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Nachrichten Radweg am Menschenrechtspfad hat Schäden
Region Isernhagen Nachrichten Radweg am Menschenrechtspfad hat Schäden
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13:41 24.09.2018
Nicht auszudenken, wenn ein Reifen in einer dieser Spalte gerät: Radfahrer könnten sich bei einem Sturz schwer verletzen. Quelle: Gabriele Gerner
Neuwarmbüchen. Kirchhorst

„Jeder Mensch hat Anspruch auf eine Lebenshaltung, die Gesundheit und Wohlbefinden gewährleistet.“ Dieses Zitat aus Artikel 25 der Menschenrechtskonvention am Rand des Pfads der Menschenrechte klingt zynisch, wenn der Blick auf die Beschaffenheit des Fuß- und Radweges fällt. An die Gesundheit gerade der Radfahrer scheinen die Verantwortlichen an dieser Stelle nicht zu denken – ist der Weg zwischen Neuwarmbüchen und der Gartenstadt Lohne doch über weite Strecken mit langen Rissen und Furchen überzogen, in denen Fahrradreifen leicht stecken bleiben können.

Der idyllisch gelegene Menschenrechtspfad zwischen Ziegeleiweg und der Straße Auf dem Kley wirkt wie ein Flickenteppich. An vielen Stellen ist der Belag großflächig aufgeplatzt. Mal sind es Baumwurzeln, die sich den Weg durch den Asphalt bahnen, mal sind es Risse, die sich im Laufe der Jahre immer weiter entwickelt haben – die Trockenheit dieses Sommers hat vermutlich verstärkt dazu beigetragen. Ein halbes Dutzend Furchen, manche davon einen halben Meter lang, haben die Breite von Fahrradreifen und sind mehr als 20 Zentimeter tief. Ein Test zeigt: Ein DIN-A5-Block von rund 21 Zentimetern Länge versinkt darin – und würde hineinfallen, wenn man ihn losließe. An manchen Stellen haben unbekannte Zeitgenossen die gefährlichsten Risse und Aufwülstungen mit Kronkorken markiert. Dadurch fallen sie den Radfahrern besser auf. Immer wieder sieht man, wie Radfahrer – zum Teil mit Kleinkindern auf dem Fahrradsitz – die bis zu vier Zentimeter hohen Aufwülstungen in slalomartigen Bögen umfahren.

„Das ist extrem gefährlich für Radfahrer, die diese Furchen in der Dunkelheit oder der Dämmerung übersehen“, moniert Gerhard Bargsten. „Bleibt der Reifen darin stecken, kann der Radfahrer stürzen und sich schwer verletzen.“ Der Aktivist des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Isernhagen kämpft schon seit Jahren für eine grundlegende Sanierung des Radweges. „Es ist eine Hauptverbindung für Radfahrer und Fußgänger zwischen Kirchhorst, Lohne und Neuwarmbüchen“, betont er. Was ihn besonders bewegt: „Der Pfad wird von vielen Schulkindern genutzt. Die sind besonders gefährdet.“ Seine Mitstreiterin Antje Schenke, Grünen-Ortsratsmitglied in Neuwarmbüchen, ist ebenso entsetzt wie Bargsten: „Ich beobachte manchmal Kinder, die mit Absicht mit den Rädern in die Furchen hineinfahren – quasi als Mutprobe.“ Seit Jahren hat sie den Wunsch, den Radweg zu sanieren, mehrmals in den Ortsrat eingebracht.

Im Dezember 2017 hatte der Rat 15.000 Euro an Planungskosten für das Haushaltsjahr 2018 und weitere 215.000 Euro für die Sanierung des Radwegs im Jahr 2019 beschlossen. Auf die jüngste Anfrage des Ortsrates Neuwarmbüchen, wie es denn nun weiter gehe, entgegnete die Verwaltung, dass „derzeit Möglichkeiten zur grundhaften Erneuerung des Weges geprüft werden“. Gemeint sind Maßnahmen, die eine langfristige Lösung darstellen könnten. „Hierzu sind verschiedene Parameter wie Untergrund und Baumstandorte zu berücksichtigen“, heißt es in der Mitteilung.

In dieser Woche soll nun eine Fachfirma erst einmal mit der kurzfristigen Reparatur des Weges beginnen. „Bestenfalls in der kommenden Woche sollte der Weg wieder gefahrlos befahrbar sein“, heißt es aus dem Rathaus. Antje Schenke und Gerhard Bargsten hoffen indes weiter auf eine langfristige Lösung. „Der Weg muss von Grund auf saniert werden“, meint Schenke. „Es reicht nicht, wenn da jemand ab und zu ein bisschen Teer darüber pinselt.“

Wie sicher fühlen sich Radfahrer in ihrer Gemeinde?

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) ermittelt noch bis zum 30. November, wie wohl sich Radfahrer in ihrer Gemeinde fühlen. Sicherheit, Erreichbarkeit und andere Aspekte werden abgefragt und nach der Auswertung in einem Ranking veröffentlicht. Im Jahr 2016 kam die Gemeinde Isernhagen auf Platz 272 von insgesamt 292 bewerteten Städten und Gemeinden. An der Umfrage kann man online teilnehmen unter www.adfc.de/artikel/adfc-fahrradklima-test-2018/. ger

Von Gabriele Gerner

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