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Region Isernhagen Nachrichten Die „Ahnung von Oper“ bleibt diesmal aus
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00:16 13.12.2017
Nienke Otten und Brian Davis singen im Isernhagenhof Opernarien. Quelle: Jürgen Zimmer
Isernhagen F.B

 Die Reihe „Oper am Nachmittag“, seit 2014 fester Bestandteil des Programms im Isernhagenhof, hat einen Stammpublikum aus überwiegend älteren Menschen. Nun wurde unter dem Titel „Oper zum Advent“ ein Programm zur Primetime am Sonnabendabend aufgeführt. Aber zu dieser Zeit kommt ein anderes Publikum als sonntagsnachmittags um 15 Uhr. 

Die ursprüngliche Idee von John Pickering, Vorstandsmitglied im Isernhagenhof Kulturverein und Initiator der Reihe, war es, Nachwuchssängern eine Plattform zu bieten und beliebte Opernarien zu den Menschen zu bringen. So gab es gelungene Veranstaltungen, bei denen mit wenig Mitteln durch Kostüme und Rollenspiel eine „Ahnung von Oper“ geschaffen wurde. Das gelang am Sonnabendabend vor etwa 150 Zuhörern nicht. „Ich bin sehr enttäuscht“, sagte Barbara Dussa-Knischewski aus Isernhagen, selbst regelmäßige Opernhaus-Besucherin. „Da ist keine Atmosphäre, da sind keine Emotionen zu spüren und vor allem: für eine Adventveranstaltung viel zu tragend“. Dem stimmten auch ihre beiden Freundinnen zu.

Tatsächlich waren es drei Sänger, die abwechselnd die Bühne betraten und eine kunterbunte Arien-Mischung sangen. Es gab keinen sichtbaren roten Faden, keinen Zusammenhang, außer dem, dass die Auswahl meist dem Repertoire der Sänger entsprach. Drei Duette waren bereits die Höhepunkte. Da war die beliebte Arie der Lauretta, die sich lieber in den Fluss Arno stürzen will, als ihre Liebe zu verlieren, aus „Gianna Schicchi“ von Puccini, und die Arie der Gilda aus Verdis „Rigoletto“, sehr einfühlsam und silberklar von der jungen Sopranistin Nienke Otten gesungen. Weiter ging es mit Richard Wagner und Andrea Chénier, dann die Arie des Bajazzo. Mozarts „Zauberflöte“ war mit dem herrlichen Duett der Pamina und des Papageno vertreten, und Giuseppe Verdi mit dem Duett des Jago und Otello aus seiner gleichnamigen Oper, beeindruckend intensiv gesungen von dem bereits 67-jährigen Heldentenor John Treleaven und dem 20 Jahre jüngeren Bariton Brian Davis. Stets aufmerksam begleitet von Adam Laslett am Klavier und moderiert von John Pickering.

Nach einer zu langen Pause gab es Weihnachtslieder satt, zu denen auch das Publikum per Texteinblendung mitsingen konnte. Das schaffte etwas Stimmung, aber „O du Fröhliche“ und „Jingle Bells“ haben mit Oper zum Advent wenig zu tun, auch wenn Otten und Treleaven noch ein bezaubernd galantes Duett aus der „Lustigen Witwe“ sangen.

Von Jürgen Zimmer

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