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Region Isernhagen Nachrichten Kleines Publikum hat keine Angst vor böser Hexe
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14:15 21.12.2017
Die Hexe John Pickering lockt Hänsel (links, William Leide) und Gretel (Henrike Bartholomäus) in ihr Häuschen, aber die Kinder trauen sich nicht. Quelle: Jarolim-Vormeier
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Isernhagen F.B

 „Das muss einem erstmal einfallen“, kommentierte eine Besucherin im ausverkauften Isernhagenhof anerkennend in der Pause: Nach erfolgreichen Produktionen wie der "geDrechselten Zauberflöte", „Les Miserables“ und "Carmina Burana" hatte Chorleiterin Anne Drechsel wieder mal etwas ganz Besonderes: Anders als die großen Opernhäuser hat sie in ihrer Version von „Hänsel und Gretel“ die kleinen Märchenhelden nicht mit Erwachsenen besetzt, sondern mit Kindern. Das sei einmalig und ein Wagnis zugleich, so Drechsel selbst. Aber Clara Gottschlich und William Leise als Hänsel sowie Henrike Bartholomäus und Skadi Boettcher als Gretel machten ihre Sache so gut, dass beide Aufführengen mit den Drechsel-Chören Femmes Vocales und Ensemble Spatzen einfach nur bezauberten. 

Tatsächlich konnten einige Besucherinnen bereits nach dem ersten und zweiten Akt Tränen der Rührung nicht zurückhalten, als die jungen Darsteller der Ensemble Spatzen in weißen Engelskostümen nacheinander die Scheune betraten und auf der Bühne ein Oval um Hänsel und Gretel bildeten. "Das ist einfach zu schön", wisperte jemand angesichts dieser Erscheinung leise seiner Nachbarin zu. Auch das Bühnenbild beeindruckte. Hinter jedem Baum im Wald stand eine Sängerin von den Femmes Vocales. Und mit einer Drehung verwandelte sich das Elternhaus von Hänsel und Gretel in das berühmte Hexenhäuschen aus dem Grimm-Märchen. „Eine tolle Idee“, lobt Zuschauerin Angelika Bayer das Bühnenbild, das der Frauenchor aufwendig in Eigenarbeit gebaut hat. Und da war es, das Lob, das für die gesamte Produktion gilt: Trotz der begrenzten Möglichkeiten könne die Isernhagenhof-Aufführung mit denen großer Häuser wie der hannoverschen Oper mithalten, fand Bayer.

Die Maske leistet ganze Arbeit

Hänsel und Gretel gehört sicherlich zu den grausamsten Märchen der Gebrüder Grimm: Die Eltern wollen ihre Kinder loswerden, schicken Hänsel und Gretel in den Wald, um sie dort verhungern zu lassen - aber es gelingt ihnen nicht. Die kleine Jule kennt die Handlung, schaut sich in der Pause das Programmheft an. Die Fünfjährige will wissen, wie die Hexe aussieht und signalisiert, dass sie schon ein wenig Angst habe. Dabei kuschelt sich auf Mamas Schoß. Ganz anders die achtjährige Naja: Sie findet die Kostüme und den Gesang einfach nur toll. „Ich konnte alle gut verstehen“, sagt sie. Auch Erdrick hat die buckelige Hexe mit spitzem Kinn un dicken Warzen, gespielt und gesungen von Opernsänger John Pickering, keine Angst eingejagt. Dabei hatte die Maske ganze Arbeit geleistet und den Kirchhorster Gesangsprofi ganz schön gefährlich aussehen lassen. 

Die Kinder hatten es geahnt: Zum Schluss gibt es - wie könnte es im Märchen anders sein - ein Happy End, als sich Eltern und die heile heimgekehrten Geschwister in die Arme fielen. 

Von Katerina Jarolim-Vormeier

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