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Region Isernhagen Nachrichten Vier Windräder sollen 2019 stehen
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00:17 29.09.2018
Die Isernhagener Anlagen sollen genau wie die Windräder in Fuhrberg mit einer Gesamthöhe von 100 Metern errichtet werden. Quelle: Archiv
Neuwarmbüchen/Kirchhorst

 Die Gemeinde Isernhagen soll ab dem nächsten Jahr zu den vielen Kommunen mit Windenergieanlagen gehören: Die Firma Enercon will auf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche zwischen Neuwarmbüchen und Kirchhorst vier 100 Meter hohe Windräder errichten. Der lange Atem des Unternehmens scheint sich jetzt auszuzahlen.

Man muss schon weit zurückblicken, um in dem Jahr zu landen, als die geplanten Windräder zuletzt für Schlagzeilen gesorgt hatten. 2013 war es nicht nur die geschützte Rohrweihe gewesen, die den Windmühlen ins Gehege kam, letztlich aber doch nicht auf der Fläche selbst brütete. Ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes, Betreiber einer Radarstation am Flughafen, hatte die geplanten Anlagen damals als „hochgradig schwierig“ bezeichnet. Da Windräder die Messungen behinderten, gelte eine Verbotszone von 15 Kilometern, so die damalige Auffassung – die Anlage in der Neuwarmbüchener Feldmark sollten ganz knapp im Tabubereich errichtet werden.

Das Genehmigungsverfahren läuft

Doch der Windanlagenbauer Enercon fand sich damit nicht ab und klagte gegen die Region Hannover, die sich als Genehmigungsbehörde der Auffassung des Wetterdienstes angeschlossen hatte. Mit Erfolg: Das Verwaltungsgericht gab dem Unternehmen Recht, und mit einigen Monaten Verzögerung kam jetzt das grüne Licht aus Hannover: Laut Regionssprecherin Christina Kreutz ist der Vorbescheid nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz erlassen, „das Genehmigungsverfahren läuft“.

In diesem Verfahren seien nun noch „ein paar offene Fragen zu beantworten“, so ein Enercon-Sprecher. „Spätestens im ersten Quartal 2019“ sollte die Genehmigung vorliegen, „dann dürften wir loslegen mit dem Bau“. Enercon plant damit, dass die vier Anlagen bis Ende nächsten Jahres stehen. Isernhagens Bürgermeister Arpad Bogya bezeichnet auf Nachfrage einen Bau Ende 2019 als realistisch.

Den Korridor für die vier Windräder östlich der K116 Neuwarmbüchen-Kirchhorst bestimmt der 2005 wirksam gewordene Bebauungsplan, Enercon hat die Flächen bereits gepachtet. Mit der Festlegung einer Vorrangfläche hatte die Gemeinde seinerzeit einem sonst möglichen „Wildwuchs“ an anderen Stellen in Isernhagen einen Riegel vorgeschoben. Der Bebauungsplan regelt unter anderem den maximal zulässigen Lärmpegel und auch die Gesamthöhe der Anlagen. Mit den vier Windenergieanlagen vom Typ E53 will Anlagenbauer Enercon die festgeschriebene Maximalhöhe von 100 Metern nahezu ausschöpfen. Die Nabenhöhe der Anlagen soll 73 Meter betragen, hinzu kommt der halbe Rotorradius von gesamt 53 Metern.

Wer einen Eindruck von der Dimension der geplanten Anlagen bekommen möchte, muss nur nach Fuhrberg schauen: Die dortigen Windräder haben ebenfalls eine Gesamthöhe von 100 Metern, allerdings bei etwas anderen Mast- und Rotorgrößen. Üblich seien heute ganz andere Dimensionen mit 200-Meter-Anlagen, so der Enercon-Sprecher. Doch das gebe der Bebauungsplan in Isernhagen schlicht nicht her.

Insgesamt veranschlagt Enercon für den Bau der Anlagen rund 4,5 Millionen Euro, wobei das Unternehmen Beteiligungen offen gegenübersteht. Der Fokus der Firma liegt auf der Herstellung, von Enercon betrieben wird hingegen nur ein Bruchteil der Anlagen.

Einsteigen könnten beispielsweise die Energiewerke Isernhagen (EWI): „Wir wollen eine Anlage betreiben“, sagt Bürgermeister Bogya, der zugleich EWI-Aufsichtsratsvorsitzender ist. Denkbar ist sowohl für ihn als auch für Hans-Jürgen Beck, Grünen-Ratsherr, langjähriger Windenergie-Verfechter und ebenfalls im EWI-Aufsichtsrat, dass auch Bürger sich am Windrad beteiligen. Beck schwebt die Gründung einer Energiegenossenschaft vor, um „die preiswerteste alternative Energie“ zu gewinnen. Allerdings sind die Renditen von Windkraftanlagen heute nicht mehr so hoch wie früher. Für den Ansatz einer sauberen Energiequelle reiche ihm aus EWI-Sicht aber auch „eine schwarze Null“, so Bogya.

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version des Artikels war eine falsche Investitionssumme genannt. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Von Frank Walter

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