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"Oh, das ist unser Lieblingsbaum": Die Grundschüler der Pestalozzistraße bedauern schon jetzt, dass der Ahorn vor der Turnhalle gefällt werden muss. Dessen Krone ist auseinandergebrochen

"Oh, das ist unser Lieblingsbaum": Die Grundschüler der Pestalozzistraße bedauern schon jetzt, dass der Ahorn vor der Turnhalle gefällt werden muss. Dessen Krone ist auseinandergebrochen
© Astrid Köhler

Laatzen

Aus 19 Bäumen werden im Februar Hackschnitzel 

Sie sind morsch, krank oder oder gefährden aus Sicht der Stadt aus anderen Gründen die Verkehrssicherheit in Laatzen. 19 Bäume – Pappeln, Ahorne, Eichen, Robinien und andere Laubgehölze – will die Stadt bis Frühjahr fällen lassen. Äste und Stämme sollen komplett zu Hackschnitzel verarbeitet werden.

Laatzen.  Etwa 6500 Bäume stehen an Laatzens Straßen, auf Friedhöfen Kinderspielplätzen und in Parks und dort unter regelmäßiger Beobachtung der Stadtverwaltung. Aus Gründen der Verkehrssicherheit müssen bis zum Frühjahr nun 19 Laubbäume im Stadtgebiet gefällt werden. Deren Holz soll komplett zu Hackschnitzeln verarbeitet werden.

Bei einigen Bäumen, wie einer Kastanie am Wiesendachhaus oder einer Pappel an der Ohestraße, haben die Fachleute der Verwaltung Morschungen im Stamm festgestellt. An anderer Stellen, so bei zwei Robinien am Kinderspielplatz der Albert-Einstein-Schule, ist wiederum der Totholzanteil zu hoch. Zudem gibt es eine Kastanie am Ingelner Hasselweg und andernorts Bäume mit abgestorbener Krone, oder aber mit eingewachsenem Zwiesel, was bei einer Pappel am Wandeweg der Engerode der Fall ist. Zwiesel bedeutet, dass ein Baum seinen Stamm nicht aus einem sondern aus zwei oder mehr Trieben bildet – was wiederum die Bruchgefahr erhöht.

"Oh, das ist unser Lieblingsbaum"

"Oh, das ist unser Lieblingsbaum": Die Grundschüler der Pestalozzistraße bedauern schon jetzt, dass der Ahorn vor der Turnhalle gefällt werden muss. Dessen Krone ist auseinandergebrochen

Quelle: Astrid Köhler

Auch ein großer Ahorn vor der Turnhalle der Grundschule Pestalozzistraße steht mit auf der Liste der zu fällenden Bäume, die die Stadt jüngst dem Fachausschuss vorlegte. Bei dem beliebten Solitärbaum auf dem Schulhof, der auch schon Gegenstand von Referaten gewesen sein soll, ist bereits ein dicker Ast aus der Krone herausgebrochen. Die Verwaltung will kein Risiko eingehen und ihn rechtzeitig entfernen. 

Insgesamt sollen im Stadtgebiet vier Ahorne und Pappeln, jeweils drei Eichen und Robinien, zwei Kastanien sowie eine Weide, Linde und Zierkirsche gefällt werden. Darüber hinaus ist geplant, einzelne Gehölze zurückzuschneiden, darunter vier Robinien an der Straße Am Brocksberg in Alt-Laatzen. Die Motorsägen werden der Liste nach in fast allen Stadtteilen aufheulen – außer in Gleidingen. 

Wenn Bäumen gefällt werden die schon Höhlungen aufweisen – dies betrifft mindestens eine Linde an der Hildesheimer Straße in Rethen sowie einen Ahorn auf dem Gelände der Kita An der Masch in Alt-Laatzen – muss im Sinne des Artenschutzes eine ausreichende Zahl  Ersatzquartiere festgelegt werden. Zu diesem Zwecke beteiligt die Stadt die Fledermausbeauftragte der Region Hannover. 

Umgesetzt würden die Pflegemaßnahmen und Fällungen nach Weihnachten und bis Ende Februar, erklärte der Betriebshofleiter Dietmar Herbst am Mittwoch. Die Mitarbeiter würden zunächst mit einem Hubsteiger die Kronen der jeweiligen Bäume entfernen. Die Fachfirma EMR (Energieholz-Mulch-Recycling) aus Northeim, schreddere dann nach dem Fällen das komplette Material vor Ort und kümmere sich auch gleich um den Abtransport. „Für uns ist das der einfachste Weg“, betonte Herbst. 2014 bereitete der Betriebshof die gefällten Bäume selbst für den Holzverkauf auf, doch dies habe sich als „viel zu aufändig“ herausgestellt. Nunmehr würden nur noch vereinzelt Stämme zurückbehalten, die sich für Kinderspielplätze oder ähnliches eigneten.

Der Verkauf der Hackschnitzel wiederum sei „durchaus lukrativ“, ergänzt der Betriebshofleiter. Eine Tonne brächte je nach Marktpreis zwischen 8 bis 12 Euro. Die Mengen, die nun in Laatzen anfallen abzuschätzen sei schwierig. Herbst rechne grob mit 100 bis 120 Tonnen. 

Ersatzbäume sollen dann im Frühjahr 2018 gepflanzt werden.

Von Astrid Köhler


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