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Nachnutzer gesucht: Das Gebäude der Rentenversicherung in Laatzen. © Thomas

Laatzen

LVA erstellt Neubau für 1000 Mitarbeiter

Der Rentenversicherer LVA will seine Betonburg in Laatzen räumen – und sucht nun Nachnutzer für die Immobilie. Für den eigenen Neubau soll es einen Architektenwettbewerb geben.

Es ist eine der größten Betonburgen im Regionsgebiet: Das Gebäude der Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover (RBH), besser bekannt als Landesversicherungsanstalt (LVA), wie die Behörde jahrzehntelang hieß. Der öffentliche Versicherer will seinen Stammsitz in Laatzen räumen und sucht nun Nachnutzer für die Riesenimmobilie. Für seine langfristig nur noch rund 1000 Mitarbeiter am Standort will er einen Neubau errichten – möglichst in direkter Nachbarschaft.

Der Rentenversicherer hat ein Gutachten erstellen lassen, was die dringend benötigte energetische Sanierung des Gebäudes kosten würde. Das Ergebnis: Die Kosten dürften rund 30 Prozent über den mit 60 Millionen Euro bezifferten Neubaukosten liegen. Weil der Bundesrechnungshof ohnehin seit Jahren kritisiert, dass das ursprünglich für 2000 Mitarbeiter ausgelegte Gebäude für die mittlerweile nur noch 1300 Beschäftigten zu groß und zu teuer ist, will der Vorstand nun handeln. Gestern fasste er den Beschluss, beim Sozialministerium die Genehmigung für einen Neubau der Hauptverwaltung in Laatzen zu beantragen.

Beim RBH hofft man jetzt, einen Nachnutzer für die Immobilie zu finden. Der muss aber echten Platzbedarf haben: 41.500 Quadratmeter Nutzfläche in sieben Büroetagen bietet das wabenförmig errichtete Haus, allein vier vollklimatisierte Großraumbüros haben jeweils bis zu 1400 Quadratmeter Grundfläche. Obendrauf prangen anderthalb Etagen mit Haustechnik. Sprecherin Gabriele Wallbaum beteuert zwar, dass das 1974 bis 1977 errichtete Haus „stets auf dem neusten technischen Stand“ gehalten worden sei. Trotzdem soll der Energieverbrauch horrend sein, an vielen Baukörpern gibt es Sanierungsbedarf, und zeittypisch ist reichlich Asbest verbaut.

Bei der AOK-Hauptverwaltung am Pferdeturm, ebenfalls einen Siebziger-Jahre-Bau, waren die Probleme vor zwei Jahren ähnlich gelagert. Inzwischen lässt sich die Krankenkasse einen Neubau errichten, die Betonburg wird abgerissen. Die RBH hofft, diesen Schritt vermeiden zu können. „Wir suchen jemanden mit einer guten Nutzungsidee“, sagt Wallbaum.

Für den eigenen Neubau soll es einen Architektenwettbewerb geben. Ob auf dem eigenen, 59.000 Quadratmeter großen Grundstück gebaut wird, ist noch nicht klar. Die Nähe zum in den neunziger Jahren errichteten Ergänzungsbau mit den Beratungsbüros der RBH soll aber in jedem Fall gewährt sein. Der Neubau muss nur halb so groß sein: Gutachter rechnen damit, dass die RBH 2020 nur noch rund 1000 Beschäftigte in Laatzen haben wird. Insgesamt arbeiten beim RBH derzeit etwa 3000 Menschen. Sie verwalten 1,3 Millionen Rentner und etwa zwei Millionen Versicherte. Der Etat beträgt jährlich 7,5 Milliarden Euro. Davon verschlingt die Verwaltung nur zwei Prozent.

von Conrad von Meding


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