Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Pianist Toru Oyama spielt Werke begnadeter Komponisten
Region Isernhagen Nachrichten Pianist Toru Oyama spielt Werke begnadeter Komponisten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:00 08.10.2018
Toru Oyama spielt Werke von Mozart, Schumann und Chopin. Quelle: Jürgen Zimmer
Isernhagen F.B

Der japanische Pianist Toru Oyama lud am Sonntagnachmittag die gut 50 Besucher in der Musikscheune des Isernhagenhofs zu einer Spurensuche ein. „Werden, Sein und Blüte begnadeter Komponisten“ lautete der anspruchsvolle Titel seines Konzerts in der Reihe Weltklassik am Klavier. Und Oyama wurde dem Anspruch gerecht.

Viele Kompositionen der großen Meister entstanden aus einem konkreten Anlass. Mal war es ein Auftrag, oft war es der Einfluss einer Frau. So war es auch bei dem Hauptwerk des Konzerts, den zwölf Symphonischen Etüden Opus 13 von Robert Schumann. Die Adoptivtochter des Freiherrn von Fricke studierte mit ihm zusammen bei Friedrich Wiecks in Leipzig. Schumann verlobte sich mit ihr, zog dann aber doch die hochbegabte Tochter Clara seines Lehrers vor.

Das schlichte, auf den Flötisten von Fricken zurückgehende Thema in cis-moll steigert sich dynamisch. Sie führen den Zuhörer durch die Welt romantischer Träume in vielen Facetten. Erst das ebenso glanzvolle wie dramatische Finale, das abweichend in Des-Dur beginnt, wird einem wirklich sinfonischen Anspruch gerecht. Oyama beherrschte auch sie souverän. Viel Applaus, gar Bravo-Rufe, bestätigten ihn.

Den Auftakt machte ein kleines, heiteres Stück von Mozart. Seine neun Variationen über ein Menuett perlten lustvoll dahin. Mozart variierte ein Thema des Oberintendanten der königlichen Kammermusik in Potsdam, Jean-Pierre Duport, als er, wieder einmal, auf der Suche nach Einnahmequellen war. Den zweiten Teil des Konzerts bestritt ausschließlich Frèdèric Chopin.

Auch er hat seine Werke gerne Damen der Gesellschaft zugeeignet. Das Impromptu Nummer drei Opus 51 hat er an Johanna von Esterházy, einer österreichischen Harfenistin und Mäzenatin vergeben. Sein Werk „aus dem Stehgreif“, alles andere als „mal eben so hingeworfen“, setzte Oyama kunstvoll um. Genauso die Ballade Nr. 4 f-Moll, die letzte von Chopins vier Balladen. Das lyrische Stück ist der Baronin Charlotte de Rothschild gewidmet.

Das Scherzo Nr. 4 Opus 54, im lichten Dur-Charakter gehalten, gehört sicherlich zu den schönsten melodischen Einfällen Chopins. Das hohe Tempo des leidenschaftlichen Stückes mit zahlreichen pianistischen Herausforderungen stellten für Oyama keine Hürde dar. Und dann, das Publikum wartete bei Chopin förmlich darauf, die „heimliche Nationalhymne“ Polens, die Polonaise As-Dur Opus 53, auch „Die Heroische“ genannt. Ein klangvoller Abschied des sympathischen Japaners.

„Ich liebe die musikalische Herausforderung“, bekannte der Pianist, der am Royal College of Musik in London und am Konservatorium in Utrecht sein Handwerk erlernte. In der Reihe „Weltklassik am Klavier“, die inzwischen an 44 Orten in Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden und sogar auf der Ferieninsel Mallorca Konzerte veranstaltet, tritt er regelmäßig auf.

In Isernhagen ist Weltklassik am Klavier jeden ersten Sonntag eines Monats zu hören. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben dabei freien Eintritt. Am Sonntag, 4. November, ab 17 Uhr ist Sam Armstrong mit einer Hommage à Claude Debussy zu erleben.

Von Jürgen Zimmer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Verein Nordhannoversches Bauernhausmuseum hat am Sonntag die Saison beendet. Der Wöhler-Dusche-Hof lockte am letzen Tag mit frischen Broten und Butterkuchen Besucher in den Bauerngarten.

10.10.2018

Die Prüfung der Verwaltung hatte kein positives Ergebnis: Die „kleine Lösung“ zur Verbesserung des Fußwegs hinter dem Rathaus scheidet aus.

10.10.2018

Früher bezeichnete man sie als Groschengräber, heute bescheren Glücksspielgeräte den Kommunen hohe Euro-Einnahmen. Isernhagen hat nun einen neuen Steuersatz für die Automaten festgelegt.

09.10.2018