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Region Laatzen Nachrichten Stadt legt Straßensanierung komplett auf Eis
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16:51 11.03.2018
Fahrbahnschaden auf der Leinerandstraße: Im Bereich zwischen Tal- und August-Bebel-Straße reicht eine Erneuerung der Deckschicht aus, so dass Anlieger nicht belangt werden. Allerdings hat die Stadt das Projekt auf Eis gelegt, bis ein neues Finanzierungsmodell gefunden ist. Quelle: Dorndorf
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Laatzen/Alt-Laatzen

 Die Stadt Laatzen legt ihre Pläne zur Sanierung von Straßen komplett auf Eis. Wie die Verwaltung jetzt bekannt gab, soll zunächst geklärt werden, wer die Kosten für die Erneuerung von Straßen trägt.

Bislang tragen die Anlieger die Kosten mit bis zu 75 Prozent – so sieht es die aktuelle Beitragssatzung vor. Laatzens Ratspolitiker diskutieren bereits seit längerer Zeit darüber, ob die Finanzierung künftig auf mehr Schultern verteilt werden: Damit sollen Belastungen, die in Einzelfällen im fünfstelligen Eurobereich liegen können, vermieden werden.

„Zurzeit werden von der Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit den politisichen Vertretern der Stadt Laatzen alternative Finanzierungsmöglichkeiten zu den einmaligen Straßenausbaubeiträgen untersucht“, schreibt nun Stadtbaurat Axel Grüning in einer Drucksache. Dann folgt der entscheidende Satz: „Die Sanierung von Straßen soll bis zu einer abschließenden Entscheidung ausgesetzt werden.“ Das gelte auch für Anliegerversammlungen.

Bei Laatzens Ratspolitikern stößt das Moratorium auf offene Ohren: „Wir sollten uns die Zeit nehmen, so dass wir hoffentlich gemeinsam einen Konsens für eine gefühlt gerechte Lösung hinbekommen“, hatte CDU-Ratsfraktionschef Christoph Dreyer unlängst im Stadtentwicklungausschuss angemerkt. Auch die SPD-geführte Mehrheitsgruppe bemüht sich seit längerem um eine Abschaffung des bisherigen Modells.  

Wie lange das Moratorium dauern dürfte, ist unbekannt. „Wir können nicht sagen, wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist“, sagt Stadtsprecher Matthias Brinkmann auf Anfage – dies hänge von der Politik ab. Ob diese noch 2018 erfolgt, gilt als fraglich, so dass mehrere Vorhaben wohl in nächste Jahr verschoben werden: Die eigentlich für 2018 geplante Sanierung der Maschstraße in Gleidingen und der Leinerandstraße in Alt-Laatzen liegt damit auf Eis. Auch die bereits für 2017 veranschlagte Erneuerung der Braunschweiger Straße in Rethen wird noch auf sich warten lassen: Die Stadt hatte das Vorhaben wegen des Neubaus des Rethener Feuerwehrhauses und der künftigen Verkehrsentwicklung in dem Bereich verschoben.

Zur Diskussion stehen mehrere alternative Modelle: Diskutiert werden einerseits wiederkehrende Beiträge, die in einzelnen Stadtteilen erhoben werden. Aus diesem Topf würden dann die Arbeiten im jeweiligen Stadtteil finanziert. Denkbar ist auch eine Erhöhung der Grundsteuer oder die Finanzierung aus dem regulären städtischen Haushalt.

Nicht betroffen ist von dem Moratorium die reguläre Straßenunterhaltung. Die Stadt hatte das Budget dafür unlängt von 714.000 Euro im vergangenen Jahr auf 818.000 Euro im Jahr 2018 angehoben. Im Gegensatz zu Sanierungsprojekten wird die Unterhaltung aus dem städtischen Haushalt finanziert.

Das seit längerem angekündigte Programm zur Straßenunterhaltung- und sanierung seht unterdessen kurz vor dem Abschluss. Laut Stadtsprecher Brinkmann soll es noch im April den Ortsräten vorgelegt werden.

Leinerandstraße muss nur zum Teil saniert werden

Bei der Untersuchung der teils maroden Leinerandstraße in Alt-Laatzen ist die Stadt inzwischen einen Schritt weiter. Den Gutachtern zufolge muss nur ein Teil der Straße grundlegend saniert werden, wie die Stadt jetzt bekannt gab. Im Bereich zwischen Tal- und August-Bebel-Straße reicht demzufolge eine Erneuerung der Fahrbahndecke aus, die um vier Zentimeter abgefräst und mit einer neuen Asphaltstragschicht versehen werden soll. Auch Regenwasserkanäle müssen erneuert werden. Die Gute Nachricht für die Anlieger: Die Arbeiten sind gebührenfinanziert, eine Umlage über Anliegerbeiträge wird ausgeschlossen.

Die Stadt will den Gehweg im südlichen Abschnitt der Leinerandstraße erneuern. Denkbar seien hier etwa Senkrechtparkplätze, heißt es im Rathaus. Quelle: Dorndorf

Anders ist die Situation im Abschnitt zwischen August-Bebel- und Heinrich-Spoerl-Straße, wo die Fahrbahn weder frostsicher noch tragfähig ist. „In Anbetracht der geltenden Regeln zur Ausführung von Bauarbeiten kann nicht lediglich eine Deckensanierung durchgeführt werden“, stellt die Verwaltung klar. Außerdem seien dort der Gehweg und die Nebenanlagen so beschädigt, dass sie erneuert werden müssten. Die Stadt will den Anliegern entgegenkommen: „Die Anregung, die Straße in ihrem Erscheinungsbild und ihrer Schlichtheit so zu belassen, wird Rechnung getragen“, heißt es. Dabei sei angedacht, die bisherigen Längsparkplätze zu Senkrechtparkplätzen umzugestalten oder einen Teil des Streifens zwischen Parkplätzen und Gehweg zu entsiegeln. Möglich sei auch, die Straße schmaler zu machen, so dass ein Teil der Leinerandwiese zugeschlagen werden könnte.

Teuer werden könnte die Entsorgung des bisherigen Baumaterials: Geotechnische und umweltgeologischen Untersuchungen haben laut Verwaltung ergeben, dass Polycyclische aromatische Kohlenwassserstoffe (PAK) verbaut wurden, die gesondert entsorgt werden müssen.

Von Johannes Dorndorf

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