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Region Laatzen Nachrichten Im Mastbruchholz verdichtet sich Geschichte
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13:29 13.07.2018
An der Informationstafel startet die Tour durch das Mastbruchholz. Quelle: Schunk
Laatzen-Mitte

Im Grunde genommen sind es nur wenige Hundert Meter, die sich der Weg durch den Wald schlängelt. Eine kurze Strecke, die für den unbedachten, flüchtigen Spaziergänger wenig Überraschendes bereit hält. Ganz anders lässt sich das Laatzener Mastbruchholz, dieser winzige Restbestand eines sich einst über weite Teile Europas erstreckenden Waldes, erleben, wenn man es gemeinsam mit Manfred Vogel, Michael Schilmover und Hannelore Seipp von der Lokalen Agenda21-Gruppe Laatzen durchstreift. Vor 15 Jahren hat die Gruppe den Natur- und Geschichtspfad Mastbruchholz angelegt. Einer Führung anlässlich dieses Geburtstages schlossen sich am Mittwoch rund 20 interessierte – und am Ende ziemlich begeisterte – Naturfreunde an.

Es gibt Orte, an denen sich Geschichte verdichtet. Orte wie das Mastbruchholz, an denen sich mehrere Tausend Jahre Menschheitsgeschichte – von der Steinzeit über die Antike bis hin in die Neuzeit – ablesen lassen. Und es bedarf eines wachen Blickes, will man der Spuren dieser Geschichte im Mastbruchholz gewahr werden. Der sich lediglich durch eine sanfte Erhebung andeutenden Hügelgräber aus der Bronzezeit etwa oder der Siedlungsgruben, von denen angenommen wird, dass sie bis in die Steinzeit zurückreichen.

Manfred Vogel (rechts) erläutert den Teilnehmern die Geschichte des Mastbruchholzes. Quelle: Schunk

An anderer Stelle verweisen zwei Verkoppelungssteine auf die Tatsache, dass das Mastbruchholz – einst der Allgemeinheit gehörend – im 19. Jahrhundert parzelliert wurde und sich seitdem – bis heute übrigens – in weiten Teilen in Privatbesitz befindet. Erstaunliches lässt sich auch an zwei Orten ablesen, an denen noch recht junge Bäume ihre Äste in den Himmel recken. Im Mastbruchholz wurde bis Ende der 1980er Jahre Öl gefördert. Die wieder aufgeforsteten Bereiche, auf die Manfred Vogel die Gruppe hinweist, markieren die ehemaligen Standorte der Förderpumpen.

Vogel hält für Teilnehmer des rund anderthalbstündigen Spaziergangs zahlreiche weitere Details über das Mastbruchholz bereit. Weitere Details zur Geschichte, Details aber auch zur großen Vielfalt der Tier- und Planzenwelt, die sich in dem heute weitgehend sich selbst überlassenen Waldstück angesiedelt hat. Inklusive – Stichwort Waschbär – Arten, die eigentlich nicht hierher gehören.

Man spürt, dass Vogel und seinen Mitstreitern das Waldstück am Herzen liegt, dass sie sich ärgern, wenn Spaziergänger unachtsam ihren Müll fortwerfen oder – ohne Rücksicht auf Pflanzen und Tiere zu nehmen – abseits der Wege durch das Unterholz streifen. „Ich kann nicht verstehen, dass die Laatzener ihrem Wald gegenüber so gleichgültig sind", sagt Vogel und meint damit nicht nur diejenigen, die zur Verunreinigung des Mastbruchholzes beitragen. „Wir würden uns wünschen, dass sich mehr Laatzener für die Geschichte und die Natur des Waldes interessieren und uns dabei unterstützen, diese der Allgemeinheit zugänglich zu machen", wirbt Vogel unter den Teilnehmern für eine Mitarbeit in der Lokalen Agenda21-Gruppe.

Gut möglich, dass er bei dem einen oder anderen Teilnehmer auf offenen Ohren gestoßen ist. Äußerungen wie „Herzlichen Dank für Ihre Arbeit und die Ihres Teams" oder „Ich kann Sie nur ermutigen, machen Sie so etwas mal wieder, es war sehr interessant" deuten an, dass nicht alle Laatzener ihrem Wald mit Gleichgültigkeit begegnen.

Natur und Geschichte des Mastbruchholzes (und drum herum) werden ausführlich in einem Flyer beschrieben, den die Lokale Agenda21-Gruppe Laatzen herausgegeben hat. Er kann zum Preis von 2,50 Euro über die Rufnummer (0511) 8205 - 5427 (Anrufbeantworter) angefordert werden.

Von Ralf Schunk

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