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Die Mitglieder des Laatzener Netzwerks für Flüchtlinge kommen am Dienstagabend im Musikraum des Erich-Kästner-Schulzentrums zur Besprechung zusammen.

Die Mitglieder des Laatzener Netzwerks für Flüchtlinge kommen am Dienstagabend im Musikraum des Erich-Kästner-Schulzentrums zur Besprechung zusammen.© Daniel Junker / www.junkerphoto.de

Laatzen-Mitte

Flüchtlingsnetzwerk benötigt mehr Ehrenamtliche

Das Laatzener Netzwerk für Flüchtlinge benötigt dringend mehr Ehrenamtliche. Diesen Wunsch haben gleich mehrere Teilnehmer des Netzwerkstreffens am Dienstagabend im Musikraum des Erich-Kästner-Schulzentrums geäußert. Bei der Betreuung der Flüchtlinge stoßen die Helfer mittlerweile an ihre Grenzen.

Laatzen-Mitte. "Wir brauchen dringend mehr Ehrenamtliche in den AGs Einzelbetreuung und Sprache", sagten mehrere Helfer unisono. "Wir haben keine weiteren Kapazitäten mehr und brauchen dringend Verstärkung." Zwar würden nicht mehr ganz so viele neue Flüchtlinge nach Laatzen kommen, die Betreuung der bereits Anwesenden nähme aber nach wie vor viel Zeit in Anspruch.

"Das Netzwerk und die Aufgaben verändern sich", sagte Mareike Fruth, Koordinatorin des Netzwerks. Die Ehrenamtlichen unterstützen die Flüchtlinge zum Beispiel beim Deutschlernen, sie begleiten sie zu Behörden und helfen bei der Suche nach einer Wohnung oder einem Ausbildungsplatz. Ein Problem: "Manche sind nicht mehr so sehr an Sprachförderung interessiert, sie wollen lieber arbeiten", sagte eine Helferin. Sie seien sprachlich aber noch nicht so fit, dass sie einen richtigen Beruf ergreifen können, und suchen nun Aushilfsjobs. An der Gutenbergstraße sei die Sprachförderung zwischenzeitlich sogar nahezu eingeschlafen, laufe aber mittlerweile wieder.

Gut nachgefragt seien die Aktivitäten in den Fahrradwerkstätten im Flüchtlingsheim Oesselse sowie in Rethen. Es gebe derzeit eine Warteliste für etwa 180 Fahrräder, sagt Fruth. Der Ehrenamtliche Arthur Rupp freut sich darüber, dass die Fahrradwerkstatt in Oesselse mittlerweile nicht mehr nur eine Reparatur- und Ausgabestelle sei. "Das ist ein richtiger Treffpunkt geworden. Aus den Geflüchteten, die wir von Anfang an betreut haben, sind richtige Freunde geworden." 

Wie Flüchtlingssozialarbeiterin Nadine Wahsner berichtete, erstellt die Stadt derzeit eine Liste mit Angeboten für Flüchtlinge in Laatzen. Diese könne auch den Ehrenamtlichen eine Orientierungshilfe bieten. Dabei soll auch erfragt werden, was noch benötigt wird. Die Helfer überlegen zudem, welche Projekte sie neben der konkreten Betreuung noch anbieten können und wollen. Den Vorschlag, im nächsten Jahr sogenannte "Nationalabende" zu organisieren, wollen die Beteiligten weiterverfolgen. Dies könnten zum Beispiel Feste sein, bei denen die neu nach Laatzen Gezogenen ihre Kultur vorstellen - zum Beispiel mit Musik, Speisen und Tänzen aus ihren Heimatländern.

Flüchtlinge wollen mehr Sport machen

Die bei dem Treffen anwesenden Flüchtlinge gegrüßten die Idee, wünschen sich aber auch mehr Sportmöglichkeiten. Vor einiger Zeit gab es in Laatzen Fußballabende, die von Ehrenamtlichen betreut wurden. Nachdem den Flüchtlingen der Kontakt zu Sportvereinen vermittelt wurde, seien diese Sportabende eingestellt worden, hieß es beim Netzwerktreffen. Die Flüchtlinge seien aber weiterhin an Sport interessiert. Agid Bajo, der derzeit beim Netzwerk für Flüchtlinge ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolviert, schlug vor, dass die Helfer in den Wohnheimen eine Liste mit den Angeboten der Sportvereine verteilen könnten. Die Ehrenamtlichen könnten bei der Kontaktaufnahme helfen.

Heimbetreiber schreckt Helfer ab

Neben den anderen Unterkünften würden die Helfer auch im neu eröffneten Flüchtlingswohnheim an der Hildesheimer Straße 305a in Rethen gerne Sprachförderung anbieten. "Wir haben das Flüchtlingsheim besucht, die Vorgaben für die Ehrenamtlichen haben uns aber nicht so gut gefallen", sagte eine Helferin aus dem Netzwerk. Der Betreiber European Homecare habe zunächst gefordert, dass die Ehrenamtlichen ein Bewerbungsgespräch führen, bevor sie im Heim tätig werden dürfen. "Das hat viele von uns abgeschreckt", ärgerte sich die Ehrenamtliche. Immerhin: Nach einem Gespräch mit dem Betreiber hätten sich die Voraussetzungen jetzt laut Fruth geändert. "Es gibt eine Vereinbarung mit European Homecare, dass wir als Ehrenamtliche dort Sprachförderung anbieten können." Notwendig sei dafür ein erweitertes Führungszeugnis. Das Bürgerbüro stelle dies den Helfern kostenlos aus.

Von Daniel Junker


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