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Nachrichten Wietzeaue: Zu feucht für den Straßenbau
Region Isernhagen Nachrichten Wietzeaue: Zu feucht für den Straßenbau
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16:50 09.02.2018
Die Heinrich-Grethe-Straße ist noch eine Schlaglochpiste. Quelle: Frank Walter
Altwarmbüchen

 Der extrem hohe Grundwasserspiegel im Neubaugebiet Wietzeaue bereitet der Gemeindeverwaltung Probleme – und auch der mit dem Straßenausbau beauftragten Firma. Die Arbeiten, die Ende Juli 2017 begonnen hatten, hätten längst abgeschlossen sein sollen, werden sich aber wohl noch wochenlang hinziehen.

Mancher Anwohner wird angesichts der Schlaglochpiste vor seiner Haustür ungeduldig, und auch Politiker haben schon im Rathaus nachgefragt, was denn da los ist. Man könne nur um Geduld bitten, heißt es aus der Gemeindeverwaltung. Tatsächlich müssen die Neubürger seit langem mit nur provisorisch befestigten Baustraßen und Schlagloch-durchzogenen Seitenstreifen leben. Das betrifft vor allem die Heinrich-Grethe-Straße, die den westlichen Teil des Neubaugebiets vom Minikreisel aus erschließt, aber auch ein Stück der Hirtenwiese.

„Der Rest ist fertig geworden, bevor der große Regen kam“, sagt Bauamtsleiterin Heike Uphoff und benennt dabei gleich die Hauptursache für den hohen Grundwasserspiegel: die enormen Niederschlagsmengen der vergangenen Monate, die nicht nur den Landwirten zu schaffen machten. „Auch uns bereitet der extreme Regen große Probleme.“ 

In der Konsequenz stehe das Wasser in der Wietezaue stellenweise so hoch an, dass die Bauarbeiter den Untergrund der bisherigen Baustraßen nicht erneut verdichten könnten, was für den Endausbau aber unbedingt nötig sei. „Das wackelt dann wie Pudding“, sagt Andrea Hohmann-Röper aus der Tiefbauabteilung. Gerüchten, die mit dem Straßenbau beauftragte Firma arbeite absichtlich langsam, um mehr Geld zu verdienen, tritt Uphoff entgegen: Das Unternehmen werde keineswegs nach Zeit bezahlt, sondern nach Baufortschritt – die Verzögerung sei für sie also sogar nachteilig.

Doch allein mit dem vielen Regen lässt sich der Grundwasserspiegel in der Wietzeaue nicht erklären. Die Gemeinde hat deshalb noch einmal einen Bodengutachter mit der Ursachenforschung beauftragt – allerdinsg ohne eindeutiges Ergebnis. Offenbar treffen in der Wietzeaue außer den vielen Niederschlägen mehrere Faktoren zusammen. So hatte die Gemeinde Areale eingezäunt, die später zu Grünflächen werden sollen. Teilweise hätten Baufirmen die Zäune beiseite geschoben, um dort Material zu lagern oder diese Bereich mit Lastwagen zu überfahren. Das habe dort den Boden verdichtet, so dass Wasser schlechter abfließen könne, so die Verwaltung. Dabei sei das Gebiet vor der Erschließung extra mit versickerungsfähigem Material aufgefüllt worden, damit sich das wasser seinen Weg suchen könne.

Zudem sind offenbar einige Garagen und Carports im Neubaugebiet anders als in den Kaufverträgen vorgegeben nicht an die Regenwasserkanalisation angeschlossen – diese Dachflächen entwässern stattdessen in den Untergrund, was dort die Problematik verschärft. Die Gemeinde wird diesen Fehlanschlüssen nachspüren.

Ein weiterer Faktor dürfte die noch sehr spärliche Vegetation in der Wietzeaue sein. Bäume, Sträuche und Rasenflächen werden viel Wasser ziehen, Wurzeln, Würmer und Mikroorganismen zudem den verdichteten Boden wieder auflockern, sind die Fachleute im Rathaus überzeugt. Die Probleme mit dem feuchten Boden würden sich also relativieren, wenn die Gärten und öffentlichen Flächen erst einmal begrünt seien.

Stand jetzt rechnet die Gemeindeverwaltung mit dem Abschluss des Straßenausbaus in der Wietzeaue für Ende März – immer vorbehaltlich des Wetters, denn außer neuem Regen würde auch eine längere Frostperiode die Arbeiten verzögern. Betonarbeiten, wie sie beim Fußwegbau nötig sind, müssten dann wieder verschoben werden. Parallel dazu sucht das Rathaus nach Möglichkeiten, mehr Wasser aus der Wietezaue abzuleiten, beispielsweise durch Mulden.

Von Frank Walter

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