Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten CDU wünscht Sportentwicklungsplan für Laatzen
Region Laatzen Nachrichten CDU wünscht Sportentwicklungsplan für Laatzen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 14.09.2018
Im Juni hat Bürgermeister Jürgen Köhne die neuen Umkleidekabinen und Sanitärräume am Sportpark Rethen eröffnet. Investitionen in den Sportbereich sind derzeit die Ausnahme – stattdessen denkt die Stadt über ein Sportentwicklungsplan nach. Quelle: Astrid Köhler (Archiv)
Laatzen

Die Laatzener CDU fordert von der Stadt eine Strategie ein, wie das Sportangebot in Laatzen künftig attraktiver werden kann. Konkret schlägt der Stadtverband die Aufstellung eines Sportentwicklungsplans vor. Gemeinsam mit den Vereinen soll bei der Erarbeitung darüber gesprochen werden, welche Sportangebote künftig nachgefragt und welche Sportstätten dafür benötigt werden.

„Ausgangspunkt ist für uns, dass auf Landesebene im Koalitionsvertrag vereinbart wurde, ein Förderprogramm für die Sanierung von kommunalen Sportstätten aufzulegen“, sagt der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Paul Derabin. Mittelfristig würden demzufolge Mittel für Sanierungen und Neubauten zur Verfügung gestellt. „Wir sollten in Laatzen vorbereitet sein, so dass wir schnell zugreifen können.“

Inhaltlich soll es beim Sportentwicklungsplan unter anderem darum gehen, welche Sportangebote in Laatzen künftig gefragt sind. „Nach unserem Gefühl wird die Arbeit der Sportvereine immer schwerer, weil es weniger Mitglieder gibt: Die Menschen wollen flexibler sein und binden sich weniger“, sagt Derabin. Die Stadt habe aber ein Interesse daran, dass es in Laatzen auch künftig aktive Sportvereine und moderne Sportstätten gibt, die von vielen genutzt werden.

In Hemmingen gibt es seit dem Herbst 2012 einen Sportplatz mit witterungsbeständiger Oberfläche. In Laatzen gibt es zum Bedauern der dortige Sportler noch keinen Kunstrasenplatz. Quelle: Mommertz (Archiv)

Die Erarbeitung eines solchen Plans könne nur gemeinsam mit den Vereinen erfolgen – ähnlich wie beim Vorbild Barsinghausen, betont Derabin: Die Deisterstadt hatte im Frühjahr einen Prozess in Gang gesetzt, in dem Vereine, Politik und Verwaltung mit wissenschaftlicher Begleitung einen solchen Plan erarbeiten. Als Beispiel möglicher Ziele, die in einem solche Plan festgelegt werden, nennt Derabin die Anlage eines Kunstrasenplatzes. „In diesem Sommer war es extrem heiß, im Frühling hat es durchgeregnet, so dass Spiele abgesagt oder verschoben werden mussten“, sagt der Christdemokrat. „Hätte man in Laatzen einen Kunstrasenplatz, hätte man die Spiele der Vereine besser abwickeln können.“ Aktuell würden Vereine auf das benachbarte Hemmingen ausweichen. „Warum zahlt man Geld an die Nachbarstadt, wenn die Vereine hier vor Ort sind?“, fragt Derabin.

So macht es Barsinghausen

Die Stadt Barsinghausen hat im Februar 2018 mit der Erarbeitung eines Sportentwicklungsplans begonnen. Den Auftakt bildete ein Workshop mit Vertretern von Sportvereinen, Politik, Stadtverwaltung sowie einer Sportwissenschaftlerin der Universität Osnabrück. Der Arbeitsablauf sieht zunächst eine Bestandsaufnahme der Sportangebote und deren Nutzung vor. Im zweiten Schritt folgt eine Bedarfsbestimmung, die von externen Beratern unterstützt wird.

