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Region Isernhagen Nachrichten Auf Erkundungstour durch Isernhagen
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17:33 06.12.2017
Die Lieblingsinsel stets vor Augen: Nicole Jürgensen mit Sylt-Stein und -Tasse. Quelle: Frank Walter
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Isernhagen

 Noch lernt sie die Gemeinde kennen, doch die ersten Zukunftsideen hat sie bereits: Ende der Woche liegen 100 Tage im neuen Amt hinter der Ersten Gemeinderätin Nicole Jürgensen. Und ihre Entscheidung, als allgemeine Vertreterin von Bürgermeister Arpad Bogya nach Isernhagen zu wechseln, habe sie „nicht einmal bereut“, sagt die 48-Jährige.

Aktuell wohnt die studierte Verwaltungswissenschaftlerin, die Zeit ihres Lebens in Schleswig-Holstein verbracht hatte und gern Golf spielt, mit Ehemann, Tochter (14), Sohn (12) und Hund noch in Celle. Acht Jahre lang hatte sie als rechte Hand des Bürgermeisters in der Gemeinde Wietze gearbeitet. Jetzt pendelt sie nach Altwarmbüchen – zumindest vorerst. „Wir gucken schon nach einem Haus. Aber das ist ja nicht leicht in Isernhagen.“

Nicht ganz leicht ist es auch, sich im neuen Wirkungskreis zu orientieren. Nach dem Schützenfest, erinnert sich Jürgensen mit einem breiten Lachen, sei sie falsch abgebogen und in Isernhagen-Süd gelandet. „Jetzt weiß ich, dass das nicht mehr dazu gehört.“ Doch seitdem hat sie schon einiges mehr gesehen von der Gemeinde. Gute Lage, gute Anbindung, trotzdem dörflich – dieser erste Eindruck habe sich verfestigt.

Die Klippe mit dem falschen „n“ in den Bauerschaften umschifft Jürgensen gekonnt. „Ich weiß auch, dass es Kirchhorst und Stelle gibt, aber beides zu Kirchhorst gehört“. Durch N.B. sei sie bislang nur durchgefahren, Lohne wolle sie auch bald kennenlernen. Der Supermarkt in F.B. sei schön geworden, „und der Isernhagenhof hat mir wirklich gefallen“. Isernhagens Schulzentrum hat sie erkundet, auch die Grundschule Altwarmbüchen und die Heinrich-Heller-Schule, aber erst eine Krippe. „Und demnächst werde ich zu den Hauptversammlungen aller acht Feuerwehren gehen.“ Ihre Arbeitszeit erfasst Jürgensen nicht, „da achtet das Vorzimmer drauf“ – und schickt die fleißige Gemeinderätin auch schon mal nach Hause, wenn keine Termine anstehen.

Der „Isernhagen-Standard“ ist ihr bereits ein Begriff: Hier werde hochwertiger, größer und manchmal auch schicker gebaut, „aber es wird auch auf Nachhaltigkeit geachtet“. Das Kirchturmdenken ist ihr auch schon begegnet: „Man merkt, wie das Herz für den eigenen Ortsteil brennt. Und der H.B.er wohnt in erster Linie in H.B. – und nicht in Isernhagen.“

Jürgensen muss fast alles kennenlernen, das bringt die Arbeit mit sich: Als Erste Gemeinderätin verantwortet sie den Bereich Soziales, Schulen und Kitas ebenso wie die Stabstelle Flüchtlinge, den Hochbau, das Amt für Liegenschaften, den Betriebshof und den Ordnungsbereich. Und sie lobt schon jetzt das „unglaublich gute Arbeitsklima“.

Drei Stellenausschreibungen, ein handfester Streit im Rat und letztlich mit nur 18-Ja-Stimmen das denkbar knappste Ergebnis – mit Nicole Jürgensen hatte das persönlich nichts zu tun, und sie nimmt es auch nicht persönlich: Fraktionsübergreifend habe sie bislang gute, immer sachliche Gespräche geführt.

Dabei hatte sie erst spät die Fühler nach der neuen Verantwortung ausgestreckt –sehr spät sogar: Nachts um 23.30 Uhr habe sie ihre Bewerbung per Mail versandt – „eine halbe Stunde vor Ablauf der Frist“, sagt Jürgensen mit einem Grinsen. Einige Zeit hatte sie zuvor mit sich gerungen. Doch einerseits sei in Wietze für sie nichts mehr zu erreichen gewesen – „ich habe kein Parteibuch und möchte auch nicht Bürgermeister werden“. Und anderseits habe die Organisationsstruktur der Verwaltung in Isernhagen mit einer gegenüber Wietze zusätzlichen Amtsleiter-Ebene sie überzeugt. „Mich reizt das strategische Arbeiten“, sagt Jürgensen. Ein Ziel sei es, die Digitalisierung weiter voranzutreiben. Die „digitale Akte“ könne vieles erleichtern: „Jeder kann zugreifen, und sonst geht das Wissen mit den Menschen.“ Und für den Bürger sei es komfortabler, wenn er auch um 22 Uhr am heimischen Computer etwas beantragen könne.

Sie selbst hat gern mit Menschen zu tun – und freut sich schon auf die nächste Trauung, denn Standesbeamte ist Jürgensen auch. „Die Menschen sind am Tag ihrer Hochzeit einfach ganz besonders“, sagt sie mit einem Lächeln.

Von Frank Walter

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