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Das Luftbild zeigt die alten Pläne für einen Anbau am Gebäude der heutigen Heinrich-Heller-Schule zwischen Lahriede und Jacobistraße, die seit den Neunzigerjahren im Rathaus vorliegen.

Das Luftbild zeigt die alten Pläne für einen Anbau am Gebäude der heutigen Heinrich-Heller-Schule zwischen Lahriede und Jacobistraße, die seit den Neunzigerjahren im Rathaus vorliegen.
© Gemeinde Isernhagen

Isernhagen

Ojemann: Schulumzug ist Chance zur Mitgestaltung

Nach dem Ortsrat Altwarmbüchen hat sich der Schulausschuss als zweites Gremium mit dem künftigen Standort der Grundschule Altwarmbüchen befasst –und empfahl am Ende ebenfalls den Umzug ins Gebäude der Heinrich-Heller-Hauptschule.

Altwarmbüchen.  Der Schulausschuss hat am Dienstagabend mehrheitlich für den Umzug der Grundschule Altwarmbüchen an die Jacobistraße im Sommer 2021 gestimmt. Einzig Lehrervertreterin Birgitt Klemp-Raske stimmte dagegen. Zuvor hatte Sigrun Bilges (Grüne) zwar noch weiteren Beratungsbedarf angemeldet, um das Pro und Kontra beider Schulgebäude abzuwägen. Doch die Argumente der Ersten Gemeinderätin Nicole Jürgensen überzeugten anschließend die Politiker.

Der Brandschutz am heutigen Standort der Bernhard-Rehkopf-Straße entspreche aktuell nicht den Richtlinien, so Jürgensen. Die Kosten für die Erfüllung der Brandschutzvorgaben durch die Region Hannover seien hoch – und es wäre gut, wenn dieses Geld nicht ausgegeben werden müsste. Ein Dutzend anwesender Eltern und Lehrer, die sich für den Erhalt des derzeitigen Standortes der Grundschule einsetzen, stand daraufhin genervt auf und verließ enttäuscht die Sitzung. 

Die Zeichen stehen auf Ganztagsbetrieb

Die Einführung des Ganztagsbetriebs an den Grundschulen in Isernhagen beschäftigt die politischen Gremien schon lange. Das Pilotprojekt zur Einrichtung eines Ganztagsangebots an der Grundschule in N.B. war im Mai zunächst gescheitert, nachdem eine Elternbefragung kein eindeutiges Ergebnis für die Form des Ganztagsbetriebs ergeben hatte.

Nun haben sich die Ratsparteien darauf geeinigt, künftig alle Isernhagener Grund- zu Ganztagsschulen umzuwandeln – als erste die Grundschule N.B. zum Sommer 2019 als offene Ganztagsschule. Das Votum im Schulausschuss am Dienstagabend fiel wie zu erwarten einstimmig aus. Der Beschluss soll am 7. Dezember im Rat fallen. „Somit würden die Hortplätze nicht mehr so stark frequentiert werden“, schlussfolgerte Burkhard Kinder (CDU). Weil die Ganztagsschulen aber lediglich die Betreuung bis voraussichtlich 15 Uhr sicherstellen werden, „werden an den Schulen Kooperationen mit den Horten weiter benötigt werden“, erklärte Amtsleiterin Silvia Voltmer.

Zuvor hatte die aus Lehrern und Eltern bestehende Arbeitsgemeinschaft „Standort Grundschule“ in der Einwohnerfragestunde wie bereits eine Woche zuvor im Ortsrat Altwarmbüchen ihre Argumente für den verbleib an der Bernhard-Rehkopf-Straße dargelegt. Die AG-Mitglieder Sonja Schneider und Julia Olbrich argumentierten mit kurzen Wegen, der Nachbarschaft zum Schwimmbad, zur Bücherei, Feuerwehr und den Kirchengemeinden. „Trotz der Nähe zum Bad können Schüler effektiv nur 25 Minuten schwimmen. Mit dem neuen Standort würde sich die Schwimmzeit verkürzen“, erklärte Lehrerin Olbrich. Nach wie vor gebe es 25 Prozent Nichtschwimmer an der Altwarmbüchener Grundschule. Auf der Liste der AG standen auch noch die Aula, die sie vermissen würden, die gefährliche Querung der Stadtbahnlinie und die schwierige Verkehrssituation an der Jacobistraße, wenn dort viele „Eltern-Taxis“ halten müssten.

Für Hans-Edgar Ojemann war diese Argumentation nichts Neues. Vielmehr riet der Sozialdemokrat dazur, die Chance zur Mitwirkung zu nutzen: „Sie haben eine große Möglichkeit, in den nächsten drei Jahren die neue Grundschule aktiv mitzugestalten“, warb Ojemann um die Zustimmung der Lehrer und Eltern zum neuen Standort im Gebäude der auslaufenden Heinrich-Heller-Hauptschule. So sah es auch Birgitt Klemp-Raske, Lehrervertreterin im Schulausschuss. Die Pädagogin sprach aus eigenen Erfahrungen an der noch jungen IGS: „Es gibt ganz viele Gestaltungsmöglichkeiten, die es am alten Standort nicht geben würde.“ Gleichwohl brach die Lehrerin eine Lanze für die Grundschule im Altwarmbüchener Zentrum, weil das Schulgebäude an der Jacobistraße weitab vom Schuss stehe und den Kindern somit lange Schulwege abverlange.

Günther Wieneke, Vereinschef des TuS Altwarmbüchen, sorgt sich indes um fehlende Hallenzeiten für den Sportverein, wenn die Turnhalle an der Bernhard-Rehkopf-Straße abgerissen werden sollte. Schulamtsleiterin Silvia Voltmer verwies auf den Schulcampus am Helleweg, wo eine neue, größere Sporthalle errichtet werden soll.

Über den Standortwechsel der Grundschule Altwarmbüchen berät final der nichtöffentliche Verwaltungsausschuss. Der Beschluss fällt am Donnerstag, 7. Dezember, öffentlich im Rat der Gemeinde.

Von Katerina Jarolim-Vormeier


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Isernhagen ist ...

  • ... eine Gemeinde nordöstlich von Hannover mit knapp 23.000 Einwohnern
  • ... Heimat von Olympiasiegerin Anke Kühn (Hockey)
  • ... Gründungsort des Radiosenders ffn
  • ... nach dem durchschnittlichen Einkommen der Bürger die wohlhabenste Gemeinde in Niedersachsen
  • ... Sitz des Lederwarenherstellers Bree Collection
  • ... 6x pro Woche Thema in der Nordhannoverschen Zeitung, die als Heimatzeitung in Isernhagen der Neuen Presse beiliegt. Im Abo und am Kiosk - ohne Mehrkosten.