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Region Laatzen Nachrichten Ist dieser Weg für Radfahrer zu gefährlich?
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19:08 09.10.2018
Der Fußweg zwischen Kastanienweg und AES wird von vielen Fahrradfahrern genutzt - bislang illegal. Jetzt will die Stadt dies erlauben. Quelle: Dorndorf
Laatzen-Mitte

Vor allem für Schüler ist er ein wichtiger Verbindungsweg: Wer aus dem Bereich Erdbeerfeld und Heidfeld-Friedhof zur Albert-Einstein-Schule und zum Wohngebiet am Heidfeld gelangen will, nimmt am besten den schmalen Verbindungsweg, der vom Kastanienweg am AES-Sportplatz entlang zur Sporthalle der Schule führt. Vor allem morgens ist der Weg gut frequentiert. Allerdings kommt es hier bislang zu etlichen Regelverstößen: Obwohl der Weg nur für Fußgänger freigegeben ist, nutzen ihn auch viele Radfahrer.

Bis voraussichtlich Ende November will die Stadt auch den Verbindungsweg vom AES-Gelände zum Kastanienweg und Friedhof Im Heidfeld für Fahrradfahrer freigegeben. Quelle: Quelle: Googlemaps Grafik:HAZ/NP

Der Laatzener Lothar Clemens stört sich erheblich an dem Zustand. „Ich bin hier schon vier Mal angefahren worden“, sagt der 80-Jährige, der den Verbindungsweg häufig benutzt – sei es, um zum Einkaufen zu gelangen oder zum Friedhof zu gehen. Das Problem ist aus seiner Sicht die bislang unklare Regelung. Viele wüssten offenbar nicht, dass das Radfahren hier verboten ist, oder sie ignorierten es einfach. Und dies, obwohl der Weg an einer Stelle eine Knick macht, so dass der Gegenverkehr erst spät sichtbar ist. Er habe mitbekommen, dass es bereits mehrere Unfälle gegeben hat – und fordert die Behörden zum Handeln auf. Entweder es würden Spuren markiert, der Weg verbreitert oder Stadt und Polizei sorgen für eine Beschilderung und Kontrollen. „Muss sich erst jemand die Knochen brechen?“, fragt Clemens.

„Wir hatten die Stelle vor der Beschwerde nicht auf dem Schirm“, räumt Stadtsprecher Matthias Brinkmann auf Nachfrage ein. Deshalb sei der Bereich jetzt von den städtischen Mitarbeitern und der Polizei auf mögliche Gefahren und Verstöße hin überprüft werden. Und die sind tatsächlich happig: Dreimal haben Beamte des Laatzener Kommissariats den Bereich morgens vor Schulbeginn 25 Minuten lang beobachtet. Das Ergebnis fasst Gordon Hartmann, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes zusammen: In dem Zeitraum hätten jeweils zwischen 61 und 107 Radfahrer sowie zwischen 55 und 107 Fußgänger die Stelle passiert. Die meisten davon seien Schüler gewesen. Zu gefährlichen Situationen sei es jedoch an keinem der drei Tage gekommen.

Abschnitt ist kein Unfallschwerpunkt

Auch gelte der Abschnitt nicht als Unfallschwerpunkt: 2017 und 2018 wurden dort laut Polizei drei Unfälle aufgenommen. In zwei Fällen kam es zu Kollisionen von jeweils zwei Radfahrern, die sich leichte Verletzungen zuzogen. Im dritten Fall stürzte eine alkoholisierte Radfahrerin ohne Fremdeinwirkung. „In keinem der Fälle gab es einen Zusammenstoß zwischen einem Radfahrer und einem Fußgänger“, sagt Hartmann.

Polizei und Stadtverwaltung haben sich vor diesem Hintergrund inzwischen abgestimmt, wie weiter zu verfahren ist. Das Ergebnis dürfte Clemens kaum freuen: „Würde man den Schülerstrom umleiten, wäre der Umweg zu groß und weitaus gefährlicher“, fasst Stadtsprecher Brinkmann die Diskussion zusammen. Schließlich müssten Schüler dann teilweise auf die Radwege an der viel befahrenen Erich-Panitz-Straße ausweichen. Auf der anderen Seite sei der Weg mit fast drei Metern breit genug, um auch für Radfahrer freigegeben zu werden. Entsprechende Schilder seien bereits bestellt und sollen laut Stadt „in vier bis sechs Wochen“ aufgestellt werden. Eine Abtrennung von Fahrspuren mit Linien ist nicht geplant.

Von Johannes Dorndorf

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