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Region Hemmingen Nachrichten Rat stimmt für Lehrküche in Mehrzweckhalle
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16:42 30.11.2018
Die Halle in Hiddestorf wird für mehr als drei Millionen Euro saniert und umgebaut. Quelle: Andreas Zimmer
Hiddestorf

Nach fast einstündiger Diskussion im Rat fiel am Donnerstagabend die Entscheidung: Die Hiddestorfer Sporthalle wird saniert und zur Mehrzweckhalle umgebaut, allerdings mit einer Ausgabeküche und einer Lehrküche.

Das Gremium, das in Hiddestorf eine Dorfküche initiieren wollte, löse sich nun auf. Mitglied Elisabeth Seiler sagte im Gespräch mit dieser Zeitung: „Das ist kein Trotz, aber das ist nicht, wofür wir stehen.“ Sie freue sich aber vor allem für die Grundschule, dass es bald eine Lehrküche geben wird.

Das Gremium Dorfküche hatte auf eine Küche gehofft, in der das Essen frisch zubereitet werden kann, die jedoch mit etwa 250.000 Euro bei den Anschaffungskosten und rund 30.000 Euro an jährlichen Folgekosten ihren Preis hat. Die Lehrküche kostet einmalig 64.000 Euro. Hinzu kommen 68.000 Euro, weil die Lüftungsanlage nun aus Platzgründen aufs Dach muss. Für die Sanierung und den Umbau der Halle sind weitere 3,1 Millionen Euro geplant.

SPD, CDU und DUH befürworten die Ausgabe- und die Lehrküche. Die Bündnisgrünen enthielten sich. Die Fraktionsvorsitzende Ulrike Roth sprach von einem „Abstimmungsdilemma“. Die Grünen seien zwar für die Sanierung und den Umbau der Halle, aber für eine Frischkochküche. Die Koalition und die Unabhängigen befürchten Begehrlichkeiten aus anderen Stadtteilen. Lehrküchen gibt es bereits in den anderen beiden Grundschulen, also in Arnum und Hemmingen-Westerfeld. Roth gab zu bedenken, das kleinere Hiddestorf habe mit der Dorfgemeinschaft ein „Alleinstellungsmerkmal“.

Alle Fraktionen und die Verwaltung zollten dem Gremium Dorfküche Anerkennung fürs ehrenamtliche Engagement. Bürgermeister Claus Schacht zeigte dem Rat in der Sitzung eine Unterschriftensammlung für die Dorfküche, machte jedoch deutlich, dass das Gremium, das einen Verein gründen wollte, funktionieren müsse wie ein Caterer. Die eingeforderte Kalkulation habe die Bürgerinitiative zwar vorgelegt, aber es gebe „eklatante Mängel“. Mit nur einem Koch sei die Dorfküche nicht zu betreiben. Hinzu komme, dass Kinder eine professionelle Frischkochküche nicht betreten dürfen. Die Verwaltung hatte diese Variante zwar anfangs vorgeschlagen. Schacht zufolge hat es sich dann aber abgezeichnet, dass es dafür keine Mehrheit im Rat geben wird. Deswegen habe die Verwaltung die Lehrküche als Kompromiss angeregt. So gebe es nun eine Küche zum Warmmachen der Speisen, eine Küche zum Spülen und die Lehrküche.

SPD, CDU und DUH verwiesen zudem auf die angespannte Haushaltslage der Stadt. CDU-Fraktionschef Ulff Konze stellte die Forderung aus Hiddestorf in Relation zu der jährlichen Summe von etwa 65.000 Euro, die alle Sportvereine im Stadtgebiet bekommen, wenn sie entsprechende Anträge und exakte Kostennachweise erbringen. Roman Binder (Grüne) hingegen forderte von den Befürwortern einer Lehrküche ein entsprechendes Konzept. SPD-Fraktionschef Jens Beismann entgegnete, ein Konzept sei nicht nötig, denn es gebe schließlich einen Caterer und die Lehrküche könne die Dorfgemeinschaft je nach Bedarf nutzen. Beismann sagte, es sei Zeit „Illusionen aufzulösen“. So habe ein Senior in einer Ausschusssitzung gesagt, die Dorfküche sei wichtig, weil es in der Ortschaft keine Kneipe mehr gebe. Beismann erwiderte im Rat, es handele sich doch letztlich um die Mensa einer Schule, in der pro Tag in mehreren Schichten 200 Essen auszugeben sind, da es nur 48 Sitzplätze geben wird. Eine Ratsentscheidung zu einem späteren Zeitpunkt sei nicht möglich, ohne den Ganztagsbetrieb zu gefährden.

Der DUH-Fraktionsvorsitzende Wolf Hatje sprach von einem schwierigen Votum, bei dem „Kopf, Herz und Bauch gefordert sind“. Ein freier Unternehmer könne vielleicht anders entscheiden, aber so bleibe das Risiko – ein mögliches Defizit am Jahresende - bei der Stadt.

Von Andreas Zimmer

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