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Nachrichten Massenwanderung der Kröten beginnt
Region Hemmingen Nachrichten Massenwanderung der Kröten beginnt
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09:14 16.03.2018
Eine Kröte wird durch den Schutzzaun an der Straße zwischen Devese und Ohlendorf gestoppt. Ein ähnliches Fotomotiv aus der von dieser Zeitung gemachten Reihe hatte der Naturschutzbund  Hannover, zu dem Hemmingen gehört, in einem seiner Mitgliedermagazine veröffentlicht. Quelle: Andreas Zimmer
Ohlendorf/Devese/Arnum

 Die Kröten sind erwacht – und machen sich nun massenhaft vom Bürgerholz auf den Weg zu ihren Laichgewässern am Westrand von Arnum. Der plötzliche Temperaturanstieg hat dazu geführt, dass die Amphibien am vergangenen Wochenende aus ihrem Winterschlaf erwacht sind und nun gut ausgeruht für Nachwuchs sorgen wollen.

Damit die liebestollen Ohlendorfer Erdkröten, Grasfrösche und Molche bei ihrer Wanderung nicht unter die Räder kommen, hat das Koldinger Unternehmen Envipro für den Naturschutzbund (Nabu) bereits vor mehreren Wochen einen etwa einen Kilometer langen Krötenschutzzaun an der Kreisstraße 225 zwischen Ohlendorf und Devese aufgestellt. Dort fallen die Tiere in insgesamt 50 Eimer, die am Zaun eingegraben worden sind. Diese waren in der Nacht zu Sonntag voll. „Wir sind von Kröten fast überrannnt worden“, sagt Nabu-Mitglied Inge Scherber. „In einer Nacht haben wir allein 1200 Erdkröten aus den Eimern geholt.“ In zwei Nächten seien es 1849 Erdkröten und zwei Bergmolche gewesen. Einen so großen Amphibien-Ansturm in den ersten wärmeren Nächten habe sie bislang noch nie erlebt.

Jeweils ab 8.30 Uhr und ab 21 Uhr fungiert mindestens ein ehrenamtlicher Helfer für den Nabu als Kröten-Taxi. „Wir tragen die Tiere in den Eimern bis zu den Laichgewässern“, sagt Scherber. Mittlerweile gebe es im Bürgerholz eine große und gesunde Population der geschützten Tiere. Als der Nabu 2004 mit der Krötenrettung in Ohlendorf begonnen habe, habe er rund 600 Tiere in den Eimern gefunden. Im Jahr 2015 sei die Zahl bereits auf 3700 angestiegen, berichtet Scherber.

Dennoch sterben auch in Ohlendorf jedes Jahr Kröten. „Die Tiere werden am Anfang und Ende des Schutzzaunes überfahren“, bedauert Scherber und bittet Fahrer um Rücksichtsnahme. „Auch wenn man mit Tempo 50 so über die Tiere rollt, dass sie zwischen den beiden Reifen sind und scheinbar keinen Schaden nehmen, sterben sie am Strömungsdruck“, sagt die Krötenkennerin. Bei Tempo 30 hätten die Tiere wesentlich bessere Überlebenschancen.

Aber auch auf die Helfer vom Nabu sollten Autofahrer Rücksicht nehmen. „Wir sind abends immer im Dunkeln am Zaun unterwegs und ängstigen uns manchmal schon, wenn die Autos an uns vorbei rasen“, sagt Scherber

Von Stephanie Zerm

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