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Region Isernhagen Nachrichten Junge Peruaner wollen endlich Schnee sehen
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16:20 21.11.2017
Gastschüler am Gymnasium Isernhagen: Ximena Rodriguez Cárdenas (von links), Santiago Rodriguez, Lorena Delgade und Lucina Jimenez aus Peru lernen Deutsch. Quelle: Jarolim-Vormeier
Altwarmbüchen

 Die gute alte Currywurst schmeckt richtig lecker. Auch die 16-jährige Lucina Jimenez aus Peru liebt die deutsche Bratwurst mit Ketchup und viel Curry. „In Peru ist das Essen sehr scharf gewürzt“, begründet die Austauschschülerin ihre Vorliebe für die pikante Soße.

Seit Anfang Oktober schon ist Lucina Jimenez zusammen mit Ximena Rodriguez Cárdenas, Santiago Rodriguez und Lorena Delgade zu Besuch in Isernhagen. Alle vier wohnen in Familien in Altwarmbüchen und den Altdörfern. Die Austauschschüler aus Arequipa im Süden des Andenstaates absolvieren drei Monate lang ein Programm ihrer deutschen Schule Max Uhle. „Die Schüler an der Max-Uhle-Schule lernen von Anfang an Deutsch. Sie  können bei entsprechener Leistung nach der neunten Klasse nach Deutschland reisen und ihre Sprachkenntnisse anwenden“, erläutert Spanischlehrer Hagen Engelbrecht vom Gymnasium Isernhagen.

Alle vier kommen im Unterricht ganz gut mit. „Am Anfang war es schwer, ich habe zum Beispiel im Deutschunterricht oder in Physik nicht alles verstanden“, sagt die 16-jährige Lucina. Doch dann haben die drei Mädchen und der eine Junge die Scheu überwunden und sich getraut, Deutsch zu sprechen. Seit zehn Jahren lernen sie Deutsch als erste Fremdsprache an der heimischen Privatschule. Diese wird vom deutschen Auswärtigen Amt finanziell unterstützt. Engelbrecht war selbst von 1999 bis 2001 als Lehrer an dieser peruanischen Schule. „Es ist eine gut organisierte Schule mit den deutschen Tugenden Ordnung, Disziplin und Pünktlichkeit“, erzählt der Gymnasiallehrer.

Im Vergleich sei die Schule in Isernhagen dennoch ganz anders, berichtet der 16-jährige Santiago. Er und seine Mitschülerinnen hätten in Peru viel mehr Unterricht. Die Schule beginne um 7.30 Uhr und ende um 14.45 Uhr. Dann muss der 16-Jährige mit dem schuleigenen Bus noch über eine Stunde zurück nach Hause fahren. „Danach beginne ich mit den Hausaufgaben – und die dauern“, berichtet Santiago. Deshalb hätten er und seine Mitschülerinnen auch nicht so viel Zeit für Hobbys wie die Isernhagener Schüler.

Sicher ist: Die peruanischen Austauschschüler sind in Isernhagen viel selbstständiger geworden, beispielsweise fahren sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule. Lorena fühlt sich in Deutschland auch sicherer. „In Peru kann ich nicht allein auf die Straße gehen - das ist viel zu gefährlich“, sagt sie mit Blick auf die dortige Kriminalität. Die Jugendlichen loben auch den Verkehr und die saubere Luft in Deutschland. „Viele haben bei uns in der Stadt Probleme mit den Lungen“, erzählt Lucina.

„Die Deutschen sind nicht so offen wie wir Latinos“, vergleicht die 16-jährige Lorena und erzählt, dass bei einer peruanischen Party die ganze Nacht durchgetanzt werde - das habe sie in Isernhagen so noch nicht erlebt. Jetzt freuen sich alle vier Jugendlichen auf die bevorstehenden Weihnachtsmärkte. Und ein ganz großer Wunsch der Gastschüler ist, dass es vor ihrem Abflug Ende Dezember in Isernhagen noch schneien möge. „Ich habe noch nie Schnee gesehen und in der Hand gehabt“, verrät Lorena. Denn in ihrer Heimatstadt Arequipa scheine immer die Sonne, und die Temperatur sinke selten unter zehn Grad Celsius.

Von Katerina Jarolim-Vormeier

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