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Region Isernhagen Nachrichten Vergewaltiger geht in Haft
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00:18 03.12.2017
Das Schöffengericht Burgwedel hat einen 27-jährigen Isernhagener wegen erzwungenen Oralsexes zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Quelle: Archiv
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Isernhagen

Oralsex unter Gewaltanwendung: Dafür hat das Schöffengericht Burgwedel einen 27 Jahre alten Mann aus Isernhagen jetzt zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Der Mann selbst stritt die Tat vor Gericht ab.

Vor Amtsrichter Michael Siebrecht wurde die Beziehung zwischen dem heute 27-Jährigen und seiner jüngeren Exfrau bis ins Detail beleuchtet. Am Schluss stand für das Schöffengericht fest, dass der Täter sich „den Sex geholt hat, wie er ihn haben wollte“, sagte der Amtsrichter. Nun geht der Mann dafür in Haft.

Die Frau hatte ihren späteren Ehemann 2009 kennengelernt, beide gehörten damals dem selben Freundeskreis an. Sie selbst wurde früh Mutter, der Vater des Kindes ist allerdings ein anderer Mann. Drei Jahre später ging das Paar, dass sich nun vor Gericht wiedersah, eine Beziehung ein und heiratete. Zunächst sei auch alles gut gewesen, ein weiteres Kind wurde geboren, berichtete die junge Frau im Zeugenstand. Bis zum ersten Ausraster in einer Diskothek: Unter Drogeneinfluss habe er ihr ein Mobiltelefon an den Kopf geworfen und sie geschlagen.

Danach habe das Martyrium erst richtig begonnen. Monatelang habe er sie bezichtigt, dass sie mit einem anderen Mann Geschlechtsverkehr gehabt habe. Er habe ihr immer wieder ein Video gezeigt, auf dem sie angeblich zu sehen gewesen sei. Sie habe sich wiederholt ausziehen müssen, damit er die Frau auf dem kurzen Streifen mit ihr habe vergleichen können. „Er steigerte sich immer wieder hinein, flippte aus und schlug mich krankenhausreif“, schilderte die Frau vor Gericht. Dabei habe er ihr die Nase gebrochen, die später habe gerichtet werden müssen.

In der Folgezeit habe die Frau laut eigener Aussage andauernde sexuelle Übergriffe hinnehmen müssen. Mehrmals am Tag habe ihr Mann sie zum Geschlechtsverkehr gezwungen – und dabei gesagt, dass sie ihre Ehepflichten zu erfüllen habe. Die junge Frau beteuerte während der sechs Stunden langen Verhandlung, dass sie nicht gewusst habe, dass sie nicht alles einfach so habe hinnehmen müssen. „Er ist sexsüchtig“, sagte die zweifache Mutter. 

Der Übergriff, der schließlich zur Anklage und auch zur Verurteilung führte, hatte sich nach Überzeugung des Gerichts im Herbst 2015 so ereignet: Der Mann zwang seine Ehefrau zum Oralverkehr, indem er sie an den Haaren zog. Auf die Frage des Strafverteidigers, warum sie damals nicht gleich die Polizei gerufen habe, antwortete sie, dass es ihr nicht klar gewesen sei, dass es sich dabei um eine Straftat gehandelt habe. Erst durch die Intervention der Fachberatungsstelle Violetta, die missbrauchte junge Frauen berät, habe sie ihren Mann 2016 schließlich angezeigt. Seit diesem Zeitpunkt hatte das Paar keinen Kontakt mehr, die Ehe ist mittlerweile geschieden.

Das Schöffengericht Burgwedel glaubte der jungen Frau. Amtsrichter Michael Siebrecht betonte in seiner Urteilsbegründung, dass sie ihre Aussagen schlüssig gewesen seien. Der äußerlich unscheinbare Angeklagte hingegen, der bereits einmal wegen Körperverletzung zu einer Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden war, hatte die Tat im Prozess nicht eingeräumt. 

Von Katerina Jarolim-Vormeier

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