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Region Isernhagen Nachrichten Ortsbürgermeister appelliert an Kita-Eltern
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14:35 25.09.2018
Kirchhorsts Ortsbürgermeister Herbert Löffler überreicht einer Mutter seinen schriftlichen Appell. Quelle: Frank Walter
Kirchhorst

Kein Jahr ist es her, dass sich Herbert Löffler an zwei Tagen morgens zum örtlichen Kindergarten aufgemacht hatte. Doch der schriftliche Appell des Kirchhorster Ortsbürgermeisters an die Eltern scheint keine langfristige Wirkung gehabt zu haben: Auch am Dienstag waren auf der Straße Hinter Pastors Hofe wieder viele Autofahrer zu beobachten, die im verkehrsberuhigten Bereich deutlich schneller als mit Schrittgeschwindigkeit unterwegs waren oder die verbotenerweise abseits der gekennzeichneten Flächen parkten, um ihr Kind in den Kindergarten zu bringen.

Die meisten Eltern, denen der Ortsbürgermeister am Morgen seinen selbstverfassten Appell in die Hand drückte, zeigten sich einsichtig. Sie wisse um die Regelungen, aber die Realität sehe auch bei ihr leider anders aus, sagte eine Mutter – „morgens stehe ich unter Druck“. Das sah eine andere Mutter genauso: Wenn sie frei habe, bringe sie ihren Sohn auch mal mit dem Fahrrad zur Kita. „Aber sonst schaffe ich das morgens vor der Arbeit nicht.“

Kita-Leiterin: „Kampf gegen Windmühlen“

Kita-Leiterin Ulrike Ahrens weiß um solche Probleme, die „Elterntaxis“ sind in Kirchhorst seit Jahren immer wieder Gesprächsthema. Besonders gegen 7.40 Uhr, wenn auch viele Kinder auf dem Weg zur benachbarten Grundschule seien, werde es eng, so Ahrens. Und mit der nass-kalten Witterung im Herbst nutzten auch wieder mehr Eltern das Auto, um ihre Kinder zur Kita zu bringen. Ahrens weiß aber auch um die Grenzen ihres Einflusses: „Ich kann die Eltern ansprechen, aber Befugnisse habe ich nur hier im Haus.“ Und die Aktion mit der Polizei, bei der Kinder Smileys an die Eltern verteilten, habe auch nicht lange Wirkung gezeigt. Zu schnell gerate dies bei den Eltern in Vergessenheit, und dann kämen wieder neue Kinder mit anderen Eltern in den Kindergarten – „das ist ein Kampf gegen Windmühlen“.

Aus Sicht einer Mutter würde sich die morgendliche Parksituation schon deutlich entspannen, wenn die fünf Mitarbeiterparkplätze am Kindergarten St. Nikolai für die Allgemeinheit freigegeben würden. Bislang stehen Eltern und Anliegern dort nur neun Stellplätze zur Verfügung. Die Erzieherinnen könnten ihre Autos während ihres Dienstes doch auch etwas weiter entfernt parken, so die Mutter. „Warum sollen wir denn morgens mit zwei oder drei Kindern weit rennen müssen?“

Ortsbürgermeister: „Seien Sie Vorbild“

Aus Sicht der Kita-Leiterin ist das keine Option. Einerseits stünden für 14 Mitarbeiter ohnehin nur die fünf Plätze zur Verfügung. Zudem müssten sie selbst und ihre Kolleginnen auch Einkäufe und Material in die Kita tragen, „manchmal komme ich bepackt mit drei Tüten an“. Sie selbst habe zudem oft Termine beispielsweise bei Leitungssitzungen oder im Kirchenkreisamt.

So bleibt es wohl beim Appell des Ortsbürgermeisters an die Eltern, nicht bis direkt vor den Kindergarten zu fahren, sondern die Parkmöglichkeiten im gesamten Bereich Hinter Pastors Hofe zu nutzen. „Wenn Sie sowieso nicht schneller als Schrittgeschwindigkeit fahren dürfen: Halten Sie doch einfach früher an, entzerren Sie die Situation, seien Sie Vorbild.“

Von Frank Walter

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