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Nachrichten Trockenheit: Erste Ernteschäden werden sichtbar
Region Isernhagen Nachrichten Trockenheit: Erste Ernteschäden werden sichtbar
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00:24 30.05.2018
Azubi Bene begießt die gerade gepflanzten Kürbispflanzen. Quelle: Jarolim-Vormeier
Isernhagen

Gleich hinter dem Sportgelände des SSV Kirchhorst schießt eine Berieselungsanlage im hohen Bogen Wasser auf Getreidehalme, deren grasegrüne Farbe einen guten Ertrag von Sommerweizen, Roggen, Gerste, Raps und Weizen erwarten lässt. Zwei Regenmaschinen lässt Jürgen Hartmann dort nonstop durchlaufen. „ 40.000 Liter pumpt jede pro Stunde aufs Feld“, berichtet der Landwirt. Aber auch das sei nur der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein. Denn: Von den insgesamt 350 Hektar, die Hartmann zusammen mit Landwirt Henning Dusche aus K.B. bewirtschaftet, können nur 60 Hektar mit Wasser verwöhnt werden – mehr geht nicht mit zwei vorhandenen Wasserkanonen. Überhaupt sei das Beregnen in der Gemeinde Isernhagen nur in Kirchhorst möglich, erklärt der Landwirt. In den Bauernschaften könne aus dem tiefen Tonboden kaum Grundwasser gefördert werden.

Der warme Wind – ein Problem

So setzt die Trockenheit der letzten vier Wochen manchem Landwirt aus Isernhagen arg zu. Nur wenige bewässern ihre Felder. Andere verzichten und verzeichnen bereits erste Ernteschäden. Mindestens sechs Regenkanonen würde Landwirt Horst Wehde aus H.B. benötigen, um seine Getreidefelder optimal zu versorgen und der anhaltenden Trockenheit etwas entgegenzusetzen. Aber: „Das schaffen wir schon personell nicht, wir sind nur zu zweit“, erklärt er. Die Konsequenz sind erste Trockenschäden: Wehdes Gerstenfelder sind eher gelb denn grün. „Aber damit muss ich leben.“ Auch bei Kollegen, die beregnen, seien Schäden an den Getreidepflanzen sichtbar. Ein schwacher Trost, aber Wehde bestärkt das in seiner Entscheidung, auf die Bewässerung zu verzichten – trotz der prognostizierten Hitze auch für die kommende Woche und der trockenen Winde: „Die machen uns besonders zu schaffen.“ Der Landwirt aus H.B. befürchtet Ernteeinbußen von zwei Drittel.

Heuernte halbiert

Schweißperlen laufen Heinrich Schneider die Stirn hinunter. Der Nebenerwerbslandwirt mäht bei dieser Hitze seine Graswiesen an der Hagenstraße. Rund sechs Hektar Grünland bewirtschaftet der K.B.’er für seine fünf Kühe. Die aktuelle Trockenheit beschert auch ihm ihm empfindliche Einbußen. „Ich habe nur halb so viel Gras eingefahren wie letzten Jahr“, berichtet der 54-Jährige.

Am Alten Postweg in Altwarmbüchen lässt Hiltrud Litzinger die 1300 Pflanzen der neuen Blaubeerplantage aktuell 60 Minuten pro Tag statt der üblichen halben Stunde per Berieselungsschlauch beträufeln. „Wir freuen uns auf Regen“, sagt sie frei heraus. Die Beerensträucher reagierten sehr anfällig auf Trockenheit. „Und der warme Wind ist wie ein Föhn – alles trocknet schneller aus“, erläutert die 50-jährige Mitarbeiterin. Ihren Angaben zufolge ist es am besten, morgens oder nachts zu wässern. Dann sei es kühl und das Wasser verdunste nicht so schnell.

Der junge Kürbis hat Durst

Auch die Neuwarmbüchener Gärtnerei Rothenfeld muss ihr Gemüse feucht halten. Azubi Benedikt bewässert die frisch eingesäten Kürbispflanzen, ein Strohhut schützt seinen Kopf vor der prallen Sonne. „Pro Quadratmeter gehen etwa 15 Liter Wasser drauf – und das zwei- bis dreimal die Woche“, erläutert der Auszubildende.

Die trockene Kehrseite des vorgezogenen Hochsommers bekommt auch die Gemeinde Isernhagen zu spüren. Seit Wochen wässerten die Mitarbeiter des Baubetriebshofs der Gemeinde Isernhagen in allen Ortschaften neu angepflanzte Bäume und Hecken, berichtet Rathaussprecherin Svenja Theunert. Rund um die kommunalen Gebäude kümmerten sich soweit möglich die Hausmeister oder Nutzer ums kommunale Grün.

Von Katerina Jarolim-Vormeier

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