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Region Laatzen Nachrichten Kradmelder legen sich in die Kurve
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00:32 16.06.2018
Fahrsicherheitstraining beim ADAC.Drei Feuerwehrmänner der Region nahmen teil.Vor links Jacob Ester aus Großburgwedel und Christian Schmidt und Carsten Bärwalde aus Hemmingen-Westerfeld. Quelle: Andrea Weber
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Hemmingen/Laatzen/Burgwedel

Feuerwehrleute auf dem Motorrad? Ja, das gibt es, und sie haben sogar einen speziellen Namen: Kradmelder. Und eine wichtige Aufgabe: Sie sorgen für die schnelle Nachrichtenübermittlung und Erkundung bei weitläufigen Einsatzstellen, teils in unwegsamem Gelände.

Drei der neun Kradmelder, die jetzt ein Fahrsicherheitstraining des ADAC in Laatzen absolviert haben, kommen aus der Region Hannover. Es sind Carsten Bärwalde und Christian Schmidt von der Ortsfeuerwehr Hemmingen-Westerfeld sowie Jacob Ester von der Ortsfeuerwehr Großburgwedel. Die Motorräder gehören zur Ausstattung der Regionsfeuerwehrbereitschaften und stehen sonst in den Feuerwehrtechnischen Zentralen in Ronnenberg und Neustadt.

Sie wollten lernen mit kritischen Situationen besser und sicherer umzugehen. Fahrtrainer Gerhard Piekut gab mit kodderiger „Berliner Schnauze“ wertvolle Tipps, korrigierte Fehler und brachte den Teilnehmern viel Neues bei. Der 62-Jährige fährt seit frühester Jugend Motorrad - „geschätzt seit meinem zwölften Lebensjahr“, wie er humorvoll erklärt. In einer anderthalbjährigen Ausbildung wurde er zum Motorradtrainer. Seit etwa sechs Jahren gibt er bis zu 80 Kurse pro Jahr in ganz Norddeutschland.

Auch in Laatzen stand die Theorie vor den praktischen Übungen. Für die Kurvenfahrten traf sich die Gruppe auf einem engen Rundkurs des Geländes. Ziel war es, möglichst schnell und vor allem sicher durch eine Kurve zu fahren. Anschaulich zeigte Gerhard Piekut, wie die optimale Haltung in der Kurve aussieht und welche Fehler vermieden werden sollten, aber auch, welche Konsequenzen diese Fehler in der Praxis haben können. So lernten die Teilnehmer, wie wichtig es ist, den Horizont in schräger Kurvenlage optisch gerade zu rücken und vor allem, vorausschauend die Straße vor dem Motorrad im Blick zu behalten.

In Dreiergruppen versuchten die Fahrer, das eben theoretisch Gelernte umzusetzen. Gar nicht so einfach, wie mancher feststellen musste. Carsten Bärwalde nahm zum ersten Mal an einem Fahrsicherheitstraining teil. Der 51-Jährige ist seit vier Jahren Kradmelder. Einen Einsatz auf dem Feuerwehrmotorrad hat er noch nicht geleistet, aber schon an Bereitschaftsübungen teilgenommen. „Ich fahre schon sehr lange Motorrad, aber hier nimmt man eine Menge an technischem Wissen mit“, sagte der Hemminger.

Der 32-jährige Christian Schmidt ist seit seinem zehnten Lebensjahr Mitglied der Feuerwehr und fährt seit zehn Jahren Motorrad. Er sieht den Kurs als Herausforderung. „Dies heute hat mir definitiv was gebracht“, sagte er. „Besonders die Kurvenfahrten geben mir viel Sicherheit. So etwas traut man sich im Privaten gar nicht und in Extremsituationen ist es gut, wenn man so etwas schon mal gemacht hat. Hier kann ich Reserven austesten.“

Jacob Ester ist 32 Jahre alt und Mitglied der Ortsfeuerwehr Großburgwedel. Seit seinem 15. Lebensjahr Feuerwehrmitglied ist er ein Neueinsteiger bei den Kradmeldern. Er fährt privat sehr viel Motorrad, ist sich aber trotzdem sicher, dass ihm dieses Sicherheitstraining etwas bringt. „Ich lerne hier das Motorrad ziemlich gut kennen“, sagte Ester. Ob langsam oder kleine Kreise fahren, bremsen und ausweichen, Slalomfahrten und Bremsgrundlagen – der Tag auf dem ADAC-Gelände war ausgefüllt.

Die Regionsfeuerwehrbereitschaften werden im Katastrophenfall auch weit über die Region Hannover hinaus eingesetzt, in den vergangenen Jahren beispielsweise beim Hochwasser an der Elbe. Für jeden der fünf Brandschutzabschnitte der Region Hannover gibt es eine Regionsfeuerwehrbereitschaft, erläutert Armin Jeschonnek, zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Feuerwehrverband Region Hannover. Die Bereitschaft besteht aus mehreren Zügen zum Beispiel für Brandschutz, technische Hilfeleistungen, Wasserförderung, Wassertransport und Logistik. Jede dieser Einheiten besteht aus rund 100 Feuerwehrleuten. Zur Regionsfeuerwehrbereitschaft 3 gehören Hemmingen-Westerfeld, Laatzen, Pattensen und Springe und zur Bereitschaft 5 Burgwedel, Isernhagen, Langenhagen und Wedemark.

Von Andrea Weber

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