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Region Laatzen Nachrichten Nach Aldi-Einsturz: Sind auch andere Gebäude gefährdet?
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13:51 27.08.2018
Anfällige Konstruktion: Die Dachbinder des in Grasdorf eingestürzten Aldi-Markts bestanden aus dünnen Hölzern, die mit Nagelplatten verbunden waren. Quelle: Dorndorf
Laatzen/Grasdorf

Die staatsanwaltlichen Ermittlungen zum Aldi-Einsturz im vergangenen Jahr in Grasdorf hatten jetzt ein politisches Nachspiel: Die Gemeinschaft Freier Wähler (GFW) im Laatzener Ortsrat wollten von der Stadtverwaltung wissen, ob die umstrittene Dachkonstruktion wie beim Aldi-Markt auch in anderen Laatzener Gebäuden verbaut wurde. Konkret geht es um Dächer mit sogenannten Nagelplattenbindern – oftmals filigranen Balkenkonstruktionen, die statisch zwar rechnerisch halten müssten, aber immer wieder fehlerhaft ausgeführt werden.

GFW-Ortsratsherr Rainer Picht verweist auf verschiedene Berichte, die die Probleme Nagelplattenbinder thematisieren. Beim Grasdorfer Aldi-Einsturz hatte die Staatsanwaltschaft Hannover zudem ermittelt, dass schon bei der Planung und Errichtung Verstöße vorlagen, so dass das Aldi-Dach seit dem Bau jederzeit hätte einstürzen können. Die GFW wollte nun wissen, wie viele Laatzener Dächer mit Nagelplattenbindern konstruiert sind und ob die städtische Bauaufsicht den Grasdorfer Aldi-Markt nicht hätte kontrollieren müssen.

Genaue Zahlen kann die Verwaltung nach eigenen Angaben nicht nennen. „Die Anzahl der Dächer in Laatzen, die mit Nagelplattenbindern erreichten wurden, kann, wenn überhaupt, nur mit sehr hohem Aufwand ermittelt werden“, heißt es im Rathaus. Denn Dachkonstruktionen würden in Bauantragsunterlagen zwar dargestellt, „diese Darstellung muss jedoch nicht mit der tatsächlichen Ausführung übereinstimmen“: Die genaue Konstruktion werde erst nach Genehmigung im Zuge der Ausführungsplanung festgelegt. Um die Zahl zu ermitteln, müssten die Mitarbeiter zudem die Bauakten einzeln durchsehen. Ganz außen vor blieben ohnehin Einfamilienhäuser, wo keine bautechnischen Nachweise beigefügt werden müssten.

Im Fall des Grasdorfer Aldi-Einsturzes verweist die Stadt auf den Landkreis Hannover, der als beim Bau zuständige Behörde den Bau genehmigt und abgenommen habe. Auflagen, die Konstruktion regelmäßig zu überprüfen, habe es wegen der geringen Größe des Marktes nicht gegeben.

Gefragt hat die GFW auch nach dem früheren Aldi-Markt an der Ahornstraße, den die Stadt derzeit in eine Kindertagesstätte umbauen lässt. Die Verwaltung sieht dort keinerlei Gefahr: Das Dach sei aus Stahlträgern konstruiert, Nagelplatten seien nicht eingebaut.

Von Johannes Dorndorf

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