Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Stadt tritt dem Netzwerk „Zuhause sicher“ bei
Region Laatzen Nachrichten Stadt tritt dem Netzwerk „Zuhause sicher“ bei
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:15 26.12.2017
Netzwerk "Sicher Zuhause": Michael Nickel von der PD Hannover (Zweiter von rechts) erläutert Bürgermeister Jürgen Köhne (2. von links) das Formular für Haus-Checks. Quelle: Astrid Köhler
Laatzen

 Wer ein Haus baut oder seine Wohnung  saniert, macht sich über vieles Gedanken. Die Sicherheit steht dabei nicht unbedingt an oberster Stelle. Dabei ließe sich mancher Einbruch erschweren und oft auch verhindern, wenn Immobilienbesitzer mehr Wert auf den Einbau entsprechender Fenster, Schlösser oder anderer technischer Sicherungsmöglichkeiten legen würde. Das sagen die Akteure des Netzwerks „Sicher Zuhause“, zu dem seit dieser Woche auch offiziell die Stadt Laatzen gehört. 

Immer wieder werde die Stadt in Wellen von Einbrechern heimgesucht, sagte Bürgermeister Jürgen Köhne bei dem Treffen mit Netzwerkvertretern, darunter Mitarbeiter des technischen Dezernates der Polizeidirektion Hannover sowie Laatzens Kommissariatsleiter Ludger Westermann. „Man kann aber nicht neben jedes Haus einen Menschen vom Sicherheitsdienst stellen. Die Leute müssen selbst etwas tun“, so Köhne. Die Stadt wolle mit ihrem vom Rat beschlossenen Beitritt zum Netzwerk auf das Thema Einbruchssicherung aufmerksam machen, es auf allen Ebenen mitdenken und bei Bürgern dafür werben, dass es sich lohnt, sich von Fachleuten beraten zu lassen. 

„Für uns als Polizei ist es wichtig, früh mit Menschen in Kontakt zu kommen, nicht erst nach einem Einbruch“, betont Polizeihauptkommissar Michael Nickel der mit vier weiteren Kollegen im Bereich technische Prävention arbeitet und auch berät. Dass die Stadt Laatze Interesse und Verständnis sei wichtig, zumal diese über ihr Bauamt in direkten Kontakt mit Architekten und Bauherren und über das Bürgeramt mit den Menschen in Laatzen im Gespräch ist.

Der Einbruchsdiebstahl sei seit Jahren ein Schwerpunkt der polizeilichen Ermittlungs- und Prävntionsarbeit, betont Monika Taut, die stellvertretende Leiterin des technischen Dezernats 11 der Polizeidirektion (PD) Hannover. Zwar habe es beim Wohnungsdiebstahl „schon deutlich schlechtere Jahre gegeben“, gleichwohl wurden im vergangenen Jahr im Bereich der PD 2937 Einbrüche gezählt – bei knapp jedem zweiten blieb es beim Versuch. Verglichen mit dem negativen Rekordjahr 2013 als 3606 vesuchte oder vollendete Einbrüche, erfasst wurden – darunter auch viele Tatserien – ist dies zwar ein deutlicher Rückgang. Gleichwohl lag die Aufklärungsquote mit zuletzt 23 Prozent weiterhin eher niedrig. Nicht ohne Grund werden Einbrüche – zumal von professionellen Banden, in verkehrsgünstig liegenden Regionen wie Hannover geplant und mitunter ohne Zeugen vollendet – als „aufklärungsungünstige Delikten“ bezeichnet.

Ähnlich ist die Situation in Laatzen, das zum Bereich der Polizeiinspektion (PI) Süd gehört. Der Wohnungseinbruch beschäftige die Polizei dort sehr stark, sagt der Laatzener Kommissariatsleiter Ludger Westerman. Nach dem gleichfalls negativen Spitzenjahr 2013 mit 156 gemeldeten Einbrüchen, ging die Zahl der Delikte zwar auf weniger als die Hälfte zurück (74 im Jahr 2015), stieg aber zuletzt wieder leicht an. 2016 wurden 85 vollendete oder versuchte Einbrüche allein in Laatzen gezählt.

