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Region Laatzen Nachrichten Bei drei von vier Taten ermittelt Polizei die Täter
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09:13 16.03.2018
Die Zahl der Diebstähle und Körperverletzungen war in Laatzen zuletzt rückläufig, die der Einbrüche und Drogendelikte hat hingegen zugenommen. Quelle: dpa
Laatzen

 So gut wie 2017 stand die Laatzener Polizei in Sachen Kriminalitätsbekämpfung schon lange nicht mehr da. Im vergangenen Jahr verzeichnete das Kommissariat bei Straftaten einen Rückgang von 9 Prozent. Waren es 2016 noch 3473 Fälle, sank die Zahl im vergangenen Jahr auf 3160. Besonders erfreulich: Die Aufklärungsquote stieg von 68,7 auf 73,5 Prozent – in nahezu drei von vier Fällen ermittelt die Polizei die Täter.

„Das ist ein sensationelles Ergebnis“, sagte Laatzens Kommissariatsleiter Ludger Westermann am Dienstag bei der Vorstellung der Kriminalstatistik für 2017. Die Zahlen sprechen in der Tat für sich: Lag die Aufklärungsquote vor einigen Jahren noch stets zwischen 60 und 65 Prozent, steigt sie seit 2015 stetig an – auf nun 73,5 Prozent. Zum Vergleich: In der Polizeidirektion Hannover insgesamt sind es 60,2 Prozent. Körperverletzungen und andere Roheitsdelikte in Laatzen werden mit einer Quote von 94,2 Prozent nahezu vollständig aufgeklärt.

Mehr Einbrüche: Getrübt wird der positive Trend durch die Entwicklung bei Wohnungseinbrüchen. Ist die Fallzahl landesweit zuletzt zurückgegangen, stieg sie in Laatzen steil von 85 auf 121. Die langfristige Statistik zeigt allerdings, dass der Trend keine Einbahnstraße ist: So verzeichnete die Laatzener Polizei 2013 noch 156 Taten. Für PK-Chef Westermann ist die Entwicklung dennoch unbefriedigend: „Einbrüche sind Delikte, die die Menschen nachhaltig beeindrucken“ – einschließlich psychischer Folgen, unter denen Opfer litten. Da die Aufklärungsquote bei Einbrüchen grundsätzlich niedrig sei, setzt die Polizei vor allem auf Prävention. „Was Einbrecher nicht haben, ist Zeit“, sagt Westermann: Sind Türen und Fenster besonders gesichert, zögen die Täter schnell zum Nachbarn weiter. Die Polizei kündigt deshalb Informationsveranstaltungen an zum Einbruchsschutz an. Die Stadt Laatzen ist vor kurzem dem „Netzwerk Zuhause sicher“ beigetreten, das ebenfalls mehr Aufklärung zum Ziel hat.

Weniger Diebstähle: Am nachhaltigsten ist die Entwicklung beim schweren Diebstahl, bei dem die Täter Schlösser oder andere Sicherungen knacken. Verzeichnete die Polizei 2013 noch 653 Fälle, sinkt die Zahl seitdem kontinuierlich auf zuletzt 463. Beim einfachen Diebstahl sind es 565 Fälle (2013: 611). Die Polizei führt den Rückgang unter anderem darauf zurück, dass Einzelhändler entschiedener vorbeugten. Aber auch Sicherungen etwa bei Kraftfahrzeugen könnten dazu beitragen. Besonders erfreulich: Die Zahl der Fahrraddiebstähle sank in Jahresfrist von 117 auf 81, die der Ladendiebstähle von 284 auf 240.

Körperverletzungen und Raub: Gewalt war in Laatzen zuletzt auf dem Rückzug. 274 Körperverletzungen führt die Kriminalstatistik auf, 58 weniger als im Vorjahr. 2016 war allerdings ein statistischer Ausreißer, in den Jahren zuvor lagen die Zahlen weit niedriger. Die Zahl der Raubdelikte stieg 2017 von drei auf acht, bewegt sich laut Westermann aber weiter auf niedrigem Niveau.

Mehr Drogendelikte: Der Missbrauch von Betäubungsmitteln stieg 2017 von 114 auf 194 Fälle und erreicht damit einen Wert, der weit über dem der Vorjahre liegt. Auf mehr Drogenkonsum lasse dies jedoch nicht schließen, sagt Stefan Schwarzbard, Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdiensts: „Das ist ein klassisches Kontrolldelikt“ – je mehr die Polizei kontrolliere, desto mehr Taten würden aufgedeckt. Zumeist gehe es um Cannabis.

Flüchtlinge: Die Zahl der Straftaten mit Flüchtlingen als Tatverdächtigen ist 2017 gesunken: beim Diebstahl von 75 auf 18, bei Rohheitsdelikten von 45 auf 41 und bei Sexualdelikten von 7 auf 6. „Flüchtlinge fallen bei der Gesamtkriminalität in Laatzen kaum ins Gewicht“, sagt PK-Chef Westermann – insbesondere, wenn man die Täter betrachte, die selbst in Laatzen wohnen: Bei Ladendiebstählen etwa habe es gerade einmal sechs solche Tatverdächtige gegeben, bei Körperverletzungen zwei.

Kinder: Unterschiedlich fällt die Kriminalitätsentwicklung bei Minderjährigen aus. Während die Zahl der tatverdächtigen Jugendlichen 2017 leicht von 145 auf 135 zurückging, stieg die Zahl der Kinder von 46 auf 61. Aus Sicht der Polizei bewegen sich die Schwankungen im üblichen Rahmen.

Von Johannes Dorndorf

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