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Nachrichten Behörden setzen auf Dialog
Region Isernhagen Nachrichten Behörden setzen auf Dialog
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00:17 15.12.2017
Vorn weist ein ehrenamtlicher Streckenposten den Sportlern den Weg, hinten regelt ein Polizist den Autoverkehr: So war es bislang beim Altwarmbüchener Triathlon, und so muss es nach Meinung des Veranstalters auch bleiben Quelle: Archiv
Isernhagen

 Im Dialog mit Veranstaltern und der Genehmigungsbehörde prüft die Polizei, wo in Isernhagen sie noch Schützenausmärsche, Laternenumzüge und Co. begleitet muss – und wo sie das Personal künftig sparen und anders einsetzen kann. 

Einige Wochen nach der für Burgwedel zuständigen Region hat sich jetzt auch die Gemeinde Isernhagen geäußert, die als Verkehrsbehörde selbst für ihre sieben Ortsteilen zuständig ist. Die Region hatte mit der Ansage, dass Schützenausmärsche zum Scheibenannageln in Burgwedel ohne Polizeibegleitung auf Hauptverkehrsstraßen „leider nicht mehr genehmigt werden können“, bei den Vereinen für großen Unmut gesorgt. Letztlich hatte sie aber angekündigt, dass man noch nach einer akzeptablen Lösung suche.

Die Verkehrsbehörde der Gemeinde Isernhagen setzt von Anfang an auf Gespräche mit der Polizei und den Veranstaltern. Kein Laternenumzug habe abgesagt werden müssen, berichtet Ordnungsamtsleiter Michael Niederhausen. Diese führten aber ohnehin vorwiegend durch Wohngebiete, was aus verkehrsbehördlicher Sicht ohne Polizeibegleitung möglich sei. 

Für das große Schützenfest der Altdörfer sei vereinbart, dass die Polizei den Sternmarsch am Sonntag weiterhin begleite. Anders sieht es bei den Umzügen zum Scheibenannageln am Schützenfest-Sonnabend aus: Niederhausen hofft, dass, wo dies erforderlich ist, die Polizei zumindest kurzfristig den Verkehr auf den Hauptstraßen regelt. 

Der Umzug zum Scheibenannageln in H.B. ist laut Schützen-Chef Ralf Auras unproblematisch verlaufen. Die Polizei sei zwar nicht dabei gewesen, aber die Feuerwehr habe den Zug vorn und hinten abgesichert, als dieser zweimal kurz die Burgwedeler Straße genutzt habe.

Man prüfe individuell, wo die Polizei dabei sein müsse, sagt Frank Bührmann, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes im Polizeikommissariat Großburgwedel. „Wo eine polizeiliche Begleitung erforderlich ist, werden wir sie auch leisten.“ Dabei helfe es allerdings, wenn die Veranstalter mitzögen und sich besser absprächen. Wenn wie in Burgwedel vier Laternenumzüge für das gleiche Zeitfenster angemeldet würden, sei das leider „kein Entgegenkommen“.

Eine Besonderheit in Isernhagen stellt der alljährliche Triathlon des Schwimm-Clubs Altwarmbüchen dar – vor zwei Jahren beispielsweise hatten immerhin 18 Polizisten die 90 ehrenamtlichen Streckenposten unterstützt. Organisator Eckhard Bade spricht von guten Gesprächen mit Ordnungsamt und Polizei. Zwar sei er gefragt worden, ob auch eine andere Radstrecke möglich sei. Im Vergleich zum Polizeiaufgebot bei Fußballspielen findet Bade die Polizeibegleitung zum Triathlon „vertretbar“, und eine Radstrecke durch die Feldmark ohne Zuschauer sei für die Sportler unattraktiv – es müsse beim Rundkurs durch die Orte bleiben. Ohne die hoheitlichen Rechte der Polizei sei ihm solch eine Veranstaltung zu heikel: „Falls sie sich zurückzieht, hören wir auf“. Aber im Moment sei er optimistisch: „Wir gehen davon aus, dass wir planen können wie gehabt.“

Die Frage nach der Haftung treibt auch Schützen-Chef Ralf Auras um: Was ist, wenn es beim Ausmarsch zu einem Unfall wie beim Laternenumzug in Großburgwedel kommen sollte? Bei solchen Gedanken „verliert man als Vorsitzender die Lust“.

Von Frank Walter

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