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Bei der KEP-Lounge im Maritim Airport Hotel spricht Axel Bree über Familienunternehmen.

Bei der KEP-Lounge im Maritim Airport Hotel spricht Axel Bree über Familienunternehmen.
© TIM A. BRUENING

Langenhagen

Logistiker reden über Damenhandtaschen

Eigentlich dreht sich bei der KEP-Lounge alles um Logistik – dieses Mal aber legte Axel Bree im Maritim Airport Hotel den Fokus auf Damenhandtaschen aus seiner Kollektion und auf Familienbetriebe. 

Langenhagen.  Wenn die Unternehmen Citipost, Pralle und Logiline in die KEP-Lounge beim Maritim Airport Hotel einladen, dann geht es normalerweise um Logistik in all ihren Facetten. Schließlich steht KEP für Kurier, Express und Post. Bei jüngsten Treffen der Unternehmer rückte Axel Bree vom gleichnamigen Taschenlabel die Damenhandtasche in den Vordergrund – ebenso wie die Besonderheit von Familienunternehmen, die viele seiner Zuhörer aus der eigenen Biografie kennen. 

Doch nicht nur bei diesem Aspekt stellten Teilnehmer und Referent eine Gemeinsamkeit fest: Etliche hatten während ihrer Schulzeit auch jene Naturledertasche genutzt, auf der das Unternehmen nach Aussage Brees fußt. „Damals haben wir einen Trend gut erwischt, weil Naturmaterialien angesagt waren und sich jeder seine Tasche selbst signieren konnte“, sagte Bree und fügte hinzu, er habe darauf durchaus die eine oder andere Notiz für eine Klassenarbeit verewigt.

Quelle: TIM A. BRUENING

Dann aber änderten sich die Trends, unter der Leitung seines Vaters Wolf Peter Bree musste das Unternehmen aus Isernhagen darauf reagieren. Nach dessen plötzlichem Tod im Jahr 1996 übernahm zunächst ein Geschäftsführer außerhalb der Familie das Management: „Es war klar, dass mein Bruder Philipp und ich ins Unternehmen einsteigen, aber nicht zu diesem Zeitpunkt“, sagte Bree und fügte hinzu, es habe sich ausgezahlt, dass sein Vater frühzeitig die Weichen gestellt habe. Diesen Rat gab er auch anwesenden Unternehmern für eine mögliche Nachfolgeregelung mit den Kindern: „Nur wenn es eine klare Linie in der Aufteilung gibt, funktioniert es.“

Denn einerseits sei ein Familienunternehmen, „das Beste, was es gibt“. Anderseits spielten genau wegen der Familie ganz viele Emotionen eine wichtige Rolle. „Ein Bruder bleibt ein Bruder, und wir spielen heute noch Tennis, er sogar besser als ich“, sagte Axel Bree mit Blick auf den Ausstieg seines Bruders aus der Geschäftsführung und als Gesellschafter. Ob seine beiden Töchter einmal einsteigen werde, stehe noch nicht fest: „Aber naheliegender als Mädchen und Handtaschen kann ein Zusammenhang nicht sein.“ Gleichwohl wüssten beide: „Das Geschäft ist ein hartes.“

Quelle: TIM A. BRUENING

Am Ende kam das Gespräch mit Andreas Pralle, Olaf Krause (Logiline) und Lars Rehmann (Citipost) doch noch auf die Logistik, nämlich jene beim Kauf von Handtaschen. „Es ist längst vorstellbar, dass die Kunden in einem Geschäft eine Tasche kaufen und diese dann per Knopfdruck sofort nach Hause geliefert wird, ohne dass der Kunde sie transportieren muss“, sagte Axel Bree. 

Firmen bilden ausgezeichnet aus

Gleich zwei ausgezeichnete Ausbilder fanden sich bei der KEP-Lounge zusammen: Maritim-Airport-Chef Dirk Breuckmann freute sich über den Bundessieg von Nachwuchsköchin Marie Haase, Logiline-Geschäftsführer Olaf Krause über den Landessieg von Sebastian Lipinski, der in dem Unternehmen am Neddernfeld Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung gelernt hat. Mit dem Fluggerätemechaniker Till Borcherding (MTU Maintenance) kommt ein weiterer Landessieger aus Langenhagen. 

Einen Grund für diesen Erfolg sehen Krause und Ann-Christin Kolk, Logiline-Personalreferentin, in dem Wettbewerb um die besten Azubis, dem sich Firmen vor allem in Langenhagen ausgesetzt sehen. „So entsenden wir eigene Azubis, die durch die IHK Hannover zum Ausbildungsbotschafter qualifiziert wurden, in die Schulen, um Logiline vorzustellen“, sagt Kolk. Praktika, Probetage und Messen ergänzten die Suche nach jungen Mitarbeitern. 

Markus Kirchner, Ausbildungschef der Köche im Maritim, verweist auf die kontinuierliche Ausbildung in seinem Haus, die zum Erfolg geführt habe – und auf die gute Vernetzung mit anderen Firmen und Ausbildern in der Region. „Daraus kann man viel für das eigene Unternehmen lernen“, sagt Kirchner und weist die von anderen Ausbildern oft geübte Kritik am Nachwuchs zurück: „Die jungen Menschen sind anders, als wir es früher waren, aber wir haben das zu akzeptieren und uns anzupassen.“ Dazu gehöre, dass Azubis deutlich mehr Wert auf Life-Work-Balance legten. „Für sie steht Arbeit nicht mehr an erster Stelle, aber das muss nicht schlecht sein.“ Entscheidend aber sei bei allem: „Wir müssen den Azubis auf Augenhöhe begegnen.“

Die MTU Maintenance wiederum beteiligt sich seit Jahren an Förderprojekten für Schüler, so stellt das Unternehmen an der Münchner Straße in der nächsten Woche mehrere Referenten für das „Management Information Game“ mit dem Gymnasium. bis

Von Antje Bismark


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Isernhagen ist ...

  • ... eine Gemeinde nordöstlich von Hannover mit knapp 23.000 Einwohnern
  • ... Heimat von Olympiasiegerin Anke Kühn (Hockey)
  • ... Gründungsort des Radiosenders ffn
  • ... nach dem durchschnittlichen Einkommen der Bürger die wohlhabenste Gemeinde in Niedersachsen
  • ... Sitz des Lederwarenherstellers Bree Collection
  • ... 6x pro Woche Thema in der Nordhannoverschen Zeitung, die als Heimatzeitung in Isernhagen der Neuen Presse beiliegt. Im Abo und am Kiosk - ohne Mehrkosten.