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Nachrichten Initiative sammelt Geld für Fluglärm-Klage
Region Isernhagen Nachrichten Initiative sammelt Geld für Fluglärm-Klage
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13:41 20.11.2018
Dieter Poppe (Mitte) konnte in Krähenwinkel rund 50 Interessierte begrüßen, die sich über die Klage gegen den Nachtflug informieren wollten. Quelle: Rebekka Neander
Krähenwinkel

Nachts in Ruhe schlafen können. Diesen Wunsch will das lose Initiativen-Bündnis „BON-HA“ notfalls mit einer Klage sich und rund „30.000 im Umland Betroffenen“ erfüllen. Ziel ist ein Nachtflugverbot für den Flughafen in Langenhagen und dies am liebsten zwischen 22 Uhr und 6 Uhr. Seit einigen Wochen sammelt das Bündnis im Umland Spenden, um die Klage finanzieren zu können. Jetzt machten die Organisatoren um den Altwarmbüchener Dieter Poppe in Krähenwinkel Halt. Rund 50 Gäste aus verschiedenen Kommunen folgten der Einladung an einen fast historischen Ort: Im Juni 2010 hatte sich ebendort Langenhagens erste Bürgerinitiative gegen Fluglärm aufgelöst.

Dabei ist das Thema nicht nur gleichbleibend aktuell, „wir haben jetzt außerdem ein kurzes Zeitfenster, um etwas zu unternehmen“, unterstrich Organisator Dieter Poppe in seiner Einleitung. Bis Ende 2019 muss die aktuell geltende Nachtflugregelung im Niedersächsischen Wirtschaftsministerium neu aufgestellt werden. Sie definiert, welche Flugzeugtypen zu welcher Zeit in Langenhagen starten und landen dürfen und welche Lärm-Grenzwerte dieser Vereinbarung zugrunde liegen. Das Verfahren soll Anfang des Jahres starten.

Nur über „Körperverletzung“ Chance auf Nachtflugpause

Das vor wenigen Monaten gegründete Interessens-Bündnis BON-HA (Besser ohne Nachtflug – Hannover Airport) versucht nun einen Neuanfang: Mit einer Klage wegen „Körperverletzung“ soll die ansonsten rechtlich weitgehend unangreifbare Betriebsgenehmigung des Flughafens für einen 24-Stunden-Betrieb angefochten werden. „Wir haben nur ein einziges Ziel“, betonte Poppe immer wieder: „Wir sind nicht gegen den Flughafen oder generell gegen Fluglärm. Nur nachts soll er eine Pause machen.“ Damit hebt sich diese Initiative ab von den meisten bisherigen Anläufen lärmgeplagter Anrainer. „Wir wollen keine Verlegung von Routen, die dann nur die Nachbargemeinde belasten“, erläuterte Poppe. Damit hätten sich die Initiativen in der Vergangenheit nur gegenseitig blockiert.

Poppe sieht sich und seine Mitstreiter auf gutem Weg. „Wir haben zwei Arbeitsmediziner im Boot, einen Richter und einen Rechtsanwalt“, damit man keinen „Stockfehler“ im Verfahren mache, berichtete Poppe den Zuhörern. Über Bürgerinitiativen im Dunstkreis des Frankfurter Flughafens sei man bereits im Kontakt mit einer Fachanwältin, die sich in der Materie auskenne. „Sie macht uns einen Sonderpreis von nur 200 Euro pro Beratungsstunde“, ergänzte Poppe auf Nachfrage dieser Zeitung. Und so kalkuliere die Gruppe mit 50.000 bis 80.000 Euro, um sich vor Gericht auch über mehrere Instanzen vertreten lassen zu können. „Aktuell haben wir bereits 13.000 Euro sammeln können“, verkündete Poppe in Krähenwinkel. Bis Ende des Monats, ergänzte er am Freitag, rechne er mit 20.000 Euro. Gesammelt wird das Geld derzeit auf dem Konto des Umweltschutzvereins für Isernhagen und Umgebung. „Damit sparen wir die eigene Vereinsgründung und können Spendenquittungen ausstellen“, so Poppe. Das bereits gesammelte Geld reiche für die „die Erste Instanz“.

Langenhagens Linke wollen Stadt ins Boot holen

Doch viele Fragen dazu sind noch unbeantwortet. „Wir werden im September das erste Gespräch mit der Anwältin führen“, verkündete Poppe am Freitag auf Nachfrage. „Dann werden wir wissen, wie genau unsere Strategie aussehen wird.“ Tatsächlich „Verletzte“, wie in Krähenwinkel einige Gäste vermuteten, benötige man für die Klage nicht. „Das Verwaltungsgericht in Stuttgart hat auch einzig aufgrund der Erkenntnis, dass Feinstaub gesundheitsschädlich ist, ein Fahrverbot ausgesprochen“, betonte Poppe. „Fünf hustende Menschen brauchten die dafür nicht.“

Die in Krähenwinkel spontan aufgeworfene Frage, ob denn nicht wenigstens jene Kommunen finanziell unterstützen könnten, die auch politisch sich per Resolution gegen Nachtflug ausgesprochen haben, haben Langenhagens Linke bereits aufgegriffen. 15.000 Euro, so heißt es in einem jetzt veröffentlichten Antrag (2018/339), solle die Stadt Langenhagen dazugeben. Ausgezahlt werden dürfe die Summe allerdings erst, wenn tatsächlich 50.000 Euro an Spenden zusammengekommen sind.

Von Rebekka Neander

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