Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten McAllister fordert sichere EU-Außengrenzen 
Region Laatzen Nachrichten McAllister fordert sichere EU-Außengrenzen 
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 12.02.2018
Der Europaabgeordnete David McAllister spricht am Donnerstag vor mehr als 150 Zuhörern, vornehmlich Gymnasiasten, im Erich-Kästner-Schulzentrum über Europas Grenzen und die gemeinsame EU-Außen- und Sicherheitspolitik. Quelle: Torsten Lippelt
Anzeige
Laatzen-Mitte

 Der Europaabgeordnete und frühere Niedersächsische Ministerpräsident David McAllister hat am Donnerstag das Erich-Kästner-Schulzentrum (EKS) besucht. Auf Einladung des Gymnasiums sprach er vor rund 150 Zuhörern, vornehmlich Oberstufenschülern, über Europas Grenzen. Es war bereits der zweite Vortrag in dieser Woche zu dem Thema. Am Dienstag hatte der Dokumentarfotograf und Aktivist Fabian Melber vor einer gleichgroßen Zahl an Zuhörern über den Einsatz der Hilfsorganisation Sea Watch berichtet, die im Mittelmeer Flüchtlinge aus Seenot rettet.

Beide Referenten unterschieden sich sowohl in ihrer Präsentation als auch den Argumenten und abschließenden Diskussion. Melber habe viele Fotos gezeigt, die er auf der Sea-Watch-3 bei Rettungsmissionen für Bootsflüchtlinge aufgenommen hatte, erklärte der EKG-Fachobmann für Politik und Wirtschaft, Michael Busch, der beide Abende moderierte: „Daher drehten sich die Fragen eher konkret um die Situation vor Ort auf der Sea Watch.“ Bei dem Europaabgeordneten McAllister hingegen standen die Worte im Vordergrund und auch die unterschieden sich deutlich von denen des Aktivisten. So kritisierte der Aktivist Melber beispielsweise, dass die libysche Küstenwache Sea Watch mit Waffengewalt am Retten von Menschen aus dem Wasser hinderte, berichtet Busch. David McAllister hingegen äußerte sich in seinem Vortrag über gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU positiv über die libyschen Küstenwache und verteidigte deren Unterstützung durch die Europäische Union. Die Küstenwache verhindere, dass Schleuser Flüchtlinge aufs Mittelmeer hinausbrächten.

Eine Schnittmenge gab es dennoch. So forderten beide Redner sichere und legale Zugangswege für Schutzbedürftige in die EU und ein schnelles Ende des massenhaften Sterbens auf dem Mittelmeer. 5000 Menschen fanden dort 2016 den Tod, im Folgejahr waren es noch immer 3000, berichtete McAllister. Der CDU-Politiker nannte noch eine weitere Zahl: „Regierungsorganisationen und Nichtregierungsorganisationen wie Sea Watch haben in den letzten Jahren mehr als 400.000 Menschenleben gerettet.“

Der Kampf gegen kriminelle Schleuser sei ebenso wichtig, wie die Unterscheidung von Kriegs- und Wirtschaftsflüchtlingen, eine Kooperation mit den Herkunfts- und Transitländern und die Bekämpfung der Fluchtursachen. Wenn sich die wirtschaftliche Situation und die allgemeine Lebensperspektive in den Heimatländern von Flüchtlingen verbessern, gibt es auch weniger Zuwanderung nach Europa, so McAllister. Er verwies dabei auf die finanzielle Unterstützung der G5-Staaten der Sahelzone, zu denen Mauertanien, Mali, Niger, Burkina Faso und der Tschad gehören. 50 Millionen Euro hat die Europäische Union der Organisation zugesichert, um dem islamistischen Terrorismus entgegen zu wirken.

McAllister sprach sich auch für den weiteren Ausbau der Europäischen Agentur für die Grenz- und Küstenwache Frontex aus: „Nur das effektive Sichern der europäischen Außengrenzen garantiert unsere Vision vom grenzenlosen Europa!“

Nach einigen Fragen aus dem Auditorium zur Europapolitik allgemein, zum Verhältnis zu den USA und zum neuen Koalitionsvertrag von SPD und CDU, gab der Europaabgeordnete den Schülern als grenzüberschreitenden Ratschlag ein Zitat von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mit auf den Weg: „Werdet niemals Nationalisten! Das führt am Ende immer nur zu Krieg und Untergang!“

Von Torsten Lippelt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Nachrichten Politischer Aschermittwoch in Laatzen - Die Laatzener SPD nimmt’s mit Humor

Trotz GroKo-Debatte, Zoff um Ministerposten und Kritik aus den eigenen Reihen: Die SPD behält ihren Humor. Für Mittwoch, 14. Februar, lädt der Ortsverein Laatzen ab 19 Uhr zum politischen Aschermittwoch in das Erich-Kästner-Schulzentrum ein. Festredner ist der ehemalige Staatssekretär Michael Rüter.

12.02.2018

Hatte der Austritt des GFW-Ratsherrn Uwe Faull aus der Fraktion auch finanzielle Gründe? Tatsächlich sind den Mitgliedern durch das Zusammengehen mit der rot-rot-grünen Mehrheitsgruppe im Dezember Aufwandsentschädigungen entgangen. 

12.02.2018

Eigentlich sollte der alte Hennies-Hof in Ingeln-Oesselse schon komplett abgerissen und die Fläche für den Neubau von sieben Häusern geebnet sein. Weil die Energie- und Wasserversorgung aber wegen eines Missverständnisses zu spät abgemeldet wurde, kann erst Mitte Februar weiter gearbeitet werden.

12.02.2018
Anzeige