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Nachrichten Moorbrand: Ein Feuerwehrmann im Interview
Region Laatzen Nachrichten Moorbrand: Ein Feuerwehrmann im Interview
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00:18 27.09.2018
Eric Pahlke. Quelle: Torsten Lippelt
Hemmingen/Laatzen/Pattensen/Springe

Das Löschen des Moorbrandes in Meppen: Eric Pahlke aus Ingeln-Oesselse war bei dem Einsatz dabei. Der 49-Jährige leitet den Brandschutzabschnitt III, zu dem Hemmingen, Laatzen, Pattensen und Springe gehören. Redakteur Andreas Zimmer sprach mit ihm am Montagvormittag über ein Wochenende, das er eigentlich in Ruhe in der Natur im Deister verbringen wollte.

Sie sind ja schon bei der Arbeit. Haben Sie überhaupt schlafen können?

Ja, vier Stunden - tief und fest. Seit 7 Uhr bin ich an meinem Arbeitsplatz in der Kalkulationsabteilung einer Schlosserei. Jeder beim Einsatz hätte erst um 13 Uhr bei der Arbeit erscheinen brauchen.

War es Ihr erster Einsatz, bei dem Katastrophenalarm ausgelöst wurde?

Nein, ich war schon beim Elbe-Hochwasser dabei. Mein Erfahrungsschatz ist durch den Einsatz in Meppen aber größer geworden.

Inwiefern?

Das Feuer ist so gut wie unsichtbar und deshalb sehr gefährlich. Es brennt in einem Meter Tiefe im Boden und läuft sogar unter Asphaltstraßen hindurch. Das muss man immer beobachten.

Großbrand auf einem Gelände der Bundeswehr in Meppen. Die Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen. Doch die Löscharbeiten sind äußerst schwierig.

Das Wochenende war herbstlich-frisch. War Ihnen kalt?

Ja, ich war ziemlich durchgefroren. Es war neblig und windig. Ich bin die einzelnen Stationen abgegangen und habe sie kontrolliert. Unsere Bereitschaft hatte Wasser über drei Leitungen über eine Strecke von 1800 Metern heranzuführen. Auf eine Breite von 800 Metern wurde es ins Moor gespritzt. Viele unserer Kameraden standen der Witterung ausgesetzt bei Dauerregen, einige im Sechs-Stunden-Schichtdienst mit Gehörschutz neben einem laufenden Motor für Pumpen. Sie mussten unter anderem darauf achten, dass der Motor funktionstüchtig bleibt. Das ist monoton und laut und kostet Energie, zumal wir alle von einer Arbeitswoche direkt in den Einsatz gingen.

Wie viele Stunden haben Sie bei dem Einsatz geschlafen?

In der Nacht zu Samstag waren es zwei Stunden in einer Turnhalle, und in der Nacht darauf gar nicht. Ich habe versucht in einem Fahrzeug sitzend zu schlafen, aber es stand an einer Hauptverkehrsstraße und es fuhren ständig Fahrzeuge mit Blaulicht vorbei. Nach dem Mittag gab es aber eine kurze Ruhepause. Da konnte man mal runterkommen.

Was hatten Sie denn dieses Wochenende eigentlich vor?

Acht Mitglieder der Ortsfeuerwehr Ingeln-Oesselse wollten ein Wochenende im Deister verbringen. Ich habe gerade mein Bett im Naturfreundehaus in Springe bezogen, da kam der Alarm. Da ist die Gruppe im Deister dann auf fünf geschrumpft.

Hatten Sie Kontakt nach daheim?

Ich bin Junggeselle, aber Andere haben ihre Familien auf dem Laufenden gehalten.

Hatten Sie für möglichen Leerlauf etwas im Gepäck, ein Buch zum Beispiel oder Karten?

Nein. Bei solchen Einsätzen weiß man, dass es kaum Leerlauf gibt. Einige hatten das mit, aber die meisten nutzen dann ihre Handys.

Was meinen Sie: Wie lange werden die Löscharbeiten noch dauern?

Schwer zu sagen. Nach meiner persönliche Einschätzung ein bis zwei Wochen.

Von Andreas Zimmer

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