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Region Isernhagen Nachrichten Über die Blitzer entscheidet die Polizei
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17:59 27.08.2018
Nach Meinung vieler Anwohner sollten Blitzersäulen die Protestkreuze flankieren. Quelle: Frank Walter
Isernhagen H.B./N.B

Zwei neue Blitzersäulen samt einer Wechselkamera sollen den Verkehr auf der viel befahrenen L381/Burgwedeler Straße überwachen und die Straße unattraktiver für den Durchgangsverkehr machen. Darauf hatte sich der Rat der Gemeinde in seiner Juni-Sitzung nach einer monatelangen und zähen Diskussion quer durch alle Ortsräte und mehrere Fachausschüsse verständigt. Politiker hatten den Beschluss auch als wichtiges Zeichen für die Bürger in H.B. und N.B. gefordert, die sich seit Jahren gegen die stetig zunehmende Verkehrsbelastung auf der Umleitungsstrecke für die Autobahn wehren.

Doch was ist das Zeichen wert, wenn es gar nicht in der Hand der Gemeinde selbst liegt, ob ihr Ratsbeschluss tatsächlich umgesetzt wird? Die Bürgerinitiative Aktion L381, die mit Transparenten und Dutzenden von orangefarbenen Holzkreuzen Zeichen des stummen Protestes an der Ortsdurchfahrt aufgestellt hat, hat da so ihre Zweifel.

Tatsächlich hatten Politiker in der Nachbarkommune Langenhagen im vergangenen Jahr nachgefragt, wie sich die Einhaltung von Tempo 50 auf dem Reuterdamm wirksam überwachen ließe – der Ausfallstraße in Richtung Isernhagen H.B. und N.B. „Zur Installation eines stationären Geschwindigkeitsmessgeräts wird die Genehmigung der Polizeiinspektion Burgdorf benötigt“, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung. Die Anfrage bei der PI brachte ein wenig erfreuliches Ergebnis: Aus ihrer Sicht seien die geforderten Kriterien am Reuterdamm nicht erfüllt. „Die Installation einer stationären Messanlage ist somit nicht möglich“, so die Stadtverwaltung Langenhagen. Als Begründung hatte die PI angeführt, dass Überwachungsmaßnahmen dort zu konzentrieren seien, „wo sich häufig Unfälle ereignen (Unfallbrennpunkte) oder die Wahrscheinlichkeit besteht, dass sich Unfälle ereignen werden (Gefahrenpunkte)“.

Isernhagens Ordnungsamtsleiter Michael Niederhausen bestätigte auf Nachfrage, dass die PI Burgdorf auch bei den Blitzersäulen für die L381 derart zu beteiligen sein wird – wie im übrigen auch bei der Festlegung von Standorten für die mobile Tempoüberwachung. „Sie könnten die Blitzer auch ablehnen.“ Man habe vor dem Ratsbeschluss bei der PI „vorgefühlt“ und stehe in Kontakt. Entscheiden werde die PI aber erst im förmlichen Beteiligungsverfahren, so Niederhausen.

Für dieses will die Gemeinde aber noch abwarten, was bei der Lärmberechnung anhand von Verkehrszählungen der Landesstraßenbehörde herauskommt, die ihre Ergebnisse für Herbst angekündigt hat. Eine Möglichkeit wäre ein nächtliches Tempolimit für den Schwerlastverkehr – „und dessen Überwachung würde unserem Antrag auf stationäre Blitzer mehr Gewicht verleihen“, so der Ordnungsamtsleiter.

Aktuell dürfte ein solcher Antrag hingegen eher zweifelhafte Chancen haben. Von den polizeilich abgesegneten mehr als 40 Messpunkten für die mobile Tempoüberwachung liegt kein einziger an der L381. „Unfallschwerpunkte“ gibt es laut Niederhausen derzeit nirgends in Isernhagen, auch nicht auf der Burgwedeler Straße. Und ob sich die Definition des Wortes „Gefahrenpunkte“, wie sie Anwohner verstehen dürften, mit der der Polizei deckt, bleibt abzuwarten. Der zuständige Mitarbeiter der PI Burgdorf war dazu am Dienstag nicht zu erreichen.

Dauerthema bleiben die Maßnahmen zur Verkehrsreduzierung auf der L381 auch im Ortsrat Isernhagen H.B. Dieser kommt am Dienstag, 28. August, um 18.30 Uhr in Voltmers Hof zu seiner nächsten öffentlichen Sitzung zusammen. Dabei dürfte es auch noch einmal um die gerade abgelehnte Bewerbung Isernhagens am Modellversuch „Tempo 30 in Niedersachsen“ gehen.

Von Frank Walter

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