Der beste Schutz seien noch immer eine gute Vorsorge, zu der neben umsichtigen Verhalten von Hausbewohnern die technische Ausstattung gehört. Die Experten der Polizei wissen, worauf es in und am Haus ankommt – und sie können geeignete Maßnahmen empfehlen. Normalerweise würde zwar weder sie noch die Kommune Immobilienbesitzern einzelne Firmen nennen, doch über das Netzwerk Zuhause sicher bietet andere Möglichkeiten. Der Grund: Es arbeitet mit ausgewählte Meister-Handwerksbetriebe zusammen, die strenge Voraussetzungen erfüllen und dem bundeseinheitliche Pflichtenkatalog gerecht werden müssen. So haben die Betriebe nachzuweisen, dass ihre Mitarbeiter bestimmte Lehrgänge besucht haben, außerdem dürfen sie keine Vorbestraften beschäftigen. In der Summe garantiert das das nötige Maß an Neutralität, Qualitätsstandarts und Vergleichbarkeit. Allein zum Netzwerk in Hannover gehören 38 Betriebe, darunter Architekten, Glaser, Tischler und andere Gewerke.

Wenn die Wohnungen oder Häuser nach einer Begehung mit der Polizei und entsprechenden Nachrüstung durch Handwerksbetriebe sicherheitstechnisch auf den aktuellen Stand gebracht sind, kontrolliert die Polizei dies. Nur wenn alle Maßnahmen bis zum letzten Schritt umgesetzt sind, würden auch die begehrte Plakette ausgehändig, betont Nickel: „Das ist keine Streuware wie ,Wachsamer Nachbar’.“

Von der an Fenstern oder Türen anzubringenden Aufkleber verspricht sich die Polizei einen zusätzlichen Abschreckungseffekt. Täter überlegten sich zweimal, ob sie in ein nachweislich gut gesichertes Haus einbrechen, denn dies erfordert mehr Zeit, und die haben Einbrecher in der Regel nicht. „Die wollen normalerweise schnell rein und auch wieder raus“, erklärt Monika Taut. Dass die sogenannte Versuchsquote im Bereich der PD Hannover mit 46,31 Prozent den höchsten Stand seit der Erfassung der Daten erreicht hat, führt die Behördenvertreterin auch auf die intensive Präventionsarbeit der letzten Jahre zurück. 1717 Beratungen wurden allein in diesem Jahr durchgeführt und 312 Plaketten an Bürger übergeben.

Der Einbruchsschutz kann teuer sein, muss es aber nicht. Nach Einschätzung der Polizei bewegen sich die Kosten für die Nachrüstung von Wohnungen und Häusern zwischen 600 und 18 000 Euro. Der Durchschnittswert liege erfahrungsgemäß bei etwa 3500 Euro.

Informationen und Beratungstermine

Wer seine Wohnung oder sein Haus von Experten der Polizei auf mögliche Sicherheits-Schwachstellen überprüfen lassen und sich Maßnahmen empfehlen lassen will, muss zunächst einen Informationsabend besuche, um sich mit allgemeine Fragen und technischen Begriffen wie der Pilzkopfverriegelung vertraut zu machen. Die Infoabende werden von der Polizei regelmäßig an wechselnden Orten in Hannover oder dem Umland angeboten. Anschließend können auch individuelle Beratungstermine vereinbart werden. Diese dauert etwa zwei Stunden und sind ebenfalls kostenlos. Zum Abschluss erhält der Immobilienbesitzer einen Überblick zu den empfohlenen Maßnahmen in Form eines Protokollbogens. 

Wer den allgemeinen Informationsabend bereits besucht hat, muss in der Regel nicht länger als zwei Wochen auf einen Vor-Ort-Termin  warten, heißt es. Termine und weitere Informationen gibt es unter der Rufnummer (0511) 1091114 oder nach einer Email an  tech-praevention@pd-h.polizei.niedersachsen.de.

Von Astrid Köhler

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Kinder aus bedürftigen Familien haben in der Adventszeit ihre Wünsche auf selbstgebastelte Sterne geschrieben, die sodann an einen Baum bei der Deutschen Rentenversicherung gehängt wurden. Nach und nach haben Spender alle 190 Wünsche von dort erfüllt. Die Geschenke sind nun auf dem Weg zu den Kindern.

22.12.2017

Während sich Bund und Land über ausgeglichene Haushalte freuen können, verschulden sich Städte wie Laatzen immer höher. Die Laatzener SPD will nun ihre Partei dazu anhalten, die Finanzverteilung gerechter zu gestalten. 

19.12.2017

Die Laatzenerin Inge Abraham hat in den Maschwiesen eine Eule gefunden, die sich in einem Stacheldrahtzaun verfangen hatte. Das Tier wurde zwar in die TiHo gebracht, musste aber eingeschläfert werden. Nun will Abraham sich für ein Verbot von Stacheldraht in dem Landschaftsschutzgebiet einsetzen.

Thomas Böger 22.12.2017