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Region Hemmingen Nachrichten Rat für Ganztags-Konzepte
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10:37 01.12.2017
Auf dem Weg zur offenen Ganztagsgrundschule: Die mehr als 100 Eltern, die vor wenigen Wochen zu einer Informationsveranstaltung in Arnum gekommen waren, hatten viele Fragen. Quelle: Stephanie Zerm
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Hemmingen

 Es ähnelt in gewisser Weise einer Schwangerschaft: Noch etwa neun Monate, dann soll in Hemmingen die offene Ganztagsschule eingeführt werden. Und vielleicht wird man später sagen, es war eine schwere Geburt. Im Rat war am Donnerstagabend die Freude spürbar, dass da etwas Neues gedeiht, auch wenn es eine große Umstellung mit sich bringen wird.

Den Beschluss zur Einführung der offenen Ganztagsschule ab August 2018 hatte der Rat bereits im Oktober dieses Jahres gefasst. Jetzt drehte es sich um die Konzepte, die die drei Grundschulen vorgelegt haben. Ins Detail ging nicht der Rat nicht mehr, diese Debatte war bereits im Fachausschuss, aber der Rat befürwortete die drei Papiere. „Ich hätte Anfang dieses Jahres nicht gedacht, dass wir die Konzepte heute verabschieden“, sagte Bürgermeister Claus Schacht. „Doch der Weg beginnt erst jetzt.“ Denn in den Konzepten stehen Wünsche, wie es mal sein soll. Was davon verwirklicht werden kann, das prüft die Stadtverwaltung nun. Die Anträge bei der Landesschulbehörde seien gestellt, sagte Schacht. „Wir steigen jetzt in die Konzepte ein. Die Gespräche mit allen Schulen laufen. Auch die Hortkräfte sind dabei.“

Ob Arnum, Hemmingen-Westerfeld oder Hiddestorf: Jeder Standort ist unterschiedlich. In Hiddestorf zum Beispiel muss die Sporthalle saniert oder neu gebaut werden, die somit vorübergehend als Stätte für Ganztagsangebote ausfällt. Hinzu kommt: In Hiddestorf gibt es so viele Kinder, dass das Schuljahr 2018/19 zweizügig sein wird. Schacht lenkte auch den Blick auf die Grundschule am Köllnbrinkweg in Hemmingen-Westerfeld: „Dort gibt es keine Erweiterungsmöglichkeiten.“ Dass die Kommunen auf der Finanzierung der Ganztagsschule weitestgehend sitzenbleiben, weil das Land sie nicht unterstütze, sei ein „Desaster“.

Dass in den Grundschulen Jahre des Übergangs bevorstehen, haben auch die Ratsfraktionen erkannt. „Es wird mal ruckeln“, sagte SPD-Fraktionschef Jens Beismann. Bei der gesamten Debatte dürfte aber niemand das Gefühl gehabt haben vorgeführt worden zu sein. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Ulff Konze betonte, dass das neue Modell nicht verpflichtend sei: „Die Eltern haben ein Wahlrecht.“ Die Bündnisgrünen konnten sich mit ihren Forderungen nach einer voll ausgestatteten Küche nicht durchsetzen. Roman Binder betonte: „Eine gesunde Ernährung ist uns weiterhin wichtig, auch wenn wir im Fachausschuss Gegenwind hatten.“

In den Diskussionen in den vergangenen Monaten zeichnete sich bei den Eltern die Abholzeiten als großes Thema ab. So flexibel wie bisher wird es nicht mehr sein. Geplant sind folgende Zeiten: 12.15, 13.00, 14.30 und 16 Uhr. Bleibt das Kind in der Spätbetreuung, ist die letzte Abholzeit um 16.30 Uhr. Bis zum April 2018 müssen die Eltern entscheiden, ob ihre Kinder das Ganztagsangebot nutzen sollen und an welchen Tagen. Möglich ist dies montags bis freitags oder an nur an einzelnen oder an mehreren Tagen in dieser Zeit. 

Von Andreas Zimmer

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