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Auf der Wiese des Stümpelhofs entstehen derzeit Mehrfamilienhäuser. Der Ortsrat sorgt sich nun darum, ob sich auch für die Hofgebäude selbst eine Nachnutzung findet.

Auf der Wiese des Stümpelhofs entstehen derzeit Mehrfamilienhäuser. Der Ortsrat sorgt sich nun darum, ob sich auch für die Hofgebäude selbst eine Nachnutzung findet.
© Dorndorf

Ingeln-Oesselse

Ortsrat fühlt sich bei Stümpelhof übergangen

Die Stümpelhof-Bebauung am Eichengrund hat jetzt für Ärger im Ortsrat geführt. Dessen Mitglieder sind sauer auf die Stadtverwaltung, weil diese den Vertrag mit dem Investor ohne Wissen der Politiker abgeschlossen hat.

Ingeln-Oesselse.  Es tut sich endlich was am Eichengrund: Seit zwei Wochen rollen die Lastwagen auf der Wiese des Stümpelhof-Geländes, um das Fundament für die geplanten drei Mehrfamilienhäuser vorzubereiten und zu gießen. Entstehen sollen dort 26 barrierefreie Wohnungen mit Größen zwischen 64,5 und 104 Quadratmetern – ein Projekt, auf das in Ingeln-Oesselse viele gewartet haben.

Im Ortsrat war der Ärger am Donnerstagabend dennoch groß. Die Politiker fühlen sich bei der Planung übergangen. Am 20. Oktober hatte die Stadt mit dem Investor Beste Bau einen städtebaulichen Vertrag abgeschlossen – ohne Wissen des Ortsrats. „Wir haben davon aus der Zeitung erfahren“, wunderte sich SPD-Fraktionschef Michael Riedel. Seiner Ansicht nach hätte der Ortsrat vorher konsultiert werden müssen um sicher zu stellen, dass die Interessen der Bürger vor Ort berücksichtigt werden. 

Dabei geht es Riedel insbesondere um das übrige Hofensemble, für das die Pläne noch nicht fertiggestellt sind. „Ich habe die große Befürchtung, dass die Neubauten durchgezogen werden und wir anschließend das Ensemble da stehen haben und nichts mehr passiert“, sagte Riedel. Mahnendes Beispiel sei das Baugebiet am Alt-Laatzener Flebbehof, wo zuletzt der Mieter für das denkmalgeschützte Fachwerkgebäude abgesprungen sei. „Wir stehen jetzt doof da vor allen anderen“, ergänzte SPD-Ortsratsmitglied Thomas Kasten. „Es kann sein, dass der Investor sagt: Ich habe ja jetzt meine Häuser da und meine Schäfchen im Trockenen – und dann stehen wir da.“

Bau-Fachbereichsleiter Jürgen Pagels erläuterte, dass Beste Bau vertraglich verpflichtet sei, den Stümpelhof denkmalgerecht uumzubauen und zu einer „ambulant betreuten Wohngemeinschaft für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz sowie zu einer Tagespflege unter Verwaltung des DKR zu machen“.  CDU-Ortsratsmitglied Manfred Looß wollte daraufhin wissen, welche Konventionalstrafen vereinbart worden seien, wurde damit aber auf den nichtöffentlichen Teil der Sitzung vertröstet. Ortsbürgermeister Heinrich Hennies erläuterte nach einem Telefonat mit dem Investor, dass das Hofensemble eine Tagespflege eingerichtet wird –mit einer Wohngemeinschaft für elf Personen sowie 14 Mikro-Wohnungen. Anstelle der bisherigen Scheune auf der Westseite würden Parkplätze angelegt. Auch werde darauf Wert gelegt, dass ein vom DRK betriebener Gemeinschaftsraum entstehe. „Ich denke, dass der öffentlich genutzt werden kann“.

Über letzteres zeigte sich Wolfang Zingler (Grüne) irritiert. „Es war immer die Idee, dass der Raum öffentlich genutzt werden muss.“ Auch er protestierte dagegen, dass die Stadtverwaltung am Ortsrat vorbei agiert habe.

Eigentlich hatten die Ortsratsmitglieder gehofft, die Pläne bei der Sitzung von Beste-Bau-Geschäftsführer Dirk Berkefeld vorgestellt zu bekommen. Der habe jedoch abgesagt, gab Hennies bekannt. Er hoffe, dass Berkefeld bei der nächsten Sitzung kommen könne.

Für Riedel ist der Vorgang symptomatisch für das aktuelle Verhältnis zwischen Politik und Rathaus: „Eine enge Zusammenarbeit zwischen Politik und Verwaltung ist zurzeit nicht gegeben.“

Von Johannes Dorndorf


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