestem Herbstwetter durften die Teilnehmer sich am Catering der Feuerwehr aber auch stärken und mal in der Sonne pausieren – so wie viele Besucher an diesem Tag rund um den Silbersee sich auch zum Picknick niederließen.

Am Ufer demonstrieren Kai Jüttner (von links), Ortsbrandmeister in Krähenwinkel, und sein Bruder Björn, Vorsitzender der DLRG Krähenwinkel, das Wiederbeleben nach Ertrinken. Quelle: Kallenbach

Die dritte Ausbildung dieser Art sei dies. „Wir machen das alle zwei Jahre“, erläuterte Jüttner als Leiter. „Jede der drei teilnehmenden Ortsfeuerwehren verfügt über ein eigenes Motorrettungsboot, es gibt gemeinsame Übungen, und bei Ertrinkungsunfällen an den Seen arbeiten sie zusammen.“ Am Silbersee unterstützte die DLRG Krähenwinkel die Fortbildung. „Ich bin in der DLRG groß geworden“, erzählte der Ortsbrandmeister. Insofern habe er noch einen besseren Draht zum Wasser. Die Kooperation mit der örtlichen DLRG war zudem eine verwandtschaftliche: Ortsbrandmeister Kai Jüttner und sein Bruder Björn, DLRG-Vorsitzender in Krähenwinkel, demonstrierten gemeinsam die richtige Wiederbelebung nach Wasserunfällen.

Nach der achtstündigen Ausbildung sind die Teilnehmer noch keine Bootsführer für öffentliche Wasserstraßen, auch wenn jeder Einzelne alle Manöver im Rettungsboot eigenverantwortlich fahren musste „Aber die neuen Bootsführer erhalten eine Fortbildungbescheinigung“, versicherte der Übungsleiter.

In den Ortsfeuerwehren wird das Gelernte weiter geübt und gefestigt. „Jeden ersten Sonntag im Monat üben die DLRG-Taucher. Da trainieren wir gemeinsam standardisierte Einsatzverfahren“, verdeutlichte Jüttner. Er ließ keinen Zweifel, dass die Ausbildung für neue Bootsbesatzungen gemeinsam mit der Feuerwehr Isernhagen H.B. immens wichtig sei – wie die Badeunfälle zeigten. Die Veranstalter hatten die Fortbildung bewusst in den Oktober gelegt, weil dann kein regulärer Badebetrieb mehr zu berücksichtigen war. Und doch: Es gab an diesem warmen Sonnabend noch einige Badefreunde im Wasser.

Eine andere Einsatzart mit Wasser

Bevor die Ortsfeuerwehr Krähenwinkel am Silbersee üben konnten, mussten sie am Sonnabend um 6.19 Uhr einen anderen Einsatz im Zusammenhang mit Wasser absolvieren. Die Ehrenamtlichen wurden zu einer Wohnung an die Walsroder Straße gerufen. Die Polizei hatten die Feuerwehr zur Amtshilfe gerufen, da durch die Decke das Wasser bereits in die darunter liegende Erdgeschoss lief. Der Feuerwehr gelang es schließlich über die Steckleiter den noch schlafenden Bewohner zu wecken, der schließlich das Wasser abdrehte. Die Wohnungstür blieb in der Folge auch heil.

Von Ursula Kallenbach

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