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Region Isernhagen Nachrichten Nicht jeder Burkini ist im Hallenbad erlaubt
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00:17 21.12.2017
Ein striktes Burkini-Verbot? Davon will die Betreibergesellschaft des Hallenbades Isernhagen nichts wissen. Gleichwohl lege man Wert auf Hygiene und „echte“ Badekleidung.  Quelle: Symbolbild
Altwarmbüchen

  Die Diskussion über den Frauenbadetag im Vahrenwalder Bad in Hannover ist dieser Tage in aller Munde. Im Hallenbad Isernhagen an der Bernhard-Rehkopf-Straße in Altwarmbüchen gibt es ein derartiges Angebot nicht. Das Thema Hygiene ist aber auch dort ein Knackpunkt. Nachdem eine Frau aus Hannover öffentlich kritisiert hatte, dass ihrer Freundin in Isernhagen der Einlass verwehrt worden sei, weil sie mit einem Burkini ins Wasser steigen wollte, erklärt Eckhard Bade, Aufsichtsratsvorsitzender der Hallenbad-Betreibergesellschaft, die Haltung des Bades

Die Badeordnung aus dem Jahr 2006, die Besucher auf der Homepage des Isernhagener Schwimmbades einsehen können, beinhaltet keinen Hinweis auf ein Burkini-Verbot: „Der Aufenthalt im Hallenbad ist nur in einer den Geboten des Anstandes entsprechenden Badekleidung gestattet“, ist darin zu lesen. „Es gibt kein striktes Burkini-Verbot bei uns“, betont Bade. Dennoch: „Burkinis sind oft ein hygienisches Problem.“ Dem Hallenbad gehe es darum, dass die Badegäste nicht in „normaler“ Kleidung ins Wasser stiegen und es so zu Verunreinigungen komme. „Wir akzeptieren, dass es Menschen gibt, die auf Grund ihrer Erziehung, Kultur oder Religion nicht im Badeanzug schwimmen gehen wollen.“ Es gebe aber Bekleidung, die verhülle und gleichzeitig vom Material her für das Wasser gemacht sei. „Und darauf kommt es uns an.“

Konflikte habe Bade wegen dieser Regelung noch nicht erlebt. Den konkreten Einzelfall mit der Besucherin aus Hannover, die versichert, einen entsprechenden Burkini, der alle Vorgaben erfülle, getragen zu haben, kenne er persönlich nicht – der Hallenbad-Geschäftsführer und Schwimmmeister vor Ort, Heiko Hesse, wiederum möchte auf Nachfrage dazu keine Stellung beziehen. 

„Wir wollen keinen Streit, sondern suchen den Dialog“, verspricht Bade. So habe es beispielsweise eine Schülerin am Gymnasium Isernhagen gegeben, die für den Schwimmunterricht mit Burkini ins Hallenbad wollte. „Wir haben uns mit der Schule unterhalten und eine Lösung gefunden, welche Kleidung möglich ist.“ Das bestätigt auch Christina Bielefeld, Leiterin des Gymnasiums Isernhagen: „Wir haben von solch einem Verbot im Hallenbad gehört und deshalb vorher den Kontakt gesucht.“ 

„Die Schüler sind zur Teilnahme am Sportunterricht verpflichtet“, betont Bielefeld. Ohne ärztliches Attest müsse der Lehrer die Leistung sonst mit „ungenügend“ bewerten. Gleichwohl habe die Schule die Schamgefühle mancher Kinder im Blick. Die Gespräche mit dem Hallenbad habe sie als konstruktiv empfunden und am Ende eine für beide Seiten passende Schwimmbekleidung gefunden, die sowohl verhüllt wie auch als hygienisch akzeptiert wurde. 

Wie wichtig der Zutritt zum Schwimmbad für viele Flüchtlinge ist, betonen die Mitstreiter des Helfernetzwerks Isernhagen. „Viele von ihnen können nicht schwimmen“, sagt Beate Roßbach. Das Helfernetzwerk sei daher bemüht, Schwimmkurse für die Neubürger zu organisieren. Dass ein Burkini per se ein Hygieneproblem darstellt, bezweifelt Roßbach: „Ein richtiger Burkini ist aus dem gleichen Stoff wie jeder Badeanzug.“ Im Internet sei dieser schnell zu bekommen.

Von Carina Bahl

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