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Wo derzeit noch Pferde auf einer Weide grasen, soll ab Mitte 2019 das Kehrgleis für die Stadtbahnlinie 2 in Gleidingen-Nord entstehen.

Wo derzeit noch Pferde auf einer Weide grasen, soll ab Mitte 2019 das Kehrgleis für die Stadtbahnlinie 2 in Gleidingen-Nord entstehen.
© Torsten Lippelt

Gleidingen

Ortsräte stimmen für Kehrgleis in Gleidingen-Nord

Der Standort ist klar: Das neue Kehrgleis der künftig längeren Stadtbahnlinie 2 soll in Gleidingen-Nord als Provisorium an der Buswendeschleife entstehen. Wie zuvor der Regionsausschuss haben am Montag zwei Ortsräte dem Ausbauvorhaben in Rethen und der Variantenbetrachtung für Gleidingen zugestimmt.

Gleidingen.  Zur öffentlichen Vorstellung der Pläne für das nach Gleidingen verlagerte Kehrgleis sowie die Hochbahnsteige in Rethen waren am Montag rund 30 Zuhörer zur gemeinsamen Sitzung der beiden Ortsräte gekommen. Der neue Infra-Geschäftsführer Christian Weske erläuterte die Pläne und beantwortet zahlreiche Fragen von Zuhörern.

Entstehen solle das Kehrgleis auf einer Wiese westlich der Hildesheimer Straße unmittelbar neben dem Buswendeplatz, erkärte Weske, der sich auch auf die Vorlage bezog, die bereits von den Regionsgremien beschlossen worden ist. Der Ein- und Ausstieg von Fahrgästen ist dort nicht vorgesehen. Die 15 Meter lange Umsteigeplattform ist nur für die Fahrer der Stadtbahnen gedacht. Ein provisorischer Hochbahnsteig, wie von Bürgern angeregt, treibe die Kosten in die Höhe, weshalb er nicht vorgesehen ist.

Quelle: HAZ

Die gesamte Anlage sei bewusst als Provisorium geplant, um die künftig bis Rethen-Galgenberg fahrende Stadtbahnlinie 2 möglichst schnell barrierefrei zu bekommen, betonte Weske. Ob das Kehrgleis in Gleidingen eines Tages zurückgebaut oder aber ausgebaut und mit einem vollwertigen Hochbahnsteig versehen werde, sei von Entscheidungen abhängig, die erst in einigen Jahren getroffen würden. „Wir wissen nicht, ob die Linie 1 langfristig nach Sarstedt fährt oder die Linie verkürzt wird“, sagte Weske. Der Vertrag mit dem Landkreis Hildesheim, der unter anderem die Mittel für den Bau von Hochbahnsteigen auf seinem Gebiet bereit stellen müsste, sei noch bis 2027 gültig. Das Provisorium in Gleidingen Nord sei deutlich günstiger als am urprünglichen Standort an der Haltestelle Rethen-Galgenberg. 

Warum denn nicht wenigstens ein Hochbahnsteig in Gleidingen gebaut werde, wollte eine Zuhörerin wissen. Noch sei unklar, wo in Gleidingen überhaupt Hochbahnsteige gebaut werden können, die für den geplanten Einsatz der trittstufenlosen neuen Stadtbahnen des Typs TW 3000 zwingend erforderlich sind, erkärte Weske. Eine möglichst gerade 100 Meter lange Strecke zu finden sei weniger prolematisch – wohl aber die Breite. Die Haltestelle Thorstraße gilt als planerische Herausforderung. „Es kann passieren, dass man nur zwei Hochbahnsteige in Gleidingen bauen kann“, so Weske. Diese müssten für die optimale Erschließung des Ortes anders liegen, als wenn es drei Hochbahnsteige gibt. Das wiederum wirkt sich auf das von der Stadt Laatzen geforderten Linienendpunkt mit Kehrgleis in Gleidingen-Süd aus. 

Infra-Geschäftsführer Christian Weske stellt in der gemeinsamen Sitzung der Ortsräte Gleidingen und Rethen den Plan für das provisorische Keh

Infra-Geschäftsführer Christian Weske stellt in der gemeinsamen Sitzung der Ortsräte Gleidingen und Rethen den Plan für das provisorische Kehrgleis der Stadtbahnlinie 2 in Gleidingen-Nord vor.

Quelle: Astrid Köhler

Zu den weiteren offenen Fragen und Entscheidungen, die auch die Zuhörer ansprachen, gehören die künftige Streckenführung und Anbindung des 390er Busses aus Sehnde, die Entwicklung im Neubaugebiet Am Erdbeerhof sowie der Nahverkehrsplan 2020.

„Wir wollen eine deutliche Verbesserung für Gleidingen“, sagte Stadtbaurat Axel Grüning kurz vor der Abstimmung. Allen sei bewusst, dass der Ort wachse. Deshalb hat die Stadt Laatzen auch ihre Forderung gegenüber der Region deutlich gemacht, die Stadtbahnline 2 langfristig bis Gleidingen-Süd fahren zu lassen. Zum jetztigen Zeitpunkt sei es aber wichtig das Kehrgleis als Provisorium zu bauen, um die weitere Entwicklungen abzuwarten, um sich nicht zu verbauen.

Die Ortsräte Gleidingen und Rethen stimmten der Durchführung einer Varientenbetrachtung für den barrierefreien Ausbau auf der Stadtbahnstrecke in Gleidingen einhellig zu; ebenso dem Ausbauvorhaben und der Einleitung des Planfestellungsvefahren für die drei geplanten Hochbahnsteige in Rethen. 

Der Finanzierungsantrag für die Anlage am Rethener Galgenbergweg und das Kehrgleis in Gleidingen soll im Mai gestellt werden, so Weske. Ziel sei es nach dem entsprechenden Planfeststellungsbeschluss Mitte 2019 mit dem Bau zu beginnen. Die Fertigstellung dort sei frühstens 2020 möglich – der Rückbau der Rethener Schleife und der Ausbau der Haltestelle Pattenser Straße erfolgen im Anschluss.

Von Astrid Köhler


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