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Die Natur liegt den Isernhäger Bürgern am Herzen: Gänseblumchen am Straßenrand, aufgenommen von Sergej Schmelzle aus Isernhagen für den HAZ-Fotowettbewerb.© Sergej Schmelzle

Isernhagen

Landschaftsschutz verhindert Ausbaupläne

Isernhagen-Süd erlebt unverkennbar einen Wandel. Stadtbezirksplaner Uwe Holland referierte über die planerischen Möglichkeiten für diesen Stadtteil. Etliche Anwohner haben bereits ihre Häuser verkauft, die sie in den fünfziger und sechziger Jahren bauten und deren Erhalt ihnen im Alter nun zu aufwendig geworden ist.

Viele der großzügig bemessenen Grundstücke wurden außerdem geteilt. Als deutlich sichtbares Zeichen des Generationswechsels zieht es immer mehr junge Familien in die gepflegte Wohnlage im Grünen. Doch ist Isernhagen-Süd überhaupt in der Lage zu wachsen?

„Isernhagen-Süd ist durch Landschaftsschutzgebiete eingekesselt“, traf Holland gleich zu Anfang eine markige Aussage. Für eine weitere Bebauung bleibe daher wenig Raum, es sei denn, der vorhandene Bestand würde „verdichtet“. Dass dieses in der Nachbarschaft oft auf wenig Begeisterung stößt, zeigte sich am Beispiel Tannenweg. Auf einem ehemals sehr weitläufigen Grundstück wurden drei Doppelhäuser mit einer Höhe von jeweils zweieinhalb Geschossen errichtet. Anrainer erhoben Klage gegen diese Bauten, die ihrer Ansicht nach zu hoch seien und nicht in dieses Umfeld gehören. „Allgemein hat sich bei uns eine anderthalbgeschossige Bauweise eingebürgert“, sagte Werner Mollnau, Vorsitzender des Bürgervereins Isernhagen-Süd. Das Gericht allerdings hatte die Neubauten am Tannenweg nicht zu beanstanden.

Wie Stadtplaner Holland ausführte, gibt es für etliche Bereiche in Isernhagen-Süd keinen Bebauungsplan. Das Baugesetzbuch schreibe aber generell vor, dass sich ein Bauvorhaben an die Umgebung anzupassen hat. Ein Hausbesitzer fragte nach, ob er sich möglicherweise auch die Beschattung seines Gartens gefallen lassen muss. Holland aber verwies lediglich auf die gesetzlichen drei Meter Mindestabstand, damit der Nachbar noch genügend Licht und Luft bekommt. Anderen Teilnehmern der Versammlung lag auch der optische Eindruck von Isernhagen-Süd am Herzen. Lob ernteten die neueren Wohnbauten am Flachsgraben ganz im Norden des Stadtteils, die sich schon weitem mit einem einheitlichen Erscheinungsbild präsentieren. Holland erläuterte, dass für dieses Gebiet ein Bebauungsplan existiert. Mit einer ergänzenden Bauvorschrift wurden allerdings nur Sattel- oder Walmdächer zugelassen, um den Ortsrand eher unauffällig zu halten.

„Ansonsten unterliegt jede Architektur einem wechselnden Zeitgeschmack“, betonte Holland. In Isernhagen-Süd bestehe daher ein Nebeneinander von traditioneller Bauweise und Moderne. Wenig sinnvoll sei es, etwa eine Gestaltungssatzung
einzuführen: Aufgrund seiner Entwicklung biete dieser Stadtteil kein homogenes Ortsbild, das es zu schützen gilt. Befürchtungen äußerten Anwohner, dass das „Dorf“ – gemeint ist Isernhagen N.B. – sich eines Tages bis an den Rand von Isernhagen-Süd ausdehnen könnte. Holland hob hingegen hervor, dass das regionale Raumordnungsprogramm auch für die Kommune im Norden eine hohe Hürde setzt.
Neues kündigt sich indes zwischen den Grüngebieten an, die Isernhagen-Süd flankieren: Bis zum Sommer will der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün seine Pläne für eine durchgängige Wegeverbindung von Westen nach Osten dem Bürgerverein und Anliegern vorstellen.

Von Gerda Valentin


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Isernhagen ist ...

  • ... eine Gemeinde nordöstlich von Hannover mit knapp 23.000 Einwohnern
  • ... Heimat von Olympiasiegerin Anke Kühn (Hockey)
  • ... Gründungsort des Radiosenders ffn
  • ... nach dem durchschnittlichen Einkommen der Bürger die wohlhabenste Gemeinde in Niedersachsen
  • ... Sitz des Lederwarenherstellers Bree Collection
  • ... 6x pro Woche Thema in der Nordhannoverschen Zeitung, die als Heimatzeitung in Isernhagen der Neuen Presse beiliegt. Im Abo und am Kiosk - ohne Mehrkosten.