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Der Sommereinsatz in Hiddestorf beim Tennisverein.

Der Sommereinsatz in Hiddestorf beim Tennisverein.© Sedelies

Hiddestorf

Sommereinsatz: Hilfe bei der Dachsanierung

Arbeitseinsatz für die Tenniszukunft: Die HAZ und die STIFTUNG Sparda-Bank Hannover helfen seit drei Jahren kleinen Vereinen bei handwerklichen Arbeitseinsätzen. In Hiddestorf stand jetzt die Dachsanierung an.

Hiddestorf. Die Konstruktion sieht nach Verzweiflung aus. Mitten im gemütlichen Klubhaus des Vereins SV Eintracht Hiddestorf hängen Blumenkübel an der Decke. „Das sind unsere Hängenden Gärten“, sagt Werner Passoter Spartenleiter des Tennisvereins und deutet an die Decke. Durch kleine Risse kam das Wasser. „Es tropfte immer wieder auf die Tische, die ganz langsam aufquollen. Wir mussten etwas tun“, erinnert sich der 69-Jährige. Also bewarb sich der Verein um einen „Sommereinsatz“. Die gemeinsame Initiative der HAZ-Redaktion und der STIFTUNG Sparda-Bank Hannover bietet finanzielle Hilfen für kleine Vereine in der Region Hannover.

In Hiddestorf engagiert der SV Eintracht so einen gelernten Dachdeckermeister, kauft Material und verteilt Aufgaben. Unter der Anleitung von Andreas Friedrich von der Firma Friedrich Bedachung gilt es erst, dass Dach gründlich zu reinigen. Die Mitglieder schrubben dazu die Abdichtungen und trocknen vor allem die alten Dachbahnen. Dafür probieren sie auch einen Hochdruckreiniger aus. „Vielleicht sollten wir einen Föhn testen“, ruft einer der Helfer. Der Dachdeckermeister ist mit dem Tennisteam zufrieden. Später tragen sie den Bitumenvoranstrich auf und verlegen neue Schweißbahnen. „Ich bin Sportler und weiß, wie es um kleine Vereine bestellt ist. Oft fehlt es an kleinen Zuschüsse. Ich freue mich, wenn wir helfen können“, sagt Andreas Friedrich.

Für den Verein ist der Arbeitseinsatz ein weiterer Kraftwerk in einer großen Saison der Umbauten. Erst vor einigen Monaten bekam eine Pflasterung eine neue Untergrundschicht. Hundert Quadratmeter Steine mussten dafür entfernt und wieder verlegt werden. Anschließend bekam das Klubhaus eine neue Küche. Das neueste Projekt ist auch schon geplant. Eine sogenannte Beregnungsanlage ist nötig. Etwa 120 Meter lange Gräben müssen ausgehoben werden. Minibagger sorgen für die nötige Unterstützung. „Wir möchten unseren Mitgliedern eine gepflegte, saubere Anlage bieten“, sagt Werner Passoter. „Wir haben hier eine soziale Verantwortung, für die Sportler und den Ort. Wir sitzen hier auch einfach zusammen und essen und trinken. Darum gebe ich mein Herzblut in die Umbauten.“

Die Finanzierung der Vorhaben entsteht oft aus dem Verein heraus. Um zusätzliches Geld in die Kasse zu bekommen, backen die Mitglieder Kuchen und verkaufen ihn auf dem Frühjahr- und Herbstbasar. Auch auf dem Hiddestorfer Weihnachtsmarkt werden Waffeln und heiße Schokolade verkauft. „Für viele Mitglieder war das vierzigjährige Bestehen eine weitere Motivation, sich einzubringen“, sagt Passator. Er selbst ist mittlerweile seit 40 Jahren dabei und seit sechs Jahren Spartenleiter. Er ist stolz auf seine 102 Mitglieder und die erfolgreiche Kinder- und Jugendarbeit. „Nach dem Ende des Tennisbooms verloren viele Vereine Mitglieder. Wir haben die Kurve bekommen und eine gute Altersverteilung. Wir investieren in die Vereinszukunft.“ Die anderen Helfer stimmen ihm zu. „Ich fühle mich hier einfach wohl“, sagt Dorothea Bachmann. Dafür packt sie gern an. „Für mich ist es einfach ein sehr idyllischer Fleck“, sagt Claus Knigge. „Es sind tolle Menschen, mit denen man etwas auf die Beine stellen kann.“

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Das meinen Vereinsmitglieder:

Claus Knigge (57): Ich bin erst seit zweieinhalb Jahren im Verein aktiv und freue mich schon jetzt, gemeinsam Zeit zu verbringen. Tennis macht Spaß! Und wenn dann abends direkt in Nähe die Sonne untergeht, sieht es einfach nur schön aus.

Dietmar Bachmann (65): Ich finde unser Verein ist sehr familiär. Ich habe hier lange gespielt und war in der Nordliga aktiv. Seit zwei Jahren bin ich im Ruhestand. Nun versuche ich dem Verein etwas zurückzugeben.

Rüdiger Naujoks (75): Ich bin Gründungsmitglied des Vereins und wohne vor Ort. Hier wird zusammengesessen, mal ein Bier getrunken und gequasselt. Früher ging es um Fußball, dann um Tennis. Ich genieße die Gemeinschaft.

Der „Sommereinsatz“

Graffiti auf Denkmälern, abgeplatzte Fassaden von Vereinsheimen, Schmuddelecken: Die HAZ und die STIFTUNG Sparda-Bank Hannover haben sich erneut zusammengetan, um auch in diesem Sommer Stadt und Umland herauszuputzen. Gemeinnützige Vereine können sich für einen solchen „Sommereinsatz“ bewerben. Das können Maler- oder Gartenarbeiten sein, aber auch andere kleine handwerkliche Eingriffe, die manchmal so viel ausmachen. Das Geld für die jeweiligen Ein-Tages-Aktionen stellt die STIFTUNG Sparda-Bank Hannover zur Verfügung.

Die HAZ kümmert sich um passende Handwerker und ruft ihre Leser dazu auf, mitzumachen und mitzuhelfen. Ziel ist es, gemeinsame Einsätze zu planen und zusammen den Ort, den Verein oder einfach die Nachbarschaft ein wenig schöner, gemütlicher und netter zu machen. Insgesamt unterstützt die STIFTUNG Sparda-Bank 15 Sommereinsätze à 1500 Euro. Letzte Bewerbungen sind noch unter der Adresse www.haz.de/sommereinsatz möglich.

Von Jan Sedelies


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