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"Logistikzentrum Rethen-Ost": Mitarbeiter eines Archäologenteams sowie des Kampfmittelräumdienstes überprüfen die 70 Zentimeter tiefen Kontrollstreifen auf  der 30 Hektar großen Fläche südlich der Bundesstraße 443 und östlich der B 6.

"Logistikzentrum Rethen-Ost": Mitarbeiter eines Archäologenteams sowie des Kampfmittelräumdienstes überprüfen die 70 Zentimeter tiefen Kontrollstreifen auf  der 30 Hektar großen Fläche südlich der Bundesstraße 443 und östlich der B 6.
© Astrid Köhler

Rethen

Archäologen und Kampfmittelexperten prüfen Fläche

Auf der Fläche des künftigen Logistikzentrums Rethen-Ost südlich der B443 sind Kampfmittel gefunden worden. Mit Archäologen untersuchen nun auch Experten des Räumdienstes das 32 Hektar große Gebiet. Unabhängig davon beschlossen Ortsrat und Fachausschuss am Montag die Auslegung des Bebauungsplans.

Rethen.  Die HRG (Hannover Region Grundstücksgesellschaft ) ist ihrem Ziel, eine fast 32 Hektar große Flächen Rethens südlich der Bundesstraße 443 für ein neues Logistikzentrum im Südosten der Region zu erschließen, ein Stück näher gekommen. Der Laatzener Stadtentwicklungsausschuss hat am Montag einhellig, der Ortsrat Rethen mehrheitlich für die Auslegung des Bebauungsplanes gestimmt. Auf der Fläche selbst jedoch sind noch weitere Arbeiten erforderlich. Neben Archäologen sind dort inzwischen auch Experten des Kampfmittelräumdienstes beschäftigt.

Eine Woche nach Beginn der archäologischen Untersuchungen seien Mitte November Kampfmittel gefunden worden, bestätigte HRG-Geschäftsführer Matthias Böhle auf Nachfrage dieser Zeitung: „Die zuständigen Stellen wurden umgehend informiert.“ Eine Fachfirma habe nun den Auftrag, die Fläche zu sondieren sowie Kampfmittel bei Bedarf zu bergen und zu entsorgen. 

Am Dienstagvormittag waren etwa ein halbes Dutzend Experten auf der mit 70 Zentimeter tiefe und etwa vier Meter breiten Streifen durchzogenen und von Erdhügeln übersäten Fläche beschäftigt, darunter auch mehrere Archäologen. Die weiteren vorbereitenden Arbeiten würden vermutlich in das Jahr 2018 hineinreichen, so Böhle. Im Frühjahr stehen dann – ein rechtskräftiger Bebauungsplan vorausgesetzt – die Umsiedlung des Feldhamsters und die eigentliche Erschließung des Gebietes an. 

Bei der gemeinsamen Gremiensitzung am Montag ging es um die nächste formale Etappe – die Einleitung der Beteiligungsverfahren für den Bebauungsplan. Vor der Abstimmung beantworteten die Vertreter von HRG und Stadtverwaltung Fragen der Zuhörer. Ob es Berechnungen zum erwarteten Lärmpegel im Gebiet gebe und ob Schleichverkehr durchs Wohngebiet dorthin ausgeschlossen werden könne, wollte Almut Hentschel wissen. Die HRG habe diese Fragen lange mit der Verwaltung und Fachplanern diskutiert, betonte HRG-Geschäftsführer Böhle.  Die Erschließungsstraße sei nur als Stich mit Wendehammer von der Bundestraße 443 vorgesehen. Ansonsten gebe es keine weitere Straßenanbindung. Die angrenzenden Wirtschaftswege, die auch Fußgänger und Radfahrern nutzen, blieben unangetastet. 

Bezüglich der Geräuschentwicklung sahen die Vertreter von HRG und Stadtverwaltung keine Probleme. „Es werden keine übermäßigen Lärmquoten erwartet, die auf die Ortslage von Rethen einwirken würden“, sagte Böhle mit Verweis auf das Schallgutachten und der HRG-Projektleiter Holger Keese ergänzte: „Die Grenzwerte sind festgelegt und im B-Plan verankert. Jeder, der dort Flächen bebaut, muss diese einhalten.“ Laut Teamleiter Jörg Schmidt liegen die definierten Grenzerte nachts im Bereich von 48 bis 58 und tagsüber bei 55 bis 65 Dezibel.

Auch die Entwässerung des zur Bruchriede hin abfallenden und künftig mit Straßen und Hallen bebauten Geländes sei gesichert, betonte Anja Gnadt vom Team Tiefbau: „Die Maßgabe ist, dass von der Fläche nicht mehr Wasser abgehen darf als vorher.“ Allen sei bewusst, dass es sich um ein „sensibles Gebiet“ handele, sagte Gnadt auf die Anmerkungen von Zuhörer Matthias Odenthal. So sei nicht nur ein Regenrückhaltebecken für die Versiegelung durch die Erschließungsstraße vorgesehen sondern müssten zusätzliche Zisternen gebaut werden. Wie die künftigen Bauherren dies regelten bleibe ihnen überlassen. Weil wegen des um sieben Meter abfallenden Geländes eh Erde bewegt werden müsse, biete sich eine unterirdischer Stauraum an. 

Nachdem der Ortsrat und Stadtentwicklungsausschuss am Montag mehrheitlich für den Auslegungsbeschluss stimmten – nur zwei Ortsratsleute von SPD und Grünen enthielten sich – muss am Donnerstag nur noch der Verwaltungsausschuss grünes Licht geben. Dies vorausgesetzt wird der Bebauungsplan dann vom 15. Dezember bis 31. Januar öffentlich ausgelegt: im Rathausfoyer sowie beim Team Stadtplanung in der achten Etage des Rathauses.  Im selben Zeitraum können Bürger und andere Beteiligte auch mögliche Bedenken und Anregungen vorbringen.

Laatzens Bürgermeister Jürgen Köhne äußerte sich positiv über die erwartete Neuansiedlung von Firmen und Unternehmen in dem bereits seit 2013 geplanten Logistikzentrum Rethen-Ost: „Ich bin froh, dass es nach Jahren des Stillstands nun endlich weitergeht. Voraussichtlich Mitte nächsten Jahres werden wir schon die ersten Entwicklungen sehen können.“

"Logistikzentrum Rethen-Ost"

"Logistikzentrum Rethen-Ost": Vertreter der Hannover Region Grundstücksgesellschaft, darunter HRG-Geschäftsführer Matthias Böhle, erläutern bei der gemeinsamen Sitzung von Stadtenwicklungsausschuss und Ortsrat die Erschließungspläne. Das Gebiet soll über die Bundesstraße 443 erschlossen werden und für motorisierte Fahrzeuge ausschließlich auf diesem Weg erreichbar sein.  

Quelle: Astrid Köhler

Von Astrid Köhler


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