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Der Rat möchte als erstes in der Grundschule Isernhagen N.B. einen Ganztagsbetrieb einführen. Alle anderen Schulen sollen folgen.

Der Rat möchte als erstes in der Grundschule Isernhagen N.B. einen Ganztagsbetrieb einführen. Alle anderen Schulen sollen folgen.
© Symbolbild

Isernhagen

Antrag für Ganztagsschule soll kommen

Nach vielen Diskussionen, einer Elternbefragung und diversen Gesprächsrunden ist die Marschroute nun klar: Alle Ratsfraktionen beantragen gemeinsam, zum Schuljahr 2019/2020 eine offene Ganztagsschule in Isernhagen N.B. einzuführen – und die anderen Isernhagener Grundschulen sollen folgen.

Isernhagen.  Dass Isernhagens Politiker nicht mehr länger warten wollen, bis sich bei Eltern und Schulvorstand ein komplett einheitliches Bild für eine Ganztagsschule gebildet hat, das war bereits im vergangenen Schulausschuss deutlich geworden. Als „prekär“ bezeichnen die Ratsfraktionen in ihrem aktuellen Antrag die Situation bei den Hortplätzen: An allen fünf Isernhagener Grundschulen reichen diese seit Jahren nicht aus. Die Alternativbetreuung durch die Volkshochschule wird zwar genutzt, von den Eltern aber als nicht vergleichbar angesehen – ist sie doch nur bis 15 Uhr möglich und ohne Mittagessen.

Der gemeinsame Antrag von CDU, SPD, FDP, Grüne und AfD im Rat Isernhagen sieht daher nun vor, dass der Schulvorstand der Grundschule in Isernhagen N.B. beauftragt wird, bis Dezember 2018 ein pädagogisches Konzept für eine offene Ganztagsschule (OGS)  vorzulegen. Mit diesem Konzept soll die Gemeinde den Antrag beim Land auf Einführung einer OGS stellen. Diese könnte dann zum Schuljahr 2019/2020 an den Start gehen.  Die erste Ganztagsgrundschule in Isernhagen soll in N.B. entstehen, weil dort der meiste Platz im Gebäude besteht: Eine Mensa sowie die zusätzlichen Räume für die Nachmittagsbetreuung könnten ohne große Zusatzbauten realisiert werden.

Eine offene Ganztagsschule deckt aus Sicht der Politiker die meisten Bedarfe ab: Eltern können wählen, ob sie ihre Kinder nach der Schule ab 13 Uhr selbst betreuen oder das Angebot der OGS wahrnehmen. Von Halbjahr zu Halbjahr können einzelne oder mehrere Nachmittage für die Betreuung angewählt werden. Allerdings: Ist ein Kind dafür angemeldet, ist die Teilnahme an der Betreuung (Schul-)Pflicht. Das Angebot der OGS wäre im Gegensatz zur Hortbetreuung für die Familien kostenlos. Für die Randbetreuungszeiten bis 17 Uhr würde die Gemeinde den gebührenpflichtigen Hortbetrieb aufrechterhalten.

Wenn es nach den Ratsfraktionen geht, soll das aber nur der Anfang sein. „Dieses Pilotprojekt soll einen Leuchtturmcharakter für weitere Grundschulen darstellen“, heißt es im Antrag. Ziel müsse es sein, sämtliche Grundschulen in Isernhagen künftig im Ganztagsbetrieb zu führen. Und das, obwohl bisher die meisten Schulleitungen eben dieses abgelehnt hatten. Die Verwaltung soll laut des Antrags prüfen, unter welchen Voraussetzungen und zu welchen Kosten diese Umstellung möglich ist.

Debatte um Grundschulstandort beginnt

Ob die Grundschule Altwarmbüchen von der Bernhard-Rehkopf-Straße in das in einigen Jahren leerstehende Gebäude der Hauptschule an der Jacobistraße ziehen wird, sollen die Politiker noch in diesem Jahr entscheiden. Laut Schulamtsleiterin Silvia Voltmer wird als erstes der Ortsrat Altwarmbüchen am 22. November und im Anschluss der Schulausschuss am 28. November über die entsprechende Vorlage beraten. Der Rat könnte im Dezember einen Beschluss fällen. In der Vorlage werde die Verwaltung einerseits die Kosten für den Erhalt am jetzigen Standort samt Sanierung, andererseits für den Umzug in die Hauptschule samt Anbau vorstellen. Die Verwaltung empfiehlt den Umzug.

Eine Elterninitiative und der Grundschulvorstand wiederum setzen sich seit Jahren für den Erhalt des jetziges Standortes ein. Grundschulleiter Karl Runkel hat sich nun per Brief ans Rathaus gewandt und stellt Rat und Verwaltung darin in Aussicht, ein Konzept für eine Ganztagsschule ab 2020 in Altwarmbüchen zu erstellen – allerdings vorausgesetzt, die Schule verbleibe an der Bernhard-Rehkopf-Straße und könne so den Hort als Kooperationspartner und den bald leerstehenden Jugendtreff nutzen. „Wir haben dieses Statement zur Kenntnis genommen“, sagt Voltmer zum Schreiben. Allerdings: Eine Diskussionsgrundlage sei das wahrlich nicht. Die Entscheidung für oder gegen den Umzug falle unabhängig von der Einführung eines Ganztagsbetriebes. Gleichwohl: Sollte die Politik für den Umzug votieren, werde bei der konkreten Raumplanung für den neuen Standort auch das Thema Ganztagsbetrieb oder Hortbetreuung eine Rolle spielen müssen.

Von Carina Bahl


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Isernhagen ist ...

  • ... eine Gemeinde nordöstlich von Hannover mit knapp 23.000 Einwohnern
  • ... Heimat von Olympiasiegerin Anke Kühn (Hockey)
  • ... Gründungsort des Radiosenders ffn
  • ... nach dem durchschnittlichen Einkommen der Bürger die wohlhabenste Gemeinde in Niedersachsen
  • ... Sitz des Lederwarenherstellers Bree Collection
  • ... 6x pro Woche Thema in der Nordhannoverschen Zeitung, die als Heimatzeitung in Isernhagen der Neuen Presse beiliegt. Im Abo und am Kiosk - ohne Mehrkosten.