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Region Laatzen Nachrichten Denkmal soll an Leid von Kriegskindern erinnern
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12:45 09.11.2018
Walter Battermann stellt die Pläne für das Kinderdenkmal auf dem Friedhof Ahornstraße im Ortsrat vor. Quelle: Dorndorf
Grasdorf

  Laatzen hat mehrere Orte, an denen der in den Weltkriegen gefallenen Soldaten gedacht wird. Die Stiftung Grasdorf an der Leine möchte nun ein Denkmal anderer Art etablieren: Auf dem alten Grasdorfer Friedhof an der Ahornstraße, so der Vorschlag des Stiftungsvorsitzenden Walter Battermann, soll künftig ein Kinderdenkmal aufgestellt werden. Der Ortsrat Laatzen hat dem Vorhaben jetzt zugestimmt.

„Überall auf der Welt gibt es Denkmäler, die an Heldentaten, gewonnene Schlachten und Kriege erinnern – oft monumentale Bauwerke mit Geschützen und Panzern“, sagte Battermann bei der jüngsten Sitzung des Ortsrats. Auf seinen Reisen habe er hingegen noch nie ein Kinderdenkmal gesehen. Dabei wäre dies wichtig: „Wehrlos und keine Stimme hatten die Kinder bei dem Geschehen, sie mussten in ihren wichtigsten Entwicklungsjahren wie gelähmt wahnsinnige Angst und Schrecken erleben.“

So soll das Kinderdenkmal auf dem Friedhof Ahornstraße aussehen. Quelle: Privat

Battermann hat selbst als Zwölfjähriger den Bombenangriff im September 1943 erlebt, bei dem Grasdorf zu 80 Prozent zerstört wurde. „Wer das nicht erfahren hat, kann sich nicht vorstellen, was das für ein Kind bedeutet“, sagt der Grasdorfer. Er selbst habe noch Jahre später nur mit zitternden Händen schreiben können. Als Standort schlägt Battermann das Gräberfeld auf dem alten Grasdorfer Friedhof an der Ahornstraße vor, auf dem die in der damaligen Bombennacht getöteten Ortsbewohner – darunter auch mehrere Kinder – bestattet wurden.

Die Stiftung möchte dort eine Bronzefigur eines italienischen Künstlers auf einem Sockel aufstellen. Sie stellt ein Mädchen dar, das sitzend in einem Buch liest, in das das Wort „Pace“ (Frieden) eingraviert ist. Eine Tafel am Sockel der Figur soll den Schriftzug „Erinnern und Mahnen / 75 Jahre / 22. September 1943 – 22. September 2018“ erhalten.

Neben dem Ortsrat steht auch die Stadtverwaltung dem Vorhaben positiv gegenüber. Kosten sollen der Stadt dabei nicht entstehen.

Von Johannes Dorndorf

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