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Region Laatzen Nachrichten Bekommt Laatzen die Behördennummer 115?
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00:16 11.10.2018
Die rot-rot-grüne Ratsgruppe schlägt vor, dass auch in Laatzen die zentrale Behördennnummer 115 eingeführt wird. Quelle: Marcus Brandt
Laatzen

An wen wende ich mich, wenn ich Elterngeld beantragen will? Wann hat die Kfz-Zulassungsstelle geöffnet? Und wie und wo kann ich einen neuen Personalausweis beantragen? Für Fragen dieser Art konnten sich Laatzens Bürger bislang an das Bürgerbüro im Rathaus wenden – in manchen anderen Fällen sind allerdings andere Behörden zuständig. Die SPD, Linke und Grüne im Rat schlagen jetzt vor, dass Laatzen dem 115-Verbund beitritt: Wer in Laatzen Rat in Behördenfragen sucht, könnte dann die 115 wählen, um beraten und gegebenenfalls weiterverbunden zu werden.

Die Mehrheitsgruppe sieht in dem Service gleich mehrere Vorteile: „Mit der Behördennummer 115 entfällt die aufwendige Suche nach der zuständigen Behörde, ihren Telefon- und Öffnungszeiten in Telefonbüchern oder im Internet“, heißt es in einem rot-rot-grünen Ratsantrag. Unter der 115 würden Behördenfragen aller Art beantwortet – unabhängig davon, ob es um Angelegenheiten der Kommune, der Region, des Landes oder des Bundes gehe. Möglich sei dies durch eine gemeinsame Wissensdatenbank, auf der alle beteiligten Dienststellen Informationen einstellen. Können die Mitarbeiter des Bürgertelefons Fragen nicht selbst beantworten, würden sie an die jeweiligen Verwaltungsstellen weitergeleitet.

Angebot auch für Gehörlose

Ein weiterer Vorteil ist aus Sicht der Ratsgruppe das Angebot eines Gebärdentelefons. „Damit können auch Gehörlose und hörbehinderte Menschen vom 115-Service profitieren“, sagt die Fraktionsvorsitzende der Linken Jessica Kaußen, die den Vorschlag eingebracht hatte.

Bundesweit haben sich nach eigenen Angaben über 500 der insgesamt rund 11.000 Kommunen sowie zwölf Bundesländer und die gesamte Bundesverwaltung dem 115-Verbund angeschlossen. Niedersachsen ist allerdings nicht mit dabei – möglicherweise ein Grund, warum nur relativ wenige Kommunen zwischen Ems und Elbe an die 115 angeschlossen sind: Innerhalb des Bundeslands wird die 115 nur im Raum Braunschweig-Wolfsburg, im Bereich Friesland/Wilhelmshaven und im Raum Oldenburg-Bremen von Kommunen in Anspruch genommen. In der Region Hannover nimmt einzig die Gemeinde Uetze teil.

Starttermin könnte Juli 2019 sein

SPD, Linke und Grüne schlagen vor, dem 115-Verbund zum Starttermin am 1. Juli 2019 beizutreten. Die Nummer soll montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr zum Festnetztarif erreichbar sein. Erstmals darüber beraten wird der nicht öffentlich tagende Verwaltungsausschuss der Stadt am 1. November, für 15. November ist dann die Erörterung im Rat der Stadt vorgesehen.

Ihre letzte große Umstellung ihres Bürgerservice hatte die Stadt vor 20 Jahren vollzogen: Im September 1998 eröffnete die Verwaltung ihr zentrale Bürgerbüro im Erdgeschoss des Rathauses. Seitdem gibt es für Bürger die Möglichkeit, sich mit ihren Anliegen an eine zentrale Stelle zu wenden und gegebenenfalls weitervermittelt zu werden. Erreichbar ist das Bürgerbüro der Stadt unter Telefon (0511) 8205-5555.

Gute Erfahrungen in Uetze

Die Gemeinde Uetze ist die einzige Regionskommune, die bislang dem 115-Verbund beitreten ist. Wer dort die 115 oder die beiden zentralen Nummern im Rathaus wählt, wird mit dem Servicecenter der Stadt Wolfsburg statt mit den Mitarbeitern der Stadtverwaltung verbunden. Die Erfahrungen mit dem Service sind durchaus positiv: In einem Zwischenfazit der Stadtverwaltung hieß es im vergangenen Jahr, dass die Mitarbeiter des Servicecenters 91 Prozent aller Anrufer direkt weiterhelfen konnten: 61 Prozent der Fragen wurden auf Basis der Wissendatenbank sofort beantwortet, 22 Prozent an die zuständigen Sachbearbeiter der Gemeinde Uetze weitergeleitet, bei 8 Prozent wurde dem Sachbearbeiter eine Nachricht mit einer Rückrufbitte hinterlassen – mit einer Rückantwort binnen 24 Stunden. Nur 9 Prozent der Anrufe blieben in diesem Zeitraum unbeantwortet.

Ein Grund für die Teilnahme Uetzes an dem 115-Service im Jahr 2014 war die Kassenlage: So versuchte die Gemeinde, damit Personalkosten zu sparen. Im Haushalt waren dafür zuletzt jährlich 60.000 Euro vorgesehen.

Von Johannes Dorndorf

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