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Nachrichten Händlerin darf keine Üstra-Tickets mehr verkaufen
Region Laatzen Nachrichten Händlerin darf keine Üstra-Tickets mehr verkaufen
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00:15 24.12.2017
Adelheid Krause würde gern wieder Üstra-Tickets in ihrem Laden an der Eichstraße verkaufen, doch die Üstra hat die Zusammenarbeit beendet. Quelle: Astrid Köhler
Alt-Laatzen

 Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, kauft seine Fahrscheine und Monatskarten oft im Voraus. Das gilt einmal mehr für Menschen, die Karten auf Vorrat besorgen wollen oder Probleme beim Bedienen der Fahrscheinautomaten an den Bahnsteigen haben. Bis vor kurzem wurden die sogenannten Tickets und Cards auch in dem Schreibwaren- und Geschenkeladen an der Eichstraße angeboten, doch dann kündigte die Üstra der Betreiberin Adelheid Krause den Vertrag. Während Krause auf eine Klärung und neue Entscheidung hofft, macht sich die Üstra auf die Suche nach einem neuen Partner in Alt-Laatzen.

Adelheid Krause würde gern wieder Üstra-Tickets in ihrem Toto-Lotto-Geschäft an der Eichstraße verkaufen, doch die Üstra hat den Vertrag entzogen. Quelle: Astrid Köhler

Der Abbau der Technik für den Ticketverkauf Mitte Oktober seitens der Üstra habe sie überrascht, sagt Adelheid Krause, die den Laden an der Eichstraße vor zwei Jahren übernommen und nach eigenen Angaben bis zuletzt einen mittleren vierstelligen Betrag im Monat mit dem Verkauf von Fahrkarten umgesetzt hat. Zwar habe es die ihr in einem Schreiben der Üstra vorgehaltenen Unregelmäßigkeiten bei der Zahlungsabwicklung tatsächlich gegeben, doch sei es dabei um kurzzeitige Kontoprobleme beim wöchentlichen Einzug des Rechnungsbeitrages gegangen. Wenn auch „ein oder zweimal“ mit einigen Tagen Verspätung so sei das Geld der Üstra stets vollständig zugegangen, versichert Krause, die vermutet, dass das Unternehmen vielmehr einen Grund gesucht habe, die Verkaufsstelle zu schließen. Schon bei der Geschäftsübergabe vor zwei Jahren sei dies geplant gewesen.

Ihren Anteil an den verspäteten Überweisungen leugnet sie nicht. „Ja, es war meine Schuld“, gesteht die 66-Jährige. Den Abbau des Verkaufterminals seitens der Üstra empfindet sie jedoch als sehr hart – vor allem den Kunden gegenüber. Viele seien schon älter oder Mobilitätseingeschränkt und müssten nun weitere Wege laufen, statt ihre Stadtbahntickets bis zuletzt an der Eichstraße  zu kaufen. Mit einem Brief an den Üstra-Vorstand bat Krause, die Entscheidung noch enimal zu überdenken. 

Ebenfalls eingeschaltet hat sich inzwischen der Seniorenbeirat Laatzen. Dessen Vorsitzender Klaus Dieter Meyer führte in seinem Schreiben an die Üstra den Wegfall diverser Verkaufsmöglichkeiten in dem „schon sehr stark gebeutelten Ortsteil“ an und spricht von einer nicht nachvollziehbaren Einstellung des Ticketverkaufes wegen eines vermeintlich zu geringen Umsatzes. Betroffen seien erneut Senioren, insbesondere solche mit körperlichen Einschränkungen, die auf den ÖPNV angewiesen sind. „Dieser Gruppe mit zumeist geringen Einkommen werden nun neben den Erschwernissen bei der Beschaffung der Tickets auch erhöhte Kosten aufgebürdet“, schreibt Meyer.

Mit dem vermeintlich zu geringen Umsatz von 1500 Euro im Monat durch den Fahrkartenverkauf habe die Entscheidung in Alt-Laatzen nichts zu tun, stellt die Üstra dieser Woche klar. „Leider taucht immer mal wieder die These auf, wir würden aufgrund von geringen Umsätzen Kündigungen aussprechen.“ Der Umsatz sei zwar bei der Überprüfung des Vertiebsstellennetzes im Jahr 2004 eines von mehreren Kriterien gewesen. Seitdem habe die Üstra aber keine Kündigungen mehr wegen zu geringer Umsätze ausgesprochen. „Eine ,Umsatzgrenze, gibt es nicht“, betonte Üstra-Sprecher Udo Iwannek.

Die Entscheidung im Falle der Verkaufsstelle an der Eichstraße habe andere Gründe, die „aus datenschutzrechtlichen Gründen aber auch aus Fairness gegenüber Frau Krause“ nicht genannt werden könnten, heißt es sodann in dem Antwortschreiben der Üstra an den Seniorenbeirat. „Die Entscheidung haben wir uns nicht einfacht gemacht, gerade vor dem Hintergrund, dass in bestimmten Bereichen ein Ersatz als Verkaufsstelle schwer zu finden ist“, teilt die Üstra mit. Die Kündigung werde gleichwohl nicht zurückgezogen. 

„Wir würden gern wieder eine Verkaufsstelle in Alt-Laatzen eröffnen und finden auch, dass dort eine hingehört“, sagte Unternehmenssprcher Iwannek. Der Üstra sei sehr daran gelegen, dass Senioren fußläufig Tickets kaufen können und suche einen neuen Partner.

Solange dieser nicht gefunden ist, müssen die Kunden auf die Verkaufsstellen nahe der Haltestelle Birkenstraße oder an der Ahornstraße ausweichen. Adelheid Krause hofft weiter auf eine Wende und geht derweil ihren persönlichen Weg, um ihren Kunden zu helfen. Mehreren besorgt sie die Fahrkarten inzwischen von anderen Verkaufsstellen.

Noch sechs Verkaufsstellen in Laatzen

Mit dem Wegfall des Ticketverkaufs an der Eichstraße verbleibt vorerst nur noch eine Verkaufsstellen in Alt-Laatzen: beim Kiosk an der Hildesheimer Straße 28. Stadtweit sind es nur noch fünf weitere. In Gleidingen bieten sowohl der Kiosk Marlies Müller an der Hildesheimer Straße 559 als auch Cerstins Corner bei Penny an der Oesselser Straße 16 Fahrscheine an. In Ingeln-Oesselse sind diese an der Rotdornallee 6 und in Laatzen-Mitte im Tabakladen im Erdgeschoss des Leine-Centers zu haben, in Grasdorf wiederum im Textilgeschäft an der Ahornstraße 9. In Rethen sind Fahrkarten seit Anfang 2016 nur noch an Automaten erhältlich.

Adelheid Krause würde gern wieder Üstra-Tickets in ihrem Toto-Lotto-Geschäft an der Eichstraße verkaufen, doch die Üstra hat den Vertrag entzogen. Quelle: Astrid Köhler

 

Von Astrid Köhler

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