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Nachrichten Diskussion um Neubau am Fuhrbleek
Region Isernhagen Nachrichten Diskussion um Neubau am Fuhrbleek
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16:50 25.09.2018
Aus drei macht zwei: Das Haus Fuhrbleek Nummer 6 ist vollständig abgerissen. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier
Isernhagen N.B

Alt- oder Neubau? Darüber lässt sich bekanntlich streiten. Die einen plädieren für den Erhalt historischer Gebäuden, weil sie zu Isernhagen passen. Andere ziehen moderne Häuser vor. Davon zeugen einige Bespiele aus den vergangenen Jahren, etwa an der Burgwedeler Straße in H.B. gegenüber der Bahnhofstraße oder die Stadtvillen nahe des Abzweigs der Heinrich-Könecke-Straße in K.B. In beiden Fällen sind alte Objekte durch Neubauten ersetzt worden. Doch wie kann die Politik alte Häuser schützen oder Einfluss auf die Gestaltung von Neubauten nehmen? Darüber diskutierte der Ortsrat N.B. in seiner jüngsten Sitzung. Anlass der Debatte war der Abriss des rund 100 Jahre alten Gebäudes am Fuhrbleek 6.

„Wir haben uns vor zwei Jahren mit der Gestaltungssatzung für Isernhagen befasst – und müssen offensichtlich noch mal ran“, räumte Ortsbürgermeister Günter Leydecker ein. Auch seine SPD-Parteikollegin Gudrun Krone-Höpfner sprach sich dafür aus, Zeichen zu setzen, wie in Zukunft mit historischer Bausubstanz in der Gemeinde umgegangen werden soll. „Moderne Gebäude gehören in Neubaugebiete und nicht zwischen historisch wertvolle Häuser“, meinte sie. Einigkeit bestand, dass künftig genau festgelegt werden müsse, welche Gebäude – auch wenn sie nicht unter Denkmalschutz stehen – geschützt werden sollten – und wie.

Das Grundstück Fuhrbleek Nummer 6 in N.B. ist eingeebnet. Nichts erinnert mehr an das Backsteinhaus, das in den vergangenen Wochen abgerissen wurde. Es gehörte zu einem Ensemble von drei Gebäuden aus den Jahren 1908 bis 1910 – und das ist jetzt Geschichte.

Das Objekt sei „aus dem Ensemble herausgerissen“, bedauert Anwohner Klaus Engemann. Mit dem Abriss seien Fakten geschaffen worden, „die mir körperliche Schmerzen bereiten“. Der ortsbildprägende Charme des Dreier-Ensembles sei verloren. Da der Abriss nur anzeigepflichtig gewesen sei, aber nicht bewilligt werden musste, hätten Anwohner keine Chance gehabt, dagegen etwas zu unternehmen.

Bereits im November hatten sich Anwohner wie Michael Franz für den Erhalt des Nachbarhauses eingesetzt. „Leider vergeblich“, sagt er jetzt. Er hatte den Abriss kommen sehen, als der Eigentümer der Immobilie kurz nach dem Erwerb die Gas und- Stromleitungen zum Altgebäude kappen ließ. Der damaligen Beteuerung des Gastronomen aus Hannover, selbst mit seiner Familie dort einziehen zu wollen, hatte er von Anfang an keinen Glauben geschenkt. „Ich habe von meinem Nachbarschaftsrecht Gebrauch gemacht und gegen den geplanten Neubau bei der Region Hannover Einspruch eingelegt“, verriet Franz – mit noch offenen Ausgang.

Auch Klaus Engemann blickte im Ortsrat bereits nach vorn. Er wollte wissen, ob die Politiker Möglichkeiten sehen, auf die Gestaltung des geplanten Neubaus Einfluss zu nehmen. Der Entwurf sieht ein Mehrfamilienhaus mit einer weißen Putzfassade vor, was die örtliche Gestaltungssatzung auch zulässt. Das abgerissene Gebäude war dagegen aus rotem Klinker und Fachwerk errichtet worden. Der Planungs- und Bauausschuss hatte sich mit den Plänen bereits befasst – und diese mit knapper Mehrheit abgelehnt, weil sich das neue Haus nicht in die Umgebung einfüge. „Ich will Ihnen aber nicht zu viel Hoffnungen machen“, sagte Fabian Peters (Grüne) in Richtung der Zuhörer. Auch wenn die Gemeinde den Neubau ablehne, heiße das nicht, dass die Bauaufsicht der Region Hannover dem auch folge. Laut Regionssprecherin Carmen Pförtner prüft die Bauaufsicht zurzeit den Bauantrag für das Grundstück Fuhrbleek 6. Wie lange das noch dauern wird, konnte sie nicht sagen. Die Sitzungsvorlage mit Ansichten des Neubaus findet im Bürgerinformationssystem auf www.isernhagen.de.

Von Katerina Jarolim-Vormeier

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