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Nachrichten 111 Anzeigen gegen Schulschwänzer sind Höchstwert
Region Laatzen Nachrichten 111 Anzeigen gegen Schulschwänzer sind Höchstwert
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10:10 15.03.2018
Schon im Grundschulalter kann es losgehen, dass Kinder unentschuldigt dem Unterricht fernbleiben. Seit 2009 stimmen sich in Laatzen die Schulen und Behörden engmaschig ab, um Fehlzeiten zu erfassen und zu ahnden sowie Unterstützung anzubieten. Quelle: Symbolbild Jens Kalaene (dpa)
Laatzen

Wenn schulpflichtige Kinder dem Unterricht fernbleiben, kann das verschiedene Gründe haben: Die einen versuchen Leistungskontrollen zu vermeiden, andere scheuen Konflikte mit Lehrern oder Mitschülern oder aber sie lehnen die Schule als Ganzes ab. Um Schulabsentismus frühzeitig entgegenwirken, sind die Laatzener Schule und Behörden seit dem Jahr 2010 in engem Austausch. Jedes unentschuldigte Fehlen wird seitdem erfasst, weitergemeldet und geahndet. Was an der Statistik für 2017 auffällt: Während die Anzeigenzahl mit 111 einen neuen Höchststand aufweisen, sind die Fehltage stark zurückgegangen – auf 1669, den bisher zweitniedrigsten Wert.

Gelegentliches Schulschwänzen sei weit verbreitet, sagt Fachbereichsleiter Thomas Schrader in einer Mitteilung für den Fachausschuss für Kinder- und Jugendhilfeangelegenheiten. Empirischen Studien zufolge „vier bis sieben Prozent“ aller Schüler als Schulverweigerer einzustufen. 

In Laatzen gab es zuletzt sieben Dauerschwänzer, die jeweils mindest 50 Tage – insgesamt 565 – gegen die Schulpflicht verstoßen haben. Damit geht rund ein Drittel aller Fehlzeiten auf ihr Konto. In diesen Fällen helfe der Allgemeine Soziale Dienst der Stadt Laatzen, indem er Beratungsangebote sowie Kontakte zu Kinder- und Jugendpsychiatern vermittele und mit den jeweiligen Schulen Alternativen für die Betroffenen auslote, teilte Stadtsprecher Matthias Brinkmann auf Nachfrage mit. 

Die mit Abstand meisten der 1669 für Laatzen erfassten Fehltage sammelten zuletzt Hauptschüler: nämlich 750. Wegen des Verstoßes gegen die Schulpflicht gingen gegen sie 55 Anzeigen ein – jede zweite aller 111 Anzeigen. Ebenfalls viele Fehltage sammelten Berufsschüler (462), Realschüler (145) und Förderschüler (120) aus Laatzen.  

Im Gegensatz zum Gymnasium, von wo zuletzt nur eine Anzeige (8 Fehltage) kam, ist Schulschwänzen auch in Laatzens Grundschulen ein Thema: 14 Anzeigen gingen von dort ein, weil Kinder insgesamt 60 Tage unentschuldigt fehlten. Im Verhältnis ist ihr Anteil aber gering. In Laatzen gab es zuletzt rund 1500 Grundschüler, was etwa einem Drittel aller 4430 Laatzener Schüler – ohne Berufsschüler –  entspricht.

Zwar erhalten auch die Sorgeberechtigten schulschwänzender Grundschüler eine Mitteilung samt Anhörungsbogen, auf dem sie sich zu der Ordnungswidrigkeit äußern können, doch von der möglichen Geldbuße sind sie noch ausgenommen. Dies droht erst ab 14-Jährigen ohne ärztliche Atteste oder passenden Belege.

Insgesamt verteilen sich die 1669 Fehltage auf 79 Laatzener Schüler, was erneut einem Anstieg seit 2010 entspricht. Damals erhielten zwar nur 54 Jugendliche eine Anzeige, dafür aber insgesamt 106 und diese für 2375 Fehltage

Die Zahl der Fehltage ging 2017 deutlich zurück auf den zweitniedrigsten Wert seit der statistischen Erfassung. Nur 2015 waren es mit 1394 noch weniger.

Die Zusammenarbeit des Fachteams mit den Schulen habe sich deutlich verbessert, so der Stadtsprecher. Verstöße gegen die Schulpflicht würden schneller verfolgt. Im vergangen Jahr wurden 263-mal Familien angeschrieben, 153 Anhörungen durchgeführt und 124 Bußgeldbescheide verschickt. 

Die in Laatzen festgesetzten Bußgelder – für jeden unentschuldigten Fehltag müssen Jugendliche 5 Euro, ab dem 20. dann 10 Euro zahlen, ihre Sorgeberechtigten müssen noch einmal jeweils die Hälfte dazu zahlen (2,50 und 5 Euro) – summierten sich zuletzt auf 27.760 Euro. Tatsächlich gezahlt wurden davon wurde mit knapp 12.000 Euro etwas weniger als die Hälfte. 73-mal leitete die Stadt Fälle daher an das Jugendgericht weiter, weil das Bußgeld nicht gezahlt wurde. Das Gericht wiederum hat die Möglichkeit, nicht bezahltes Bußgeld in Sozialstunden umzuwandeln. 

Von Astrid Köhler

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