Bei der Auftaktveranstaltung hieß es in einer Analyse der Ausgangssituation, die Sportvereine müssten sich überall den „gesellschaftlichen Megatrends“ stellen: Der demografische Wandel führe dazu, dass Sportangebote mehr und mehr auf die sogenannten „Best Ager“ zugeschnitten sein müssten. Auch würden mehr Menschen individuell Sport treiben und auf Mitgliedschaften in Sportvereinen verzichten. Die Stadt Barsinghausen rechnet mit einem Zeitraum von mindestens zwei Jahren und Kosten in Höhe von 20.000 Euro für externe Berater. jd

Im Rathaus stößt der Vorstoß auf offene Ohren – nicht nur, weil Bürgermeister Jürgen Köhne als CDU-Mitglied selbst bei der Vorstandssitzung der Stadtverbands zugegen war, in der der Vorstoß vor Kurzem beschlossen wurde. Tatsächlich verfolge man die Idee eines Sportentwicklungsplans bereits seit Längerem, bestätigt Stadtsprecher Matthias Brinkmann auf Anfrage. „Bis vor Kurzem hatte das zuständige Team Bildung und Sport jedoch noch nicht die personellen Kapazitäten.“.

Der damit verbundene Aufwand sei bislang nur schwer abschätzbar. „Das hängt von der geforderten Qualität und dem Umfang ab“, sagt Brinkmann. Manche der für einen solchen Entwicklungsplan nötigen Daten lägen nur dezentral vor, einige seien bislang nie erhoben worden. Außerdem müssten dafür viele Ehrenamtliche eingebunden werden. Im Rathaus schätze man ein bis zwei Jahre für die Erarbeitung eines solchen Programms als realistisch ein.

Der Sportplatz am Erich-Kästner-Schulzentrum ist seit Jahren mit Unterrichtscontainern belegt und aufgrund der gestiegenen Schülerzahl werden dort womöglich noch weitere Raummodule benötigt. Quelle: Daniel Junker

Eine geschlossene Strategie für den Sport in Laatzen verfolgt die Stadt bislang nur in Teilbereichen. In Bezug auf die Sportstätten liegt die Priorität laut Stadtverwaltung beim Erhalt der Anlagen, während die inhaltliche Verantwortung der Angebote bei den Vereinen liege. Bei der Sportförderung konzentriert sich die Kommune auf den Jugendbereich: Die Vereine erhalten jährlich vier Euro pro jugendliches Mitglied, bei den Erwachsenen sind es 46 Cent. Zugleich verzichtet die Stadt auf Nutzungsgebühren für Sporthallen und übernimmt die Nutzungsentgelte für Leistungsschwimmer, Wasserballer und die DLRG im Aqualaatzium.

Soll die Stadt ihre Sportplätze für eine Wohnbebauung opfern? Im Fall des ehemaligen IBM-Sportplatz am Park der Sinne rät die Verwaltung ab, an der Grasdorfer Ohestraße (Foto) müsste dies noch geprüft werden. Quelle: Dorndorf

Zuletzt hatte die Stadt trotz steigender Einwohnerzahlen das Angebot an Sportflächen teilweise eingeschränkt: Zwar wurde gerade erst ein neuer Umkleidebereich im Sportpark Rethen als Ersatz für die maroden bestehenden Räume eröffnet. Auf der anderen Seite ist jedoch bereits seit Jahren ein Sportplatz am Erich-Kästner-Schulzentrum mit Unterrichtscontainern belegt. Außerdem gibt es Überlegungen, auf dem Grasdorfer Aschenplatz eine Wohnbebauung zu schaffen.

Von Johannes Dorndorf

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Initiativkreis Menschen mit Behinderung in Laatzen hat das Aqualaatzium auf seine Barrierefreiheit getestet. Das Fazit: Bis auf einige Kleinigkeiten gibt es kaum etwas zu verbessern.

11.09.2018

Lust auf ein Gratis-Vier-Gänge-Menü beim Kürbisfest in Wilkenburg? Dann machen Sie beim Gewinnspiel dieser Zeitung zusammen mit Festorganisator Christian von Oheimb mit.

11.09.2018

Der Sommer war zu heiß für die Arbeiter und der Kreuzungsumbau umfangreicher als angenommen. Anders als geplant wird der Hochbahnsteig in Laatzen daher acht Wochen später fertig – zum 15. Oktober.

13.09.2018