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00:16 11.02.2018
Die Grundschule Rethen hat wegen mehrere Abordnungen und Ausfällen von Lehrern Klassen zusammenlegen müssen. Nun sollen Vertretungskräfte den Engpass beheben. Quelle: Dorndorf
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Rethen

 Der für Niedersachsen prognostizierte Lehrermangel an Grundschulen hat jetzt zumindest zeitweise auch die Grundschule Rethen getroffen: Weil an anderen Schulen Lehrer fehlen, musste die Schule im laufenden Schuljahr mehrere Kollegen abordnen. Dann fielen jedoch eigene Lehrkräfte aus, so dass es zum Engpass kam, Fachunterricht ausfiel und Klassen zusammengelegt wurden. Die Eltern haben sich jetzt in einem Brief an die Landesschulbehörde über die Situation beschwert.

„Wie an allen Grundschulen haben wir in Rethen mit Lehrermangel zu kämpfen“, sagt die Schulelternratsvorsitzende Katrin Benke. Angefangen hätten die Probleme im ersten Halbjahres des Schuljahres: Nach den Sommerferien musste die Schule zwei Kollegen an andere Schulen abordnen. Die damals eigentlich angedachten vier Klassen im ersten Jahrgang seien im gleichen Zug auf drei reduziert worden – mit entsprechend größeren Klassenstärken. „Eine erste Klasse mit 26 Kindern zu unterrichten, ist schon eine Hausnummer“, findet Benke. 

Richtig eng wurde es dann, als parallel zur den Abordnungen zwei Lehrer der Grundschule wegen Krankheit und Schwangerschaft ausfielen. Die Schule habe die vier Klassen des vierten Jahrgangs zu drei Klassen zusammengelegt, berichten die Eltern. „Das wirkt sich unmittelbar negativ auf die Qualität des Unterrichts aus“, befürchten die Eltern. Hinzu komme, dass in Jahrgang vier wichtige Elterngespräche und Beurteilungen für die weiterführenden Schulen anstünden.

Ende Januar wurde dann bekannt, dass zum Halbjahreswechsel zwar eine abgeordnete Lehrkraft an die Schule zurückkehre, zugleich jedoch weitere Lehrer trotz der Ausfälle neu abgeordnet wurden. Bei einem Informationsabend am Montag vergangener Woche verschafften die Eltern dann ihrem Unmut Luft: Das Konzept der Schule sah zwar vor, Kernfächer wie Deutsch, Englisch und Sachkunde voll zu unterrichten, aber Fächer wie Musik und Sport teils ausfielen. „In der ersten Klasse zum Beispiel sollte es eine Pausenhofbetreuung geben“, berichtet eine Mutter. Unterm Strich fehlten der Schule 40 Lehrerstunden.

Sei es aufgrund der Proteste oder der Bemühungen der Schulleitung – inzwischen scheint sich die Lage zu bessern: Wie die Landesschulbehörde auf Anfrage erläutert, habe zum Halbjahresbeginn eine Vertretungskraft an der Schule angefangen. „Damit können nun nahezu alle Fächer abgedeckt werden“, sagt Behördensprecherin Bianca Schöneich. Darüber hinaus sei eine weitere Vertretungskraft bewilligt worden. „Wir haben die begründete Hoffnung, dass die Schule auch für die zweite ausgefallene Lehrkraft eine Vertretung findet.“ Damit wäre der Notfallplan der Schule komplett hinfällig.

Auch die Zusammenlegung der vierten Klassen wurde inzwischen zurückgenommen, sagt Schöneich – und betont, dass die Engässe nicht auf die Abordnungen, sondern auf die Lehrerausfälle zurückzuführen sei. Intern hat die Behörde auch darauf verwiesen, dass die Zusammenlegung über den 1. Februar hinaus nicht erlasskonform gewesen wäre.

Grundsätzlich sei die Grundschule Rethen gut mit Lehrerstunden versorgt, betont man bei der Landesschulbehörde. „Der Pflichtunterricht laut Stundentafel kann aufgrund der zugewiesenen Stunden erteilt werden“, sagt Schöneich und erläutert die Gründe für die Abordnungen: „Die Grundschule war zu Beginn des Schuljahres mit Lehrkräften überversorgt, so dass Abordnungen an andere, weniger gut versorgte Schulen erforderlich wurden.“ Eine Rücknahme der Abordnungen sei nicht möglich gewesen: Die Lehrkräfte seien bis Schuljahresende fest im Stundenplan der anderen Schule eingeplant.

Die Schulelternratsvorsitzende Katrin Benke kann die Argumentation nicht nachvollziehen: „Es wäre sinnvoller gewesen, wenn die Lehrer an ihren Stammschulen zu lassen und die Vertretungskräfte an den suchenden Schulen einzusetzen.“

Von Johannes Dorndorf

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