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10:34 08.02.2018
Rebekka (9, von links), Nadja Göhsing, Astrid Klenke und Paul (7) schauen sich die Kleidung beim Kinderbasar in der Arche an. Quelle: Daniel Junker
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Laatzen-Mitte

 Seit mehr als 30 Jahren bieten Ehrenamtliche in der Arche der Thomaskirchengemeinde einen Basar für Kinderbekleidung an. An jedem ersten dritten Donnerstag im Monat können Interessierte durch die Waren stöbern, die Eltern dort abgegeben haben. Die Kunden loben das kleine, aber feine Angebot – einige kommen bereits seit Jahrzehnten dorthin. Statt für ihre Kinder kaufen sie nun Kleidung für ihre Enkel.

Wenn donnerstags ab 15 Uhr die ersten Kunden kommen, haben die Ehrenamtlichen einen großen Teil ihrer Arbeit schon längst bewältigt: „Wir fangen meistens um 13.30 Uhr an“, sagt Sigrid Hickstein. Fünf bis sieben Ehrenamtliche räumen die Kinderkleidung aus den Schränken, sortieren sie nach Größen, legen sie zusammen und breiten sie auf Tischen in einem Raum der Arche ab, der direkt vom Foyer aus betreten werden kann. Neu abgegebene Kleidung zeichnen die Helferinnen mit Preisschildern aus. Dann hängen die Frauen Schilder mit den jeweiligen Kleidergrößen an die Kleiderstapel. Kurz vor 15 Uhr sind sie fertig, oft kommen dann auch schon die ersten Kunden. 

Zu den Besuchern des Basars gehört zum Beispiel Anna Derushinski. „Ich komme seit etwa 20 Jahren regelmäßig hierher. Damals war ich 33 Jahre alt. Ich bin sozusagen mit dem Basar mitgewachsen“, sagt sie lachend. Damals sei sie nach Laatzen gezogen. „Als Mutter von drei Kindern war es nicht immer einfach, sich einzugliedern“, berichtet Derushinski. Beim Kinderkleiderbasar habe sie sich immer gut aufgenommen gefühlt. „Das sind alles nette Damen, sie sind sehr freundlich und hilfsbereit.“ Auch das Angebot gefällt ihr gut. „Die Kleidung ist qualitativ sehr gut und gepflegt, und die Preise sind günstig.“

„Dinge, die nicht ordentlich sind, sortieren wir aus und geben es sie zurück“, sagt Sigrid Hickstein. Die Kleidungsstücke nehmen sie und die anderen Helferinnen in Kommission entgegen. „Das eingenommene Geld wird Eins zu Eins an die Eltern ausgezahlt, die uns die Kleidingsstücke bringen. Die Kirchengemeinde und die Helferinnen behalten nichts von dem Geld ein“, sagt Roswitha Schmidt. Das Angebot sei als Unterstützung für Eltern gedacht. „Es geht nicht darum, dass die Kunden damit viel Geld verdienen.“ Die Verkaufspreise bestimmen die Ehrenamtlichen nach Erfahrungswerten. 

Nach einigen Wochen oder Monaten können die Kunden das Geld und die nicht verkaufte Kleidung wieder abholen. „Die Sachen bleiben einige Zeit hier, wir können sie aber nicht langfristig einlagern, weil uns dafür der Platz fehlt“, sagt Hickstein. „Wir verkaufen deshalb nur Kleidung, die zur Jahreszeit passt.“ Nach jedem Winter oder Sommer werde aussortiert.

Sigrid Hickstein war selbst als Kundin auf den Basar aufmerksam geworden. Seit drei Jahren hilft sie nun als Ehrenamtliche mit. „Ich fühlte mich hier gleich gut aufgehoben.“ Der Basar sei klein und übersichtlich, auch die Zahl der Besucher halte sich in Grenzen. „Manchmal kommen nur zwei oder drei Kunden, manchmal auch zehn oder zwölf“, sagt Hickstein. Was Hickstein besonders gut gefällt: „Auch die Mütter lernen sich untereinander kennen. Der Basar ist eine gute Gelegenheit, um Kontakte zu knüpfen.“

Ursrünglich sei das Angebot als Kleidertauschstation konzipiert gewesen, sagt Roswitha Schmidt, die schon seit mehr als 30 Jahren als Ehrenamtliche dabei ist. „Die Eltern konnten hier untereinander Kinderkleidung tauschen. Das kam aber mit den Größen oft nicht hin.“ Mit der Zeit hätten die Ehrenamtlichen daraus dann einen Basar gemacht, bei dem die Kleidung anonym zum Flohmarktpreis weitergegeben wird.

„Zu uns kann jeder kommen, die Sachen müssen auch nicht zurückgegeben werden. Das unterscheidet uns vom Umsonstladen der Diakonie.“ Viele Nutzer würden die Angebote verwechseln – wahrscheinlich auch, weil der Umsonstladen im gleichen Gebäude beheimatet ist. „Im Gegensatz zu unserem Basar ist der Umsonstladen nur für Bedürftige vorgesehen“, sagt Schmidt. Zudem habe sich die Diakonie auf Babyerstausstattungen spezialisiert. „Bei uns gibt es hingegen Kleidung in den Größen von 50 bis 164.“ Spielzeug wird beim Basar in der Arche hingegen nicht verkauft. „Wir könnten das gar nicht lagern.“

Auch jungen Besuchern gefällt das Angebot. Die neunjährige Rebekka kommt zum Beispiel gerne mit ihrer Oma Astrid Klenke zum Basar. „Man findet hier immer wieder sehr schöne Sachen“, sagt sie. Rebekkas Mutter Nadja Göhsing ist darüber hinaus von der Qualität der Waren überzeugt. „Teilweise sind die Sachen so gut wie neu.“ Göhsing gibt ihrer Tochter auch gelegentlich Kleidungsstücke für den Verkauf mit. „Die Sachen sind viel zu schade zum Wegwerfen. Ich bin froh, wenn sie dann anderen Leuten zugute kommen, die vielleicht nicht so viel Geld haben.“

Der Kinderkleiderbasar in der Arche der Thomaskirchengemeinde, Marktstraße 21, ist an jedem ersten und dritten Donnerstag eines Monats von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Ausgenommen sind Feiertage und Schulferien. Nächster Termin ist der 15. Februar.

Von Daniel Junker

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