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Dass Laatzen in den Siebzigerjahren einen Bauboom erlebte, hängt maßgeblich auch mit dem 1968 verliehenen Stadttitel zusammen. Zu dieser Entwicklung gehört auch der Bau des Rathauses im Jahr 1975, über dessen Eingang das Laatzener Wappen hängt.

Dass Laatzen in den Siebzigerjahren einen Bauboom erlebte, hängt maßgeblich auch mit dem 1968 verliehenen Stadttitel zusammen. Zu dieser Entwicklung gehört auch der Bau des Rathauses im Jahr 1975, über dessen Eingang das Laatzener Wappen hängt.© Dorndorf

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Laatzen

50 Jahre Stadt Laatzen: 2018 wird zum Jubiläumsjahr

Laatzen steht vor einem Jubiläumsjahr: Am 21. Juni 1968 wurde die damalige Gemeinde zur Stadt. Gefeiert werden soll das 50-jähriges Bestehen unter anderem mit einem Festakt, einer Ausstellung und einem Fest der Sinne XXL. Die Vorbereitungen laufen bereits.

Laatzen. Der zentrale Festakt fällt im nächsten Jahr auf einen Donnerstag. "Es ist uns wichtig, genau an dem Tag zu feiern, an dem der Stadt die Urkunde übergeben wurde", sagt Stadtsprecher Matthias Brinkmann, der zum Organisationsteam für das Jubiläumsjahr gehört. Ausrichten will die Stadt die Veranstaltung in der Albert-Einstein-Schule, wo mit Musik und einem Festvortrag an die Entwicklung erinnert werden soll, die Laatzen genommen hat - sowohl vor als auch nach der Stadtwerdung. Angefragt ist dafür der Historiker Carl-Hans Hauptmeyer, emeritierter Professor der Leibniz-Uni Hannover, der vor einigen Jahren bereits mit Studenten die Bestände des Stadtarchivs gesichtet hatte.

Dass die Feier nicht auf ein Wochenende fällt, dürfte angesichts der übrigen Veranstaltungen im Jubiläumsjahr kein Problem sein: Vor allem beim Fest der Sinne vom 24. bis 26. August, das ebenfalls unter dem 50 Jahre Stadt Laatzen stehen soll, werden Laatzens Bürger genügend Gelegenheit zum Feiern haben. Das genaue Programm stehe zwar noch nicht fest, sagt Brinkmann. "Das Fest soll aber auf jeden Fall größer ausfallen als sonst."

Eingeläutet wird das Jubiläumsjahr mit dem Neujahrsempfang am 21. Januar, der laut Stadtverwaltung auf die weiteren Veranstaltungen hinführen soll. Im Umfeld des offiziellen Festakts am 21. Juni plant die verwaltungsinterne Planungsgruppe, die für das Programm eingerichtet wurde, eine Ausstellung mit Exponaten aus der Laatzener Geschichte im Leine-Center. Dabei soll nicht nur die Entwicklung der vergangenen 50 Jahre, sondern auch die übrige Historie beleuchtet werden. "Unser Archivar Sören Lindner sammelt bereits im Austausch mit dem Niedersächsischen Staatsarchiv Exponate dafür", sagt Brinkmann. Am Sonnabend, 23. Juni, folgt dann ein Tag der offenen Tür im Betriebshof an der Karlsruher Straße - nach dem Vorbild der gut besuchten Veranstaltung im Eröffnungsjahr 2014. Für Sonntag, 24. Juni, haben sich die Laatzener Kirchengemeinden laut Brinkmann zudem bereit erklärt, einen ökumenischen Gottesdienst im Park der Sinne unter das Jubiläumsmotto zu stellen.

Um Hilfe gebeten hat die Stadt auch die Heimats- und Ortshistoriker aus den Laatzener Ortsteilen, mit denen eine Broschüre mit Texten zur Geschichte der Stadt und der Ortsteile erstellt werden soll.

Wie aus zwei Dörfern eine Stadt werden

Der formale Akt wurde am 21. Juni 1968 begangen: An jenem Tag waren Laatzens Honoratioren in die Turnhalle der Volksschule Laatzen - der heutigen Grundschule Rathausstraße - geladen worden, wo Niedersachsens Innenminister Richard Lehners die Urkunde an Stadtdirektor Erich Panitz und Bürgermeister Georg Heuer überreichte. Seitdem darf sich die bisherige Gemeinde Laatzen "Stadt" nennen: ein Meilenstein, der den rasanten Wachstum zur heutigen 41.000-Einwohner-Stadt ebnete.

Vorangegangen waren der Unterschrift lange Verhandlungen, die vor allem mit dem Namen des früheren Gemeindedirektors Erich Panitz verbunden sind. Panitz war es, der schon die Fusion der beiden ehemals unabhängigen Gemeinden Laatzen und Grasdorf im Jahr 1964 maßgeblich vorangetrieben hat. Aus dem gleichen Jahr stammen auch die ersten dokumentierten Gesprächsnotizen, laut denen Panitz das Ansinnen, den Stadttitel zu erhalten, gegenüber Hannovers Stadtdirektor Martin Neuffer geäußert haben soll. Im Juni 1965 beschließt der Gemeinderat dann, den Titel beim Innenministerium zu beantragen. Ende 1967 kommt Lehners dann selbst nach Laatzen, um sich ein Bild zu machen. Die Wirkung ließ nicht lange auf sich warten - ein halbes Jahr später erhielt Laatzen den Titel.

Frühestens 2022 folgt das nächste Jubiläum

Im Gegensatz zur Stadt können Laatzens Ortsteile auf eine erheblich längere Geschichte zurückblicken. Als nächstes Jubiläum steht die 1000-Jahr-Feier von Oesselse an: Der Ort wurde im Jahr 1022 erstmals in einer Stiftungsurkunde des Hildesheimers Michaelisklosters schriftlich erwähnt. Grasdorf kann dann 2026 sein 800-jähriges Bestehen feiern, Rethen 2050 eine 800-Jahr-Feier, Ingeln 2062 eine 900-Jahr-Feier und Gleidingen im Jahr 2083 seine 1100-Jahr-Feier.

Darüber, wann Laatzen selbst Geburtstag feiern kann, gab es in den vergangenen Jahrzehnten einige Verwirrung. 1959 hatte die damalige Gemeinde zwar ihr 700-jähriges Bestehen gefeiert, sich aber wohl bei dem Datum vergriffen: Wie der ehemalige Stadtarchiv-Mitarbeiter Wolfgang Bockhorst später herausfand, stammt die erste Erwähnung Laatzens wohl aus dem Jahr 1227. Damals habe Bischof Konrad von Hildesheim den Kauf einer Vogtei in Hohenhameln von Dietrich von Depenau beurkundet - bezeugt von einem "Conradus von Lathusen". Erstmals als Ort erwähnt wurde Laatzen in einer Urkunde vom 28. Mai 1253, im der dem hannoverschen Bürger Eilhard Dumeke "eine Hufe in Lathusen" verliehen wird. Wegen der Unklarheit hatte die Stadt 2009 auf eine 750-Jahr-Feier verzichtet, der nächste mögliche Termin wäre demnach 2027.

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Im Juni 1965 beschließt der Gemeinderat, dass Gemeindedirektor Erich Panitz (stehend) den Stadttitel beim Innenministerium beantragen soll.

Quelle: Stadt Laatzen

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Laatzen ist ...

  • ... eine Stadt südlich von Hannover mit mehr als 40.000 Einwohnern.
  • ... mit dem Park der Sinne und dem Luftfahrtmuseum ein beliebtes Ausflugsziel.
  • ... Heimat der Wasserball-Bundesligamannschaft SpVg Laatzen.
  • ... während großer Messen auch Haltepunkt für ICE-Züge.
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