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Nachrichten Isernhagen: Geldstrafe nach Schützenfest-Ausraster
Region Isernhagen Nachrichten Isernhagen: Geldstrafe nach Schützenfest-Ausraster
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16:38 08.02.2018
Das Schützenfest 2017 in Isernhagen hat jetzt ein Nachspiel vor Gericht gefunden. Quelle: Archiv (CHADDE)
Isernhagen

 Die Polizeiaktion beim Schützenfest Isernhagen 2017, bei der 30 Beamte nachts das Zelt geräumt und die restlichen Besucher nach Hause geschickt hatten, hat am Donnerstag ein Nachspiel vor Gericht gefunden. Ein junger Isernhagener muss eine Geldstrafe von 80 Tagessätze zu je 15 Euro zahlen. Er hatte betrunken Polizisten attackiert, beleidigt und bedroht. Kurz nach seiner Festnahme hatte die Polizei das Fest mit Blick auf weitere Streitigkeiten beendet.

Zum Bild eines Mannes, der sich mit drei Polizisten prügelt und zwei von ihnen verletzt, sie als „Bastarde“ und „Hurensöhne“ beschimpft und einem von ihnen mit dem Tode droht, wollte der Anblick des Angeklagten nicht recht passen. Der 22-jährige Isernhagener, der weder schulisch noch beruflich bislang viel auf die Reihe bekommen hat, bringt kaum 70 Kilogramm auf die Waage. Dennoch hatte er den drei Beamten, einer davon dem Angeklagten körperlich deutlich überlegen, heftig zugesetzt.

Der junge Mann hatte sich im Festzelt offenbar gründlich daneben benommen. Nach viel Alkohol – „Lüttje Lage, Fanta-Korn und Bier“ – soll er andere Gäste angerempelt haben. Der Sicherheitsdienst brachte ihn nach draußen und musste sich dabei schon körperlich zur Wehr setzen. Dann übernahmen die drei Polizisten.

Eigentlich hatten sie den nun mit einem Hausverbot belegten Gast nur vom Platz geleiten wollen, doch unterwegs sei der junge Mann ausgerastet, berichteten die Polizisten übereinstimmend. Der Betrunkene habe sie als aufs Übelste beleidigt und dann einen der Beamten mit erhobenen Fäusten zum Kampf aufgefordert. Gemeinsam hätten sie den Angreifer am Boden fixieren können, doch dabei habe er mit seinem Stiefel zugetreten: Ärzte bescheinigten einem Beamten eine Gesichtsprellung und seiner Kollegin Hämatome an Oberarm und Schulter. Außerdem soll der Angreifer Bedrohungen ausgestoßen haben: „Ich kille Dich!“ und „Ich steche Dir ein Messer in den Bauch!“

Im Streifenwagen fixierte einer der Beamten den mittlerweile Gefesselten mit seinem Körpergewicht im Sitz, um weiteren Widerstand zu unterbinden. Gleiches war auch noch einmal im Kommissariat nötig, wo dem Mann erst zum Schutz der Beamten ein Spuckschutz übergezogen wurde und wo er schließlich in Gewahrsam kam – jedoch erst, nachdem Verstärkung angerollt und dem Festgenommenen eine Blutprobe entnommen war. Diese hatte einen Wert von 2,21 Promille ergeben.

Der Angeklagte selbst konnte sich eigener Aussage nach nicht an die nächtlichen Ereignisse erinnern. „Irgendwann waren die Lichter aus“, sagte er mit Blick auf den vielen Alkohol. Mit dem Cannabis-Konsum – auch THC-Spuren waren im Blut gefunden worden – will er hingegen schon Wochen zuvor aufgehört haben. Immerhin zeigte er Reue und entschuldigte sich auch bei jedem einzelnen der drei Beamten, die als Zeugen aussagten. Anscheindend habe er sich sehr daneben benommen, „das ist eigentlich nicht meine Art“. 

Während der Staatsanwalt sogar eine kurze Bewährungsstrafe gefordert hatte, beließ es der Amtsrichter wegen der gefährlichen Körperverletzung in Tateinheit mit Bedrohung, Beleidigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte bei einer Geldstrafe. „Das tut weh, das soll aber auch weh tun“, sagte der Richter mit Blick auf die 1200 Euro. Immerhin kann der Isernhagener, der von einem Aushilfsjob und dem Kindergeld lebt, diese nun in Raten abstottern.

Von Frank Walter